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März 2012 PDF Drucken E-Mail
10.04.2012, Dr. Paul Weitzer
  • Simon Rapp, der Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) „kann sich Priesterinnen vorstellen“ und ist für eine Auffächerung des priesterlichen Dienstes.
  • Nach einer Umfrage von Oekonsult sind 86% der Österreicherinnen und Österreicher gegen Pfarrzusammenlegungen. 89% sind für das Priestertum der Frau u.a.m.
  • Die päpstliche Universität von Lima widersetzt sich einem Ultimatum des Vatikan, die Statuten der Uni strenger katholisch zu machen.
  • Die Österreichische Bischofskonferenz beschließt Möglichkeiten für ein kirchliches Begräbnis für Ausgetretene.
  • Die Augsburger Katholiken protestieren gegen die Pfarrauflösungen mit „Umarmungen“ ihrer Pfarrkirchen.
  • Die Irische Pfarrerbewegung „Association of Catholic Priests“ (ACP) hat bereits über 770 Priester als Mitglieder.
  • Die heftigen Proteste von Gläubigen erreichen die Wiedereröffnung ihrer schon geschlossenen Pfarren in Cleveland (USA).
  • Der sizilianische Bischof Paolo Ursa spricht sich für eine staatliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aus.
  • Die „Gebete um die Liebe Christi“ einer Gemeinde in der Diözese Washington (USA) hatten Erfolg: Der Priester, der einer Lesbierin die Kommunion verweigerte, wurde suspendiert.
  • Das „Theologische Forum der Slowakei“ (TF) hat einen mehrseitigen Aufruf zur „Erneuerung der Kirche“ erlassen.
  • Ein Homosexueller in der Pfarre Stützenhofen (NÖ) darf mit Genehmigung des Bischofsrats der Erzdiözese Wien im Pfarrgemeinderat bleiben.

 

  • Simon Rapp im Interview im Deutschlandradio: „Ich tu mich nach wie vor schwer mit den lehramtlichen Aussagen, warum Frauen nicht zu Priestern geweiht werden ….. Die haben mich noch nie persönlich überzeugt …“. Und zum Priesteramt weiter: „Wir müssen uns … Gedanken machen …welche Aufgaben sie (die Priester) tatsächlich haben, …. ob wir nicht gerade bei Leitungs- und Führungsaufgaben … viel mehr den Kreis weiten müssen und nicht alles auf den Kleriker verengen dürfen“. (Deutschlandradio vom 1.3.2012)
  • Außerdem erhob Oekonsult: Der „Ungehorsam“ der Pfarrer-Initiative ist für 82% nicht mehr zustoppen. 75% sind überzeugt, die Amtskirche werde „nur aus Geldmangel nach Mitgliederschwund“ reformfreudiger werden. (JA 4.3.)
  • Die päpstliche Universität von Lima spricht sich in einer Mitteilung gegen eine „Anpassung“ der Hochschulverfassung aus: Denn die Universität werde durch die peruanische Verfassung, durch peruanische Gesetze und ihre eigenen Stauten geleitet. (JA 4.3.)
  • Die Möglichkeiten für ein kirchliches Begräbnis für Ausgetretene: „Wenn die Angehörigen um den Beistand der Kirche ersuchen …(kann) eine Feier der Verabschiedung“ gehalten werden. Es sei denn, der Verstorbene hat die Mitwirkung der Kirche ausdrücklich abgelehnt. Aber auch dann kann der Priester, Diakon oder Begräbnisleiter die Angehörigen hinter dem Sarg begleiten, „um mit ihnen zu beten“, allerdings ohne liturgische Gewänder. Dies geschieht, „indem die Kirche die christliche Auferstehungshoffung verkündet und für den verstorbenen Menschen Gottes Barmherzigkeit erbittet … (für einen Christen), der durch die Taufe in den Leib Christi eingegliedert worden ist und daher immer mit der Kirche verbunden bleibt, selbst wenn er die kirchliche Gemeinschaft offiziell verlassen hat.“ (JA 11.3.)
  • 150 Pfarrkirchen haben die Augsburger Katholiken „umarmt“. Damit soll gegen Bischof Zdarsa protestiert werden, der 800 von 1000 Pfarren schließen will. „Das macht hilflos und wütend“, so der Pfarrgemeinderat Helmut Lechner in der „Süddeutschen Zeitung“. (JA 18.3.)
