Zentralistische Bischofsernennungen – theologisch unhaltbare Willkür?

02.12.2010, Hans Peter Hurka

 

Am Samstag, 27. November 2010, fand die von den Reformbewegungen in der römisch katholischen Kirche veranstaltete Enquete zum Thema: „Zentralistische Bischofsernennungen – theologisch unhaltbare Willkür?“ im Otto-Mauer-Zentrum in Wien statt.

 

Als Ergebnisse können festgehalten werden: Die Bibel zeigt keine einheitliche Struktur der Kirche, die Entscheidungen fielen in den Gemeinden nach Bedarf und Eignung. Historisch galt lange der Grundsatz, dass von allen gewählt werden muss, wer allen vorzustehen hat. Ab dem 12. Jhdt. bildet sich im Kampf Kirchenleitung versus weltliche Herrscher ein Zentralismus in der Kirche heraus, der im I. Vatikanum gipfelt und bis heute anhält. "Wir sind Kirche" stellt ein "Diözesankonklave" vor, mit dem ab sofort gegengesteuert werden kann, auch wenn die Versammlungen unvollständig und die Ergebnisse vorerst unberücksichtigt bleiben sollten. Dazu gab es am 14. Dezember 2010 eine Pressekonferenz .

 

Die Enquete beinhaltete folgende Referate und stand unter der Leitung von Dr. Peter Pawlowsky.

 

Mag. Eduard Posch: Ratsvikar in Pinkafeld und Mitglied der Plattform "Wir sind Kirche"

„Bischofswechsel in Eisenstadt – eine mehrfach unerträgliche Vorgangsweise“       Vortrag

 

Univ. Prof. Dr. Walter Kirchschläger: Bibelwissenschafter in Luzern

„Erwählung und Dienst des Bischofs aus biblischer Sicht“             Vortrag

 

Univ. Doz. Dr. Gerhard Hartmann: Kirchenhistoriker in Graz

„Am Anfang stand die Wahl, nun ernennt der Papst – historische Anmerkung einer (Fehl-)Entwicklung der Bischofsbestellung“      Handout

 

Dazu auch ein Vortrag vom Kirchenrechtler Matthäus Kaiser aus dem Jahre 2002

 

em. Univ. Prof. Dr. Heribert Franz Köck: Staats- und Europarechtler, sowie Mitglied der Plattform "Wir sind Kirche

„Legitime staatliche Interessen betreffend die Auswahl kirchlicher Führungspersönlichkeiten“       Vortrag               Leitsätze

 

Hans Peter Hurka und Dr. Martha Heizer:Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende der Plattform "Wir sind Kirche

„Die Macht der Bischöfe ist die Geduld des Volkes“

(Bericht über das aktuelle Projekt „Diözesankonklave“ der Plattform Wir sind Kirche)

Handout,   Diözesankonklave 1995

 

Dr. Herbert Kohlmaier: Obmann der Laieninitiative und Mitglied der Plattform "Wir sind Kirche"

„Der Welt abhanden gekommen – Wahn und Scheitern eines autoritären Systems“       Vortrag

 

Im Anschluss feierten die Teilnehmer Eucharistie. Sie wurde von den "Priestern ohne Amt" gestaltet.

 

 

 

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