| 20.05.2012, Dr. Paul Weitzer |
- Neue kirchliche „Richtlinien“ für das Begräbnis ermöglichen eine „Begleitung“ der Trauergemeinde durch einen Priester oder kirchlich Beauftragte/n auch dann, wenn der/die Verstorbene aus der Kirche ausgetreten ist.
- Liberale österreichische Muslime sind gegen das Verbot, in Saudi Arabien christliche Kirchen zu bauen. Sie wollen sogar selbst einen Kirchenbau organisieren.
- Der Leiter des staatlichen türkischen Religionsamtes kritisiert den saudischen Großmufti wegen dessen Forderung nach Abriss aller christlichen Kirchen auf der Arabischen Halbinsel.
- In Österreich ist ein neues ökumenisches Netzwerk von Frauen im Entstehen.
- Der Papstberater Rocco Buttiglione verteidigt Kardinal Schönborn, weil er im Fall von Florian Stangl, des homosexuellen Gemeinderates von Stützenhofen, Milde walten ließ.
- Anlässlich des „Tages der Diakonin“ fordert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands erneut die Zulassung der Frauen zum Diakonat.
- Nach einer Umfrage gibt es in Irland eine große Mehrheit für die Priesterehe (87%) und für die Weihe von Frauen (72%) u.a.m.
- Nach einer radikalen Predigt des Pfarrers über zahlreiche Sünden, die einen Kommunionempfang seiner Meinung nach ausschließen, boykottierten alle Gläubigen einer Pfarre in Innsbruck-Amras den Kommunionempfang.
- Die österreichische Pfarrer-Initiative erhielt in Luzern den Herbert-Haag-Preis.
- Die neuen kirchlichen „Richtlinien für das Begräbnis von Verstorbenen, die aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten sind“ unterscheiden drei Formen der seelsorglichen Begleitung: Das „ortsübliche Begräbnis“ (auch dann, wenn der/die Ausgetretene einen „Wunsch nach Wiederaufnahme in die Kirche“ ausdrücklich geäußert hat), eine „Feier der Verabschiedung“ (mit Teilnahme des Priesters, wenn der/die Verstorbene dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen hat) und eine „Begleitung“ (auf Wunsche der Trauergemeinde, aber ohne liturgische Gewänder). Die Entscheidung darüber wird dem zuständigen Pfarrer überlassen. (KI 4/2012)
- Die „Initiative Liberaler Muslime Österreichs“ (ILMÖ) wollen damit ein Zeichen setzen, „dass Religionsfreiheit auch für Saudi Arabien gelten muss.“ Es sei nicht einzusehen, dass Saudi Arabien den Bau von mehreren hundert Moscheen und Gebetshäusern in ganz Europa finanziert, den Bau von Kirchen in Saudi Arabien jedoch verbietet. Die ILMÖ verurteilt auch scharf den Aufruf des saudi-arabischen Großmuftis Sheikh Abdul Aziz al-Sheikh zur Zerstörung aller Kirchen in den Golfstaaten. (JA vom 8. 4. 2012; KI 6/2012)
- Der Leiter Religionsamtes Mehmet Görmez argumentiert, dieser Aufruf zur Zerstörung aller christlichen Kirchen auf der Arabischen Halbinsel stehe im Widerspruch zur islamischen Lehre und zur Tradition der Toleranz (Der Sonntag vom 15.4.; KI 6/2012)
- Dieses neue ökumenische Netzwerk von Frauen will mehr Gestaltungsmöglichkeiten von Frauen in den Kirchen ermöglichen. Es versteht sich vor allem als Sprachrohr für Frauen unter 30 Jahren, die zum nächsten Treffen des Netzwerks im Herbst 2012 besonders eingeladen werden. Folgende Frauen arbeiten mit: Hannelore Reiner (lutherische Oberkirchenrätin), Sr. Kunigunde Fürst (Vorsitzende der Vereinigung der Frauenorden Österreichs), Gabriele Kienesberger (Sozialexpertin), Aileen Hackl (anglikanische Pastorin), Evelyn Martin (Wiener Geschäftsstelle der evangelischen Kirchen in Europa, GEKE) und Barbara Heyse-Schäfer (Pfarrerin und evangelische Entwicklungsexpertin). (JA 15. 4.)
- Rocco Buttiglione verteidigt Kardinal Schönborn: „Er habe ihn (i.e. Florian Stangl) einfach als Mitglied der kirchlichen Gemeinschaft anerkannt, der in dieser einen bestimmten Dienst ausüben kann.“ Kardinal Schönborn habe damit als „guter Hirte“ gehandelt. Die Kirche sei keine Gemeinschaft von Vollkommenen und Homosexuelle hätten ihren Platz in der Kirche – „als Sünder“. Denn „in der Tat, wer, der zur christlichen Gemeinschaft gehört, kann behaupten, kein Sünder zu sein?“ Die Kirche müsse auch barmherzig sein, „weil am Ende nur Gott Richter ist, und von ihm wissen wir mit Sicherheit, dass er es liebt zu verzeihen statt zu verurteilen.“ (JA 22. 4.)
- Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) bedauert in Düsseldorf, dass das Weiheamt den Frauen nicht zugestanden wird, obwohl Frauen in den Gemeinden längst entsprechende Aufgaben leisteten. So arbeiten überwiegend Frauen in der Vorbereitung zur Erstkommunion und Firmung, als Leiterinnen von Wortgottesdiensten oder als Begleiterinnen alter und kranker Menschen. Die KFD ruft alle katholische Frauen zum Engagement in dieser Frage auf. Die KFD hat in Deutschand rund 600.000 Mitglieder. (KIPA/KNA/JOB vom 26. 4. 2012)
- Nach dieser Umfrage, die von der „Association of Irish Priests“ (ACP) in Auftrag gegen wurde, gibt es in Irland auch eine große Mehrheit für den Kommunionempfang von wieder verheirateten Geschiedenen (90%), eine Ablehnung der Sexualauffassungen der Kirche (75%). (JA 26. 4.; KI 5/2012)
- Anlass in der Amraser Pfarre war die Erstkommunion-Feier der Pfarre. Pfarrer Patrick Bußkamp erklärte vor der Kommunionausteilung, Geschiedene, Wiederverheiratete und Gläubige, die nicht jeden Sonntag die Messe besuchen, seien nicht würdig genug die Kommunion zu empfangen. Darauf hin kam niemand zur Kommunion nach vor – außer die Erstkommunionkinder. Abt Raimund Schreier, der Vorgesetzte des Pfarrers Bußkamp, kritisierte diesen „Vorfall von fehlender Sensibilität“. Die Vorgangsweise sei „wenig sensibel …. Es sei unklug, bei so einer Feier das zu tun. Das habe ich auch meinem Mitbruder gesagt.“ (APA vom 27. 4.)
- Der Herbert-Haag-Preis ist mit € 10.000.- dotiert. Der Obmann der PI und Pfarrer von Probstdorf (NÖ) Helmut Schüller nahm ihn am 22. April stellvertretend entgegen. Prof. Hans Küng hielt die Laudatio und bat: „Halten Sie durch, in Unerschrockenheit, mit Augenmaß und in Alltagstapferkeit!“ (JA 6.5.)
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