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Jahreskonferenz „Kirche im Aufbruch“ |
| 01.01.2010, Matthias Jakubec |
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Spät aber doch: Presseaussendung des Europäischen Netzwerks „Kirche im Aufbruch“ vom Mai 2009. Übersetzung und Ergänzungen: Matthias Jakubec, der für „Wir sind Kirche“-Österreich an der Tagung teilgenommen hat.
Circa 30 Delegierte der Mitgliedsorganisationen des Netzwerks aus zehn verschiedenen Ländern versammelten sich von 7.-10. Mai 2009 in London, um das Thema „Spiritualität und Gender“ zu erörtern. Das überaus anregende Hauptreferat hielt Prof.in Anna Primavesi über ihr Forschungsgebiet Ökofeminismus. Weitere Workshops beschäftigten sich mit spirituellem Ausdruck in Musik und Tanz. Auf der formalen Tagesordnung standen vor allem Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Im folgenden kurz die wesentlichen Beschlüsse der Konferenz: - Angesichts der globalen Wirtschafts-, Finanz-, Sozial- und Umweltkrise, die mit der generellen Krise des patriarchalen Systems zusammenfällt, die sich auch in der Krise der Kirchen widerspiegelt, müssen wir ein neues Wirtschaftssystem errichten, welches den Menschen dient, den Kindern, Frauen und Männern, eine durchschaubare Finanzordnung, die den Primat des Wettbewerbsprinzips in Frage stellt. Am Vorabend der Wahlen zum europäischen Parlament richtet das Europäische Netzwerk an die Europäische Union den Aufruf, eine regulierte Weltfinanzordnung und ein auf sozialen Interessen gegründetes Europa anzustreben. Die Mitgliedsorganisationen des Netzwerks bringen diese Anliegen vor die politischen Autoritäten der EU und der einzelnen Länder. Das Netzwerk wird auch weiterhin die öffentliche Meinung für eine europäische Immigrationspolitik mobilisieren, welche die Rechte der Immigranten respektiert.
- Im Rahmen seiner Aktivitäten als Gesinnungsorganisation innerhalb der Institutionen der EU und basierend auf seinem Teilnehmerstatus beim Europarat bekennt sich das Europäische Netzwerk „Kirche im Aufbruch“ zu einem „offenen, transparenten und regelmäßigen“ Dialog, basierend auf den demokratischen Grundsätzen des Lissabon-Vertrags, mit dem Ziel, dass die Stimme der katholischen Basis gehört wird, da COMECE (die Kommission der Bischofskonferenzen in der EU) nicht in der Lage ist, die Vielfalt katholischer Meinungen darzustellen. Es wird seine Tätigkeit in der All-Parteien-Gruppe „Trennung von Religion und Politik“ des Europäischen Parlaments fortführen.
- Das Projekt eines Kirchenvolks-Konzils anlässlich 50 Jahre Vaticanum II werden wir in Abstimmung mit den Projekten auf anderen Kontinenten (Kanada, USA, Südamerika, Australien etc.) weiter verfolgen.
- Die Mitgliedsorganisationen des Netzwerks werden eingeladen, der Vereinigung „Publish What You Pay“ (PWYP, „Veröffentlicht die Zahlungen“) beizutreten und deren Aktivisten in Afrika und anderswo zu unterstützen. PWYP will Konzerne dazu bringen, alle Zahlungen an Regierungsmitglieder ressourcenreicher Länder ausnahmslos zu veröffentlichen, um so Korruption und Unterschlagungen einzudämmen und den Nutzen von Bodenschätzen für die Bevölkerung zu sichern.
- Das Netzwerk sendet einen Brief an die Bischöfe Mittelamerikas mit der Forderung, dem Ringen für Geschlechtergerechtigkeit gegen Gewalt an Frauen und Mädchen oberste Priorität in ihrer pastoralen Arbeit einzuräumen.
- Personalia: Francois Becker scheidet aus dem Sekretariat und als Redakteur von „EuroNews“, dem Newsletter des Netzwerks, aus, steht aber weiterhin als Kontaktperson zum Europarat zur Verfügung und wird sich in Zukunft verstärkt um die WEB-Seite kümmern. Hugo Castelli übernimmt die Redaktion des Informationsblattes. Neu im Sekretariat engagiert sich Elfriede Harth und weiterhin Simon Bryden-Brook, Hugo Castelli und Hubert Tournes.
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