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Startseite • Zeitung • Ausgabe Nr. 67 / Oktober 2010 • Mittelalterlicher spanischer Episkopat
Mittelalterlicher spanischer Episkopat PDF Drucken E-Mail
22.10.2010, Hugo Castelli

Appell von Hugo Castelli, Madrid

Ich möchte euch alle aufmerksam machen auf den Fall von Maria Victoria, die 60 Jahre lang Nonne bei den Redemptoristinnen war und mit 79  ihren Habit an den Nagel gehängt und dann fünf Jahre lang mit Aids-Opfern gearbeitet hat. Was bewog sie, ihren Orden zu verlassen? Das war ihre Empörung darüber, wie die spanische Hierarchie Theologen und Theologinnen verfolgt, die für das II. Vatikanum eintreten, und die Art, wie extrem rechte Bischöfe in Spanien die Uhr zurückstellen und eine theokratische Gesellschaft herstellen wollen.

Mit der Hilfe von Gleichgesinnten hat Maria Victoria ein Dokument erstellt (über 400 Seiten) mit Beweisen über die Verleumdungen und Zwangsmaßnahmen von Seiten mancher Bischöfe. So bewaffnet verlangte sie eine Audienz beim spanischen Nuntius, um bei ihm Kardinal Rouco und zwei andere Bischöfe anzuklagen, weil sie z.B. die spanischen Theologen Pagola und Masià (und andere) verfolgen – und damit gegen das kanonische Recht handeln.

Ich habe ihre Klage unterschrieben (sie ist übrigens ein „Sweetie“ mit viel Humor) und ich bitte euch alle, ihren Fall bekannt zu machen, wo immer ihr könnt. Er zeigt nämlich sehr genau, dass es einen fairen Dialog innerhalb der spanischen Kirche überhaupt nicht gibt – und dass das in direktem Widerspruch steht zum Lissabonner Abkommen.

Es gibt einen Bericht in EL PAIS über die ganze Geschichte. Er beginnt mit der Visite Kardinal Roucos in ihrem Orden und Maria Victorias deutlicher Opposition gegen seine Bestrebungen, in Spanien die Tridentinische Messe wieder einzuführen.

Soviel für heute. Bitte protestiert auch!

Liebe Grüße
Hugo Castelli