Eucharistiefeier ohne Priester

Eine Frau aus Tirol berichtet:

Wir teilen Brot und Wein und das Evangelium – und ein Stück weit unser Leben – ohne dass ein Amtspriester dabei wäre.

Geschichte:

In unserer Heimatpfarre gab es seit zehn Jahren einen Familienliturgiekreis (ca. 70 Mitglieder). Ein neuer Pfarrer stand nicht mehr dahinter und forderte den Kreis auf, die Aktivitäten einzustellen. Dabei erfuhr er sofort Unterstützung von einem Teil der Gemeinde.

Wir haben nicht die Aktivitäten eingestellt, sondern den Ort gewechselt. Jetzt wollen wir niemanden als uns selbst mehr um Erlaubnis fragen.

 

Menschen, die miteinander leben und feiern, voneinander wissen und zueinander stehen und sich regelmäßig zum Gottesdienst treffen. Es ist aufregend, unser gemeinsames Wachsen zu beobachten, zu sehen, wie unsere Selbstverantwortung auch im Liturgischen unsere Kompetenzen erweitert und die Intensität unseres Betens und Feierns verstärkt. Wir teilen das Evangelium und Brot und Wein und beten darum, dass Jesus UNS durch dieses miteinander Essen und Trinken wandle. Dabei bewegen uns viele Fragen: Was ist der „richtige“ Raum für die Kinder? Wie verankern wir sie in unserer kirchlichen Tradition? Gibt es eine Form, in der wir uns gegenseitig Gottes Heil zusprechen können? Wie können wir unsere Verbindung mit der Orts- und Weltkirche, die sehr wohl existiert, auch nach außen dokumentieren? usw.

 

Begründung:

  • vorauseilender Gehorsam, denn wir üben eine Situation ein, die bald allgemein üblich sein wird: Priestermangel
  • Dürftigkeit der eucharistischen Feiern durch Priester
  • allgemeines Priestertum durch die Taufe
  • Leitung der Gemeinde entwickelt sich aus ihr selbst, baut auf das Vertrauen der Gemeinde und das Zutrauen und das Verständnis des Bischofs
  • Immerhin hat unsere Kirche so begonnen, die paulinischen Gemeinden beweisen es – ohne das Priestertum, wie es heute verstanden und gelebt wird.

Unser gemeinsamer Weg ist unsere gemeinsame Verantwortung. Die lässt sich nicht an einen dafür von der Hierarchie bestimmten Priester delegieren.

 

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