Angesichts des Priestermangels und der dadurch schwierigeren pastoralen Versorgung der Pfarrgemeinden will die Diözese Linz die Laien in ihrer Verantwortung für die Pfarren stärken:

In vier Broschüren, die am 24. März in Linz im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert wurden, werden verschiedene praxiserprobte Leitungsmodelle von Pfarren und Dekanatsprozesse dargestellt, in denen auf die "geänderten Herausforderungen der heutigen Zeit" eingegangen wird, wie Generalvikar Severin Lederhilger bei der Präsentation laut einer Aussendung der Diözese Linz betonte. Die Pfarren bräuchten heute vor allem Klarheit, Mut, Offenheit und die Bereitschaft zum Teilen, verwies Lederhilger auf die gleichlautenden Titel der Broschüren. Man wolle einen Perspektivenwechsel, damit bei der Seelsorge "nicht mehr nur vom Priester her, sondern auch von den Ehrenamtlichen" her gedacht werde, so der Generalvikar: "Die Menschen müssen entdecken, dass sie selbst Kirche sind." Die Diözese sehe es als ihre Aufgabe, dafür Strukturen zu schaffen, und setze dabei "auf eine Vielfalt von Modellen, Strukturen und Ermutigungen". (Kathweb/KAP v. 25. 3.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Erstmals wurde der Kurt-Schubert-Gedächtnispreis an einen Muslim vergeben: Der Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Zekirija Sejdini wird für interreligiöse Verständigung ausgezeichnet. Laudatorin Martina Kraml, Professorin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Innsbruck, beschrieb den diesjährigen Preisträger als „Pionier, Wegbereiter und Brückenbauer […und als] ein Modell für das Gelingen interreligiöser Verständigung und Zusammenarbeit“. Der Preisträger Sejdini sagte, dass die zunehmende Polarisierung, der Antisemitismus, die Islamfeindlichkeit und die Christenverfolgungen die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs zeigen. Es gelte, gemeinsame Werte zu kultivieren, sich zur Vielfalt zu bekennen und „den je eigenen Beitrag für eine plurale Gesellschaft zu leisten“. Konkret gelte es, Verschiedenheiten zu artikulieren und zu akzeptieren und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Er erhielt die Auszeichnung für seine „Verdienste um eine zeitgemäße Erforschung und Vermittlung islamischer Glaubenslehren“, so das „Forum für Weltreligionen", das den Preis 2010 ins Leben gerufen (kap u. Die Furche v. 1. 3.)

     

  • Die befreiende Botschaft Jesu kann viele Frauen nicht erreichen, weil sie in der römisch-katholischen Kirche eine Barriere frauenfeindlicher Ablehnung wahrnehmen. Das bedauert die junge deutsche Theologin Alina Oehler am 8. März in Rom. In der Kirche gebe es „vom Glauben her für die moderne Frau sehr wohl einen Platz“, sagte sie, die in Tübingen und Rom katholische Theologie, Politikwissenschaft und Philosophie studierte, im Gespräch mit „Vatican News“. „Es ist schmerzhaft, aber es ist Realität: in der Kirche herrscht an vielen Stellen […] eine Frauenfeindlichkeit, eine Abwertung von Weiblichkeit.“ Dabei widerspreche Frauenfeindlichkeit „der Tradition und dem Glauben, weil in der Kirche andererseits Frauen so hochgehalten werden“, wie z. B. Maria und die Kirchenlehrerinnen Katharina von Siena, Teresa von Avila und Hildegard von Bingen. Daher sei es ihr ein Anliegen, Männer in der Kirche aufzurütteln, dass sie Frauen ernst nehmen. (vn v. 8. 3.)

     

  • Papst Franziskus hat am 12. März die baptistische Pastorin Bernice King (54 Jahre) in Audienz empfangen. Sie ist Tochter des vor 50 Jahren ermordeten US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. (JA v. 25. 3.)

     

Artikelempfehlungen

„In der Kirche gibt es welche, die anstatt zu dienen und an andere zu denken, sich an der Kirche bereichern: die...