| 04.12.2012, Dr. Paul Weitzer |
- Ein starkes ökumenisches Zeichen: Im Blick auf das 500-Jahr-Jubiläum des Anschlags der 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg durch Martin Luther wird ein gemeinsamer Katechismus der evangelischen und katholischen Kirche geplant.
- Der Magdeburger Ökumenebischof Gerhard Feige wirbt in seinen „Katholischen Thesen zum Reformationsgedenken 2017“ um eine gegenseitige Vergebungsbitte für die zahlreichen polemischen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Reformations-und Gegenreformationszeit.
- Ein weiteres starkes ökumenisches Zeichen: Im Blick auf das 500-Jahr-Jubiläum des Anschlags der 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg durch Martin Luther wird eine evangelisch-katholische Erklärung zur Bedeutung der Reformation formuliert.
- Zahlreiche US-Medien und Zeitungen berichten von einer immer intensiveren Diskussion über das Frauendiakonat in den USA.
- Klarstellungen des neu gegründeten „Münchner Kreises“ in Ottobrunn (BRD): Es gehe um pastorale Reformen und nicht um „Rebellion“.
- Eine bereits 1988 gegründete deutsche Reformgruppe macht wieder von sich reden: Der „Münnerstädter Kreis“ in der Diözese Würzburg hat auf seiner Herbstversammlung die österreichische „Pfarrer-Initiative“ mit dem „Goldenen Löwenzahn“ ausgezeichnet.
- Der internationale ökumenisch besetzte Arbeitskreis „St. Irenäus“ befasste sich im Kloster Bose (Norditalien) mit einer Neuausrichtung des römischen Papsttums. Dem Arbeitskreis gehören 26 TheologInnen an.
- Die fünf großen österreichischen Reformbewegungen (Laien-Initiative, Plattform Wir sind Kirche, Pfarrer-Initiative, Priester ohne Amt und PGR-Initiative Taxham) besprachen auf einer öffentlichen Tagung in Eisenstadt unter der Federführung der Laien-Initiative eine notwendige Reform der Einhebung des österreichischen Kirchenbeitrags.
- Der neue koptische Papst-Patriarch Tawadrous II. wurde von Priestern und Laien, von Frauen und Männern gewählt und schließlich durch Los bestimmt.
- Selbstbewusstes Auftreten von 1500 US-amerikanischen KirchenreformerInnen auf einer Tagung von „Call to Action“ in Louisville, Kentucky.
- Der Abt des Stiftes Schlägl (OÖ), Martin Felnhofer, ist neuer geistlicher Assistent der Katholischen Frauenbewegung Österreichs und tritt für die Einführung des Frauendiakonats ein.
- Der Dachverband „Leadership Conference of Women Religious“ der selbstbewussten US-amerikanischen Ordensfrauen erhält den nächsten Herbert-Haag-Preis.
- In Irland hat sich eine neue reform-orientierte Laiengruppe gegründet mit dem Namen „Association of Catholics in Ireland“.
- Der Freiburger Moraltheologe Univ.-Prof. Eberhard Schockenhoff plädiert erneut für die Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zu den Sakramenten unter bestimmten Bedingungen.
- Das Zentralkomitee deutscher Katholiken (ZdK) fordert in Bonn erneut den Frauendiakonat und die Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zu den Sakramenten unter bestimmten Bedingungen.
- 89,3% der befragten ÖsterreicherInnen halten den Pflichtzölibat für „nicht zeitgemäß“
- Auf der großen Konferenz von „Call to Action“ (CTA) in Louisville (Kentucky, USA) fordern mehr als 1500 Frauen und Männer Reformen der Kirche ein.
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| 04.11.2012, Dr. Paul Weitzer |
- Mit Univ. Prof. Dr. Sigrid Müller als neue Dekanin steht erstmals eine Frau an der Spitze der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien.
- In der Erzdiözese München gründen 24 Priester einen „Münchner Kreis“ und geben eine reform-orientierte „Erklärung“ heraus.
- In Kairo steht erstmals ein prominenter Islamist vor Gericht, und zwar wegen Beleidigung des christlichen Glaubens.
- Der Kärntner Bischof Alois Schwarz bezeichnet die Religionslehrer nicht nur als Katecheten, sondern auch als „Seelsorger“.
- Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Fuat Sanaç, würdigt das Zweite Vatikanische Konzil.
- Bischof Rowan Williams, Primas der anglikanischen Kirche, hält eine Ansprache vor der derzeit in Rom tagenden katholischen Bischofssynode.
- Analog zur „Pfarrer-Initiative“ verlangt der Mainzer Theologe Gerhard Kruip eine „Bischofs-Initiative“.
- Der deutsche Kardinal Karl Lehmann fordert eine „Kursänderung im Vatikan“.
- Der italienische Erzbischof Bruno Forte von Chieti-Vasto verlangt eine großzügigere und vor allem raschere Vorgangweise bei Eheannullierungen.
- Mit der Geschäftsführerin der Wochenzeitung „Die Furche“, Dr. Gerda Schaffelhofer, wurde wieder eine Frau an die Spitze der Katholischen Aktion Österreichs gewählt.
