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ROM SPALTET PDF Drucken E-Mail
01.02.2009, Hans Peter Hurka
Image Die Ernennung von Gerhard M. Wagner zum Hilfsbischof der Diözese Linz zeigt, wie wenig vom kürzlich propagierten römischen „Wunsch nach Einheit“ zu halten ist.

Eine der zentralen Aufgaben von Bischöfen ist es als Brückenbauer zwischen unterschiedlichen Positionen zu wirken. Ein Mann, der in vielen Fragen eine extreme Position einnimmt, der die Flutkatastrophen im Stillen Ozean und in New Orleans als Strafe Gottes bezeichnet und Harry Potter als Gefahr sieht, kann nicht zur Einheit der Gläubigen in der Diözese Linz beitragen. Er wird nicht Brücken bauen können – die Gefahr besteht, dass er bestehende eher abreißen wird. Wagner wird ein Lobbyist für die krasse Minderheit der Traditionalisten sein, nicht mehr.

Die Einstellungen Wagners sind landesweit bekannt. Seine Ernennung zum Hilfsbischof ist daher extrem unsensibel und bestätigt nach der Causa Richard Williams neuerlich entweder „schlampige Arbeit im Vatikan“ oder die extrem rückwärtsgewandte Politik des gegenwärtigen Pontifikats. Das alles ist für die Kirche als Gemeinschaft und für ihren Verkündigungsauftrag schädlich.

Diese Entscheidung macht viele Gläubigen zum Gespött, missachtet ihren intensiven Einsatz für eine menschenfreundliche Kirche und dekretiert sie zu scheinbar rechtlosen, unmündigen Befehlsempfängern kirchlicher Obrigkeit. Dies können und werden sie sich aber nicht gefallen lassen. Für viele Gläubige ist diese Ernennung der buchstäbliche letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen wird. „Wir sind Kirche“ versteht jene, die nun aus Gewissensgründen diese Kirche verlassen wollen. Sie ladet sie trotzdem ein, „nicht auszutreten sondern aufzutreten“ und gemeinsam konkreten Widerstand zu leisten.

Das Band der Einheit zwischen der Kirchenleitung und den Gläubigen ist mit dieser Vorgangsweise jedenfalls wieder ein Stück weiter eingerissen. Als Führer, Helfer, Berater im Glauben haben die meistens Bischöfe ohnehin lang ausgedient. Wie lange die Gläubigen sie als Leiter des Verwaltungsapparates noch zulassen werden, bleibt abzuwarten. Immerhin bezahlen sie für diese Leitung, und es ist ein demokratisches Prinzip, dass die jeweils Betroffenen in die Entscheidungen einbezogen werden. Hier bietet das umstrittene deutsch/österreichische Modell des Kirchenbeitrags noch unausgelotete Chancen der Steuerung.

„Wir sind Kirche“ ruft die Gläubigen auf, die Kirchenleitung rechts liegen zu lassen, klar Position zu beziehen und weiter eigenverantwortlich ihren Glauben zu leben und für die Menschen die gute Nachricht Jesu vernünftig, weltoffen und praxisrelevant anzubieten.

Für diese Spaltungstendenzen trägt ausschließlich die Kirchenleitung die Verantwortung!


Für den Vorstand der Plattform „Wir sind Kirche“: Dr. Martha Heizer und Hans Peter Hurka

 

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Hirtenbrief im Anschluss an die Soder-Bischofskonferenz am 16. Feber 2009

 


Pressemitteilung der Kath. Kirche in OÖ:

Dechanten der Diözese Linz zur Ernennung von Dr. Gerhard Wagner zum Weihbischof

Aufgrund von verschiedenen Anfragen durch die Veröffentlichung im ORF Radio OÖ dokumentieren wir den Text, der beim informellen Treffen der Dechanten in Puchberg am 10. 2. 2009 zur Abstimmung gelangte und den Medien zur Verfügung steht.


"Als Dechanten in unserer Diözese Linz nehmen wir wahr, dass viele Christinnen und Christen der Ernennung von Dr. Gerhard Wagner zum Weihbischof zustimmen, dass aber auch sehr viele empört, enttäuscht und verletzt sind. Im intensiven Gespräch der Dechanten stellte sich klar die fehlende Akzeptanz für das Bischofsamt von Dr. Gerhard Wagner heraus. Daher können wir aus Sorge um die Glaubwürdigkeit der Kirche und der Einheit unserer Diözese die Zustimmung zur Weihe von Dr. Gerhard Wagner nicht geben."