  • Die Führung von der „Association of Catholic Priests“ (ACP) – Tony Flannery, Brendan Hoban und Sean McDonagh – sprachen mit Vertretern der irischen Bischofskonferenz, den Bischöfen Colm O’Reilly und John Kirby, über ihre Reformanliegen. (JA 18.3.; KI 5/2012)
  • Die Wiedereröffnung von 13 der 50 geschlossenen Pfarren in Cleveland (USA) wurde erreicht. Die Kleruskongregation hat dies überraschend angeordnet. Die 13 Pfarren feierten den römischen Bescheid mit Dankgottesdiensten. (JA 18.3.; KI 5/2012)
  • Der sizilianische Bischof Paolo Ursa der Diözese Ragusa: Für eine solche jedoch nicht als „Ehe“ zu bezeichnende Lebensform sei eine staatliche Anerkennung sinnvoll. Dies ändere aber nichts an der moralischen Bewertung solcher gleichgeschlechtlichen Lebensformen durch die Kirche. (KI 3/2012)
  • Der Priester, der einer Lesbierin die Kommunion verweigerte, wurde suspendiert. Allerdings wegen seines „einschüchternden Verhaltens“, das „mit dem priesterlichen Amt unvereinbar“ sei, so Weihbischof Barry C. Knestout. Das Auftreten des Priesters nach der Verweigerung der Kommunion sei inakzeptabel gewesen. (JA 25.3.)
  • Das „Theologische Forum der Slowakei“ will „an der Erneuerung der Kirche mitarbeiten…(auch wenn) die Lebenssituation in der Slowakei anders ist als in den westeuropäischen Ländern. Die Grundmerkmale…. sind aber mehr oder weniger gleich.“ Folgende Bereiche werden behandelt: 1) Gebet 2) Eucharistie: „Wir sollen heute… auch so genannten ‚Problemgruppen’ wie z.B. wiederverheirateten Geschiedenen entgegenkommen. …Die Strukturen (der Kirche) .. sollten schon auf den ersten Blick den Charakter der Versammlung und des Dienstes haben und nicht einen Charakter der Machtausübung und der Bürokratie.“ 3) Priester: „Die Strukturen …zwingen die Priester dazu, wie Manager der kirchlichen Lebens zu agieren und als ‚Vollstrecker’ der Rituale…. Unsere Priester feiern die Messe viel zu oft – an Sonntagen oft bis zu viermal – …als leblose Zeremonienmeister. … Wir wollen aber solche Formen der Eucharistiefeier suchen, die das gemeinsame Priestertum aller Getauften immer stärker betonen und präsenter macht.“ 4) Pfarren: „Wenn man in solch riesigen ‚Großraumpfarren’ mehrere ‚mobile’ Priester einsetzt, gibt es zwar eine ‚Sakramenten-Not-Versorgung’, aber Beziehungen und pastorale Nähe gibt es nicht….(Wir wünschen Pfarren), wo der Priester im Dienst der Einheit….wirkt und die Gemeinschaft die Verantwortung für das geistige und wirtschaftliche Leben der Pfarre übernimmt. Wir werden gleichzeitig die Entstehung alternativer Pfarrgemeinden unterstützen, die von geeigneten und verantwortungsbewussten Personen – egal ob geweiht oder nicht – geleitet werden“ 5) Geistliche Berufe: „Wir sind überzeugt, Christus beruft auch heute, ähnlich wie am Anfang des Christentums, Männer und Frauen verschiedener Stände und Bildung…. In diesem Zusammenhang unterstützen wir alle Bemühungen unserer katholischen Brüder und Schwestern in der Welt, damit sich die Rechtsvorschriften für das Priestertum in der Kirche in Richtung größerer Pluralität ändern.“ 6) Katechese 7) Finanzen. (JA 25.3.)
  • Der Bischofsrat der Erzdiözese Wien beeinsprucht nicht die Wahl des in einer eingetragenen homosexuellen Partnerschaft lebenden Florian Stangl. Der 26-Jährige war mit den meisten Stimmen (mehr als 80 %) in den PGR gewählt worden. Kardinal Schönborn gab eine Erklärung ab: Unter den Pfarrgemeinderäten gebe es viele, deren Lebensentwürfe nicht in allem den Idealen der Kirche entsprächen. „Im Blick auf ihr jeweiliges Lebenszeugnis in seiner Gesamtheit und auf ihr Bemühen um ein Leben aus den Glauben freut sich die Kirche über ihr Engagement….. Er sei von seiner (i.e. Stangls) Haltung, seiner Bescheidenheit und seiner Dienstbereitschaft sehr beeindruckt“ gewesen, so Kardinal Schönborn nach einem persönlichen Gespräch mit Stangl. Er verstehe jetzt das deutliche Votum der Gemeinde Stützenhofen für Stangl. (Standard vom 30.3.2012)