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Die Heiligsprechung von Oscar Romero ist längst vollzogen. PDF Drucken E-Mail
28.04.2011, Hans Peter Hurka
Oscar Arnulfo Romero
Oscar Arnulfo Romero
„Wir sind Kirche“ unterstützt gemeinsam mit über 350 Persönlichkeiten und über 50 Organisationen aus 16 Ländern den „Ökumenischen Aufruf zum 1. Mai“. „Gedenkt der Heiligsprechung des Märtyrers San Oscar Romero durch die Armen dieser Erde“, ermutigen die Unterstützer die westlichen „Kirchen der Reichen“ zu Umkehr und zu einem christlichen Aufbruch.

Unter den Unterzeichnenden sind zahlreiche Prominente wie die Bischöfe Jacques Gaillot (Frankreich) und Luís Flávio Cappio OFM (Brasilien), die Theologie-ProfessorInnen Leonardo Boff, Sabine Demel, Eugen Drewermann, Hermann Häring, Friedhelm Hengsbach SJ, Hans Küng, Carlos Mesters O.Carm., Dietmar Mieth, Elisabeth Schüssler Fiorenza, Fulbert Steffensky, Paulo Suess sowie die Wiener Professoren Gunter Prüller-Jagenteufel und Hans Schelkshorn.

Einer der Unterzeichner, der Deutsche Politiker Heiner Geißler, übte kurz vor dessen Seligsprechung scharfe Kritik an der Amtsführung von Papst Johannes Paul II.. "Seine Haltung zur Befreiungstheologie hat der Volkskirche Lateinamerikas sehr geschadet. Er hat die Armen regelrecht verraten", sagte der frühere CDU-Generalsekretär der  Wochenzeitung "Christ und Welt".

San Oscar Romero wurde am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes von einem bezahlten Killerkommando ermordet, nachdem er sich wegen der Verfolgungen der Armen öffentlich gegen das Regimes gestellt hatte. Aus Rom erhielt er dafür keine Unterstützung. Nach einem Besuch bei Papst Johannes Paul II. im Frühjahr 1979 sagte er zutiefst enttäuscht: „Ich glaube, ich werde nicht noch einmal nach Rom kommen. Der Papst versteht mich nicht.“ Für Rom besaß die gute Kooperation mit der salvadorianischen Regierung Priorität. Seit seiner Ermordung wird San Oscar Romero in El Salvador und weltweit konfessionsübergreifend als Märtyrer und Heiliger verehrt.

Der „Ökumenische Aufruf“ erfolgt kurz vor der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 2011: Während dieser Prozess in einem außergewöhnlich beschleunigten Verfahren nach nur sechs Jahren nun positiv abgeschlossen wird, wurde die Seligsprechung Oscar Romeros immer wieder mit fadenscheinigen Argumenten blockiert: So sprach der Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Bischof Vincenzo Paglia, wiederholt von einer „Instrumentalisierung" Romeros im Sinne der Befreiungstheologie, die zu der Verzögerung führe.

Dagegen stellen die Unterzeichnenden des „Ökumenischen Aufrufs“ die Heiligsprechung San Oscar Romeros „von unten“ fest – vollzogen „durch die Armen Lateinamerikas und durch Freundinnen und Freunde Jesu auf dem ganzen Erdkreis“. Dieses ökumenische Verständnis von Heiligkeit orientiert sich unmittelbar an den Seligpreisungen der Bergpredigt Jesu („Selig sind …“) und der Aufruf fordert daher keine amtliche „Kanonisierung“ durch eine zentrale Kirchenbehörde von oben.

Der Aufruf schließt mit den Worten:

„Die von unten erfolgte Heiligsprechung von San Oscar Romero ist keine Anmaßung. Wir wissen, dass nur Gott in das Herz eines Menschen schauen kann und es uns nur bruchstückhaft möglich ist, mit Gottes Augen neu sehen zu lernen. Doch diese 'Beatifikation' ohne ein teures Verfahren von Kirchenbehörden verbreitet eine frohe Kunde unter dem Wehen des Gottesgeistes: 'Das Beispiel unseres Bruders San Oscar Romero zeigt uns, wie schön und mutig wir Menschen werden können, wenn wir beginnen, der Botschaft Jesu zuzuhören.'“



Im Namen des Vorstandes der Plattform „Wir sind Kirche“: Hans Peter Hurka
 

 



Der Wortlaut des Ökumenischen Aufrufs, die Namen aller beteiligten Initiativen sowie weitere Informationen unter www.ci-romero.de

 

 



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