- Den jungen Theologen der Kommission „Pro Oriente“ geht der ökumenische Prozess zu langsam. Sie möchten „Ungeduld“ verbreiten.
- Der Bischof von Basel, Felix Gmür, und der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, sprechen sich auf der römischen Synode für mehr Möglichkeiten der kirchlichen Beauftragung von Laien in der Pastoral aus.
- In der Diözese Augsburg treten 43 Priester in einem Schreiben an ihren Bischof Zdarsa für Reformen in der Kirche ein.
- Die Mitte September gegründete Schweizer Pfarrei-Initiative hat Mitte Oktober bereits mehr als 341 Unterstützer.
- Der Wiener Redemptoristen-Provinzial, P. Lorenz Voith, kritisiert die noch immer nicht offengelegten Gründe der Absetzung des slowakischen Bischofs Robert Bezak und die Abberufung des noch vor eineinhalb Jahren nach Rom berufenen Bischofs Josef William Tobin.
- Die Frankfurter „Konziliare Versammlung“ gibt eine viel beachtete „Botschaft“ zum 50-Jahr-Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils heraus.
- Die erzkonservative Vereinigung der Piusbrüder hat ihren britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson wegen „Ungehorsam“ aus ihren Reihen ausgeschlossen.
- Nach dem Ergebnis der Bischofssynode in Rom sollen die Rolle der Laien und ihr Dienst in der Glaubensverkündigung gestärkt werden.
- Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem beschließt eine ökumenische Geste: Sie übernimmt ab 2013 das orthodoxe Osterdatum nach dem Julianischen Kalender.
- Kardinal Karl Lehmann ist für das Frauendiakonat.
- Auch der Münsteraner Bischof Felix Genn ist für eine tolerante Haltung der Kirche den geschiedenen Wiederverheirateten gegenüber.
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| 07.10.2012, Dr. Paul Weitzer |
- Polens Pfarren bekommen flächendeckend „Wirtschaftsräte“, welche die Finanzen der Pfarren und der Diözesen verwalten sollen. Dies können auch Laien sein.
- Die höchsten religiösen Würdenträger der Religionen von Bosnien-Herzegowina riefen alle Menschen ihres Landes zur Versöhnung nach den blutigen Bürgerkriegen 1992-1996 auf.
- Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode möchte auf dem deutschen „Dialogforum“ in Hannover auch „heiße Eisen“ wie die Frage der wiederverheirateten Geschiedenen und der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften behandelt sehen.
- Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick verlangt, über die Anliegen der österreichischen Pfarrer-Initiative „ganz intensiv“ zu dialogisieren.
- Die Bischöfe Paraguays sehen ihre falsche politische Einschätzung ein und entschuldigen sich öffentlich beim Präsidenten Fernando Lugo.
- Beim „Dialogforum“ in Hannover plädierte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode für eine „Pastoral der Nähe“ zu den Menschen; die Bischöfe Robert Zollitsch (Freiburg), Reinhard Marx (München) und Ludwig Schick (Bamberg) „sind bei der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen dran“; der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck ist gegen eine „Einheitskirche“.
- Die deutsche Initiative „Ökumene jetzt“ wurde bislang von mehr als 5000 Personen unterschrieben.
- Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode setzt sich erneut für die Einführung des Diakonats der Frau ein.
- In der Schweiz gründet sich eine „Pfarrei-Initiative“, die in 10 Punkten pastoralen „Ungehorsam“ aus Gewissensgründen als „selbstverständlich“ ansieht.
- Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Bischof Norbert Brunner, plädiert für Strukturen der Subsidiarität in der Kirche
- Nach Kardinal Reinhard Marx (München) ist „die Kirche kein Selbstzweck, sondern für alle Menschen da“.
- Die Petition gegen die fadenscheinige Absetzung von Erzbischof Robert Bezak (früher Bischof von Trnava) haben bereits 11.000 Personen unterschrieben.
- Nach dem nigerianischen Erzbischof Ignatius Kaigama könnte der Pflichtzölibat in der Kirche fallen.
- Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg) trifft sich mit Vertretern der deutschen Pfarrer-Initiative zu einem Gespräch. Er verspricht, das Thema wiederverheiratete Geschiedene auf die Tagesordnung der Diözesanversammlung 2013 zu setzen.
- 21 Priester der Diözese Limburg beschweren sich über den Führungsstil ihres Bischofs Franz-Peter Tebartz-van-Elst und über das Klima der „Angst“ in der Diözese.
- Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghof ist für eine Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen in Einzelfällen und zitiert dazu aus einem Buch des damaligen Univ.-Prof. Joseph Ratzinger.
- Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick verlangt nach mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen.
- Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg) fordert eine größere Wertschätzung der „Pluralität der Glaubenszugänge“ in der Kirche.
- Erzbischof Robert Zollitsch plädiert nochmals für eine Änderung der Richtlinien für eine Pastoral der geschiedenen Wiederverheirateten.