Diese Stellungnahme wurde mit einer Mehrheit von 31 dafür und 4 Stimmen dagegen angenommen. Keine Enthaltungen.


In der Diözese Linz gibt es 39 Dekanate.


Modell zur Einbindung der Ortskirche bei der Bestellung eines neuen Bischofs


Stellungnahme der röm.-kath. Fakultät an der Universität Wien vom 6. Februar 2009


Medienberichte:

  • 19. Feber 2009: Vatikan hat Wagners Bitte um Rücknahme seiner Ernennung entsprochen.
  • 17. Feber 2009: "Wir sind Kirche" für Beitragsboykott
  • 17. Feber 2009: Hurka: "Die Kirche hat große Demokratieprobleme" 
  • 17. Feber 2009: Zulehner in den Oberösterreichischen Nachrichten: "Ein Waffenstillstand wäre jetzt nötig"
  • 16. Feber 2009: Reaktionen zu Wagners Rücktitt in den Oberösterreichsichen Nachrichten
  • 16. Feber 2009: Umstrittener Bischof gibt auf
  • 16. Feber 2009: Stellungnahmen zu Rücktritt Wagners im ORF
  • 16. Feber 2009: Kölner Stadt-Anzeiger: Kirchenprotest als gesunder Vorgang
  • 15. Feber 2009: Oberösterreichische Nachrichten: Wagner zur Mäßigung vergattert
  • 14. Feber 2009: Edmond Farhat: "Die Kirche muss NEIN sagen können" 
  • 13. Feber 2009: Schönborn beruft Bischofskonferenz ein 
  • 13. Feber 2009: Bischöfe und Rom bremsen Wagner
  •   9. Feber 2009: Zulehner "Es kann Sünde sein, keine Kritik zu üben".
  •   9. Feber 2009: Kurier: Aufstand der Gläubigen: "Uns reicht es!"
  •   6. Feber 2009: Wagner: "Homosexualität ist heilbar". 
  •   6. Feber 2009: Kardinal Schönborn begrüßt Dr. Wagner
  •   6. Feber 2009: Religion ORF
  •   6. Feber 2009: Peter Hager im ORF Steiermark
  •   4. Feber 2009: Stellungnahme des Linzer Domkapitels
  •   4. Feber 2009: Oberösterreichische Nachrichten: Hurka im Interview
  •   4. Feber 2009: Die Presse: "Wir sind Kirche" ruft zu einer Demo auf"
  •   4. Feber 2009: Kurier: Papst im Gegenwind
  •   3. Feber 2009: Kapellari: Wir Bischöfe waren mehrmals einbezogen
  •   3. Feber 2009: Oberösterreichische Nachrichten: "Wir sind Kirche" befürchtet Kirchenaustritte
  •   3. Feber 2009: Standard; Kirchenvolk probt Aufstand
  •   3. Feber 2009: Wiener Zeitung: Neuer Weihbischof erregt Gemüter
  •   2. Feber 2009: Kurier; Andreas Schwarz zur Ernennung Wagners
  •   1. Feber 2009: "Wir sind Kirche" zur Ernennung Wagners zum Weihbischof in Linz

Im Standard Interview am 23. Dezember 2008 sagt Kardinal Schönborn: "Nicht mit patriachalischem Modell"


Wir haben zu unseren Stellungnahmen zur Ernennung von Dr. Wagner zum Weihbischof in der Diözese Linz viel zustimmende auch einzelne kritische Rückmeldungen erhalten. Darunter nachstehendes Gebet:

 Gebet

Stark wird das Leben im Gebet,
wenn wir es aufrichtig sprechen.
Der Glaube, der im Innersten entsteht,
vermag kein anderer zu brechen.

Mächtig sind die Jahre im Gebet,
wenn wir es leben rein und wahr.
Der Glaube, der im Innersten entsteht,
bleibt beständig, fest und klar.

Geduldig wird das Sterben im Gebet,
wenn wir versuchen zu verstehen.
Der Glaube, der im Innersten entsteht,
lässt uns den Sinn auch darin sehen.

(Franz Preitler)