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Plattform »Wir sind Kirche«  Austria
Verein zur Förderung von Reformen in der römisch-katholischen Kirche
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| 06.03.2010, Dr. Paul Weitzer |
- Die Historikerin Prof. Dr. Lucetta Scaraffia schreibt im „L’Osservatore Romano“ über die Missbräuche von Kindern und Jugendlichen, dass Frauen in Leitungspositionen viel weniger Schaden angerichtet und größeren Schaden verhindert hätten.
- Der eben zurück getretene Generalvikar der Diözese Basel, Roland-Bernhard Trauffer würde Frauen zu Kardinälen ernennen. Dazu wäre nach heutigem Kirchenrecht keine Priesterweihe notwendig.
- Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke spricht sich im Blick auf die derzeitigen Missbrauchsskandale für eine „Nachdenken“ über den Pflichtzölibat aus.
- Papst Benedikt XVI. besucht die Lutherische Gemeinde in Rom und bedauert die Kirchentrennung.
- Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer wünscht sich eine Debatte über den Pflichtzölibat.
- Der holländische Kardinal Ad Simonis ist „geschockt und beschämt“ über die Missbrauchsfälle in den Niederlanden.
- Die Bischöfe Bayerns beschließen eine Meldepflicht bei Missbrauch, ausgenommen das Opfer will dies ausdrücklich nicht.
- Für P. Georg Sporschill, der schon jahrelang für Kinder in Rumänien und Moldawien arbeitet, sind die Missbrauchsfälle ein „grenzenloser Skandal“. Es müsse jetzt „Schluss sein… mit Vortäuschung von Machtstrukturen“. Er tritt auch für das Priestertum der Frauen und die Aufhebung des Pflichtzölibats ein.
- Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser spricht sich für ein Überdenken des Pflichtzölibates aus.
- Frau Prof. Dr. Lucetta Scaraffia von der römischen Sazienza-Universität im „L’Osservatore Romano“: Eine größere weibliche Präsenz in den Leitungsorganen hätte möglicherweise „den Vorhang männlicher Verschwiegenheit“ zerrissen. Frauen seien eher bereit, Kinder und Jugendliche vor sexuellem Missbrauch zu verteidigen. Sie kritisiert auch die geringe Repräsendanz von Frauen in „Entscheidungsprozessen“ der Kirche. (JA 21.3.)
- Generalvikar Roland-Bernhard Trauffer weiter: Die Priesterweihe für Frauen müsste ein Konzil prüfen. (JA 21.3.)
- Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke weiter: Die zölibatäre Lebensform könnte „indirekt“ mit den Missbrauchsfällen zusammenhängen, weil sie leider auch auf Menschen anziehend wirkt, die „eine krankhafte Sexualität“ haben. (JA 21.3.)
- Papst Benedikt XVI. bedauert die Kirchentrennung und dass „wir nicht aus dem gleichen Kelch trinken können und am gleichen Altar stehen“. (Der Sonntag 21.3.)
- Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer wünscht sich eine Debatte über den Pflichtzölibat. Er will aber keinen direkten Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen herstellen. (Der Standard 24.3.)
- Der holländische Kardinal Ad Simonis ist „geschockt und beschämt“. Zu Diskussionen gibt folgender auf Deutsch gesprochene Satz des Kardinals Anlass: „Wir haben es nicht gewusst.“ Dieser Satz erinnert viele an die feige Entschuldigung vieler Deutscher bezüglich der KZ-Lager. (Furche 25.3.)
- Die Bischöfe Bayerns beschließen eine Meldepflicht bei Missbrauch, ausgenommen das Opfer will dies ausdrücklich nicht. (JA 28.3.)
- P. Georg Sporschill weiter in einem Interview mit „Die Presse“: Die Kirche müsse mehr Mut haben. Ohne ihn kommt es zu „Abkapselung und Problem- und Weltferne. Diese stickige Atmosphäre ist ein Biotop, in dem vieles passieren kann… Die Initiative, die Revolution, muss immer von unten kommen… Wenn ich es nicht mehr wagen darf, ein Kind zu umarmen, kann ich die Arbeit aufgeben.“ (JA 28.3.)
- Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser wörtlich in einem Interview in der Sendung „Salzburg heute“: „In der heutigen Lage muss überlegt werden, ob der Zölibat eine angemessene Lebensform ist für den priesterlichen Dienst ist. …. Die Zeiten haben sich geändert, die Gesellschaft hat sich verändert und deswegen muss sich die Kirche überlegen…, was sie verändern muss.“ (JA 28.3.)
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