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| 01.09.2012, Dr. Paul Weitzer |
- Der „National Council of Priests of Australia“ (NCP) organisiert in Warrnambool eine Konferenz vor 170 Priestern. Der Hauptredner tritt für mehr Modernität der Kirche und für den Frauendiakonat ein.
- Der Theologe und Sozialethiker Gerhard Kruip hält die Zulassung der geschiedenen wieder Verheirateten zu den Sakramenten und die völlige Gleichstellung von Mann und Frau in der Kirche für notwendig.
- Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke betont das Recht auf eine Gleichstellung homosexueller Paare in der Gesellschaft. Die gegenseitige Verantwortung von Homosexuellen müsse auch rechtlich gewürdigt werden.
- Der amerikanische Religionssoziologe Dr. José Casanova plädiert auf den Salzburger Hochschulwochen für eine „interne Pluralität“ der kath. Kirche und für eine Art von zivilen kirchlichen Ungehorsam („faithful dissent“), um diese zu erreichen.
- Der Kirchenhistoriker der Universität Münster, Univ. Prof. Hubert Wolf, beleuchtet auf den Salzburger Hochschulwochen die Notwendigkeit der Weiterentwicklung der kirchlichen Lehren, die in gut begründeten Fällen sogar zu gegenteiligen Ergebnissen kommen kann.
- Der Ökumenebeauftragte des Vatikan, Kardinal Kurt Koch, prangert den manchmal noch immer existierenden Antijudaismus in der katholischen Kirche an.
- Der Präsident der steirischen Katholischen Aktion, Bernhard Rebernik, hat Verständnis für die Anliegen der österreichischen Pfarrer-Initiative und will, „dass der Klerus auf uns [Laien] und unsere Erfahrungen im Leben hört.“
- Die italienischen Bischöfe kritisieren die Neuformulierung der Einsetzungsworte „für viele“ und stimmen mit großer Mehrheit für die alte Formulierung „per tutti“.
- Der Schweizer Bischof von Chur, Vitus Hounder, hält es für möglich, dass die Zahlung des Kirchenbeitrages nicht gekoppelt sein muss mit der „vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche“.
- Patriarch Kiril von Moskau und der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz Polens, Erzbischof Jósef Michalek, unterzeichnen eine „Versöhnungserklärung“ für das „Unrecht der Vergangenheit“.
- Kardinal Joachim Meisner ist gegenüber den Piusbrüdern für eine volle Anerkennung des Papstes und des Zweiten Vatikanischen Konzils inklusive der Erklärungen über die Religionsfreiheit und über das Judentum.
- In der Krypta des Hamburger Mariendoms ist neuerdings auch eine Urnenbestattung möglich.
- Nach Papst Benedikt XVI. sollen Laien in der Kirche mehr Verantwortung übernehmen.
- Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, kritisiert das konservative „Netzwerk katholischer Priester“.
- Der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl fordert die Einlösung zentraler Anliegen des Vatkanum II., konkret die Inkulturation der Liturgie, die Ökumene und Änderungen im Eherecht.
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| 15.07.2012, Dr. Paul Weitzer |
- Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von Freiburg, Robert Zollitsch, geht auf das Freiburger Geschiedenen-Memorandum „Aufbruch jetzt“ konstruktiv ein und hält diese Problematik für „drängend“.
- Vier Kardinäle, darunter auch Kardinal Christoph Schönborn, hatten den Mut, den Papst um die Absetzung des sehr autoritären und polarisierenden Kardinalstaatssekretärs Tarcisio Bertone zu bitten.
- Der „Beirat Priester und Laien“, der von Vertretern der deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees deutscher Katholiken beschickt wird, fordert eine „bessere Absicherung“ von Leitungsverantwortung von Laien durch eine „offizielle Beauftragung“ und die Diskussion des Frauendiakonats.
- Ein Wiener Pfarrer und ein muslimischer Imam tauschten die Predigtkanzel.
- Das Freiburger Geschiedenen-Memorandum „Aufbruch jetzt“ wurde bereits von 208 Priestern und Diakonen unterschrieben.
- Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki spricht sich nochmals für mehr Toleranz den Homosexuellen und den geschiedenen wieder Verheirateten gegenüber aus.
- Der Priesterrat der Diözese Linz fordert erneut die Zulassung von Frauen zu Diakonat und Priestertum sowie die Zulassung laisierter verheirateter Priester zur Seelsorge in den Pfarren.
- Die Laien aller katholischen Riten Indiens veranstalten ihre erste Synode in New Delhi und fordern mehr Mitsprache in der Kirche: „Wie sind nicht Untergebene!“.
- In der Bischofskirche von Trnava (Slowakei) protestieren mehrere hundert Gläubige gegen die Ansetzung ihres beliebten Bischofs Robert Bezak CSsR, durch den Papst – ohne Angabe von Gründen. Auch zahlreiche slowakische PolitikerInnen äußern ihren Unmut darüber.
- Der Erzbischof von Paderborn, Hans-Josef Becker, beauftragt 16 Männer und Frauen, Gemeindegottesdienste zu leiten, falls kein Priester für die Eucharistiefeier greifbar ist.
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