Dem Ökumenischen Patriarchen der Orthodoxie, Bartholomaios I. von Konstantinopel, ist es gelungen, die Zustimmung der orthodoxen Kirchenoberhäupter zu einem Panorthodoxen Konzil 2016 zu erreichen.

Das lange erwartete Konzil – das 8. Ökumenische Konzil nach orthodoxer Zählung – wird in Istanbul in der Irenenkirche stattfinden. Die Oberhäupter der 14 autokephalen, also im Prinzip unabhängigen orthodoxen Kirchen hätten die Dringlichkeit erkannt, dass es einen „ehrlichen Dialog“ brauche, um innerkirchliche Fragen und die Position der orthodoxe Kirche zu gesellschaftspolitischen Fragen zu klären, so der griechisch-orthodoxe Metropolit von Österreich, Arsenios (Kardamakis) gegenüber „kathpress“. Sowohl in der Vorbereitungsphase als auch auf dem Konzil sollen alle Entscheidungen im Konsens, also einstimmig gefällt werden. Dieses Prinzip hätte sich bewärt, sodass „die Einheit der orthodoxen Kirche in der gegenwärtigen geschichtlichen Situation gewahrt werden konnte“, so der Moskauer Patriarch Kyrill I. Das 7. und letzte Orthodoxe Konzil fand 787 in der kaiserlichen Residenzstadt Nicäa statt als das „Zweite Konzil von Nicäa“. (Kathweb/KAP v. 12. 3.; JA v. 23. 3.)

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Das deutsche Bundesinnenministerium will stärker gegen eine ausländische Einflussnahme auf in der Bundesrepublik lebende Muslime vorgehen, kündigte Staatssekretär Markus Kerber an. In einem Interview des „Tagesspiegels“ am 3. September sagte er, „wir haben viel zu lange dabei zugesehen, wie Kräfte aus dem Ausland den deutschen Muslimen vorschreiben, wie sie ihre Religion zu leben haben. […] Wir wollen für die deutschen Muslime mehr Gesprächsformate schaffen. Auch der Minister wird die deutschen Muslime offensiv ermuntern, die Debatte um einen deutschen Islam zu führen. […] Wir wollen helfen, dass Muslime in Deutschland ihre eigene Religiosität finden. Das wird Ankara womöglich nicht gefallen und zu Konflikten führen. Aber das werden wir aushalten.“ Kerber sagte weiter, er sei „begeistert“, wie groß die Zahl der „sachkundigen muslimischen Gesprächspartner“ in der Zwischenzeit geworden sei. Sie nähmen für sich in Anspruch, „ihre deutsche Heimat“ mitzugestalten. Dabei wolle er sie unterstützen. (kna u. vn v. 3. 9.)

     

  • Für eine offene und vielfältige Kirche hat sich der der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München-Freising, Kardinal Marx, ausgesprochen. „Wir können keine Kirche sein, die uniform ist, sondern wir müssen eine Kirche sein, die die Vielfalt annimmt, liebt und im Glauben gestaltet“, schrieb Marx in einem Gastbeitrag für die Freiburger Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“. Kirche sei niemals Selbstzweck. Der christliche Glaube sei „in der Gemeinschaft ausgerichtet auf die ganze Welt“. Im Blick auf Säkularisierungstendenzen seien Christen heute besonders gefordert, ihren Glauben öffentlich zu leben und damit andere zum Christentum einzuladen, erklärte er. (kna u. vn v. 6. 9.)

     

  • Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II. hat die Schweiz gebeten, bei den Bemühungen um die Freilassung der beiden vor fünf Jahren entführten Aleppiner Metropoliten Mor Gregorius Youhana Ibrahim und Boulos Yazigi eine führende Rolle einzunehmen. Die beiden Metropoliten werden möglicherweise in der Provinz Idlib, dem letzten unter der Kontrolle der islamistischen Milizen stehenden Gebiet Syriens, festgehalten. An dem Treffen nahmen alle im Libanon residierenden christlichen Patriarchen teil: der maronitische Kardinal-