Das niederösterreichische Stift Melk ist am 1. Februar Schauplatz der „Peace-Vesper 2016“, einer interreligiösen Begegnung im Zeichen des Friedens.

Festredner ist der Islamwissenschaftler und Soziologe Mouhanad Khorchide von der Universität Münster. Die „Peace-Vesper 2016“ findet anlässlich der „Woche der Vereinten Nationen zur Harmonie der Religionsgemeinschaften“ statt, die seit 2010 weltweit Anfang Februar begangen wird und auf einen Vorschlag des jordanischen Königs Abduallah II. im Jahr 2010 zurückgeht. Einladende sind der Abt des Stiftes Melk, Georg Wilfinger, und das Außenministerium. Als Gäste werden Vertreter der in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaften, der Diplomatie und der im Dialog engagierten Zivilgesellschaft erwartet. Ziel ist laut der Einladung, „das gelebte Miteinander in Österreich zu vertiefen und ein Signal einer Friedenskultur auch für die Welt zu senden“. (religion.ORF.at/KAP vom 28. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Communio" einen Beitrag zum christlich-jüdischen Dialog veröffentlicht. Ziel des Benedikt-Textes sei zunächst nur eine private Reflexion auf die nachkonziliare Absage an die sogenannte „Substitutionstheorie" – die Vorstellung, die Kirche sei an die Stelle Israels getreten – und über den „nie gekündigten Bund" „Beide Thesen […] sind im Grunde richtig, sind aber doch in vielem ungenau und müssen kritisch weiter bedacht werden". Denn es habe eine „Substitutionstheorie" „als solche nicht gegeben" und es komme dem Judentum aus christlicher Sicht stets ein besonderer Status zu, insofern das Judentum „nicht eine Religion unter anderen" sei, sondern „in einer besonderen Situation steht und daher auch als solches von der Kirche anerkannt werden muss". Es gibt aber auch bleibende Differenzen wie z. B. die Messias-Frage: Für das Judentum bleibe ein gewisser messianischer Verheißungsüberschuss, denn Jesus habe ja kein messianisches Friedensreich gegründet, sondern seine Messianität verstanden als „eine Zeit der Freiheit". Auch die Frage des „nie gekündigten Bundes" zwischen Gott und den Juden verlange nach Differenzierungen, etwa in dem Sinne, dass es nicht nur den einen Bund zwischen Gott und seinem Volk gab, sondern viele unterschiedliche Bünde. „Die Formel vom ‚nie gekündigten Bund‘ mag in einer ersten Phase des neuen Dialogs zwischen Juden und Christen eine Hilfe gewesen sein, taugt aber nicht auf Dauer, um die Größe der Wirklichkeit einigermaßen angemessen auszudrücken", so Benedikt XVI. (kap u. vn v. 6. 7.)

     

  • Weitere deutsche Bischöfe haben angekündigt, die Kommunion für evangelische Ehepartner im Einzelfall zuzulassen: der „Ökumene-Bischof“ Gerhard Feige, der Hamburger Erzbischof Stefan Heße und der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz Franz-Josef Bode. Der Magdeburger Bischof Feige erklärte, er bereite derzeit ein Schreiben vor, in dem er den Priestern seines Bistums die Beachtung der Orientierungshilfe der deutschen Bischofskonferenz nahelegt. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode will die Kommunion ebenfalls in Einzelfällen öffnen. Auch der Hamburger Bischof empfiehlt den Seelsorgern in seiner Diözese in einem Schreiben die Orientierungshilfe. Er persönlich sehe in dem dort angedeuteten Weg eine Möglichkeit, wie es zu einem verantworteten Sakramentenempfang im Einzelfall kommen könne, schreibt Heße. Auch aus Paderborn war bekannt geworden, dass Erzbischof Hans-Josef Becker in Einzelfällen die Teilnahme protestantischer Ehepartner an der Kommunion ermöglichen wolle. Die deutschen Bischöfe hatten in einer im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit verabschiedeten „Orientierungshilfe“ betont, evangelische Ehepartner könnten im Einzelfall und unter bestimmten Voraussetzungen die Kommunion empfangen. Jeder Bischof soll selbst über den konkreten Umgang mit dem Thema in seiner Diözese entscheiden. (kap u. vn v. 3. 7.)

     

  • Die Internationale Anglikanisch-Katholische Kommission (ARCIC) hat eine Erklärung über die Kirche als lokale und universale Gemeinschaft veröffentlicht. In dem 68-seitigen Dokument geht es um die gemeinsamen theologischen Prinzipien beider Kirchen, um die unterschiedlichen Strukturen der Entscheidungsfindung sowie um die Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Der Text „Walking Together on the Way: Learning to be Church - Local, Regional, Universal" wurde bereits bei einer Tagung im Mai 2017 in Erfurt verabschiedet, aber erst am 2. Juli veröffentlicht. Die Erklärung soll als Grundlage für weitere Diskussionen gelten. Der australische Theologe Ormond Rush legte das Papier im Namen des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen vor und betonte, es gebe viele Parallelen zwischen den Möglichkeiten des Lernens für die römisch-katholische Kirche, die in dem Dokument vorgeschlagen sind, und der Vision, die Papst Franziskus für die Erneuerung der Kirche gemäß des Zweiten Vatikanischen Konzils habe. Das Dokument legt auch die Notwendigkeit für die römisch-katholische Kirche nahe, die Autorität der Bischofskonferenzen klarer zu umreißen. Die Erklärung sei – methodisch und substanziell – ein bedeutender Schritt nach vorn für die katholisch-anglikanische Ökumene, hieß es von römisch-katholischen Beteiligten. Die anglikanischen Mitglieder lobten das „Bekenntnis zur Einheit". Sie schlugen zudem vor, die römisch-katholische Praxis eines gemeinsamen Heiligenkalenders zu übernehmen sowie einen weltweiten Katechismus und ein einheitliches Kirchenrecht zu entwickeln. ARCIC begann ihre Arbeit nach dem historischen Treffen 1966 zwischen Papst Paul VI. und dem anglikanischen Erzbischof von Canterbury, Michael Ramsey. (vn u. kap v. 5. 7.)

     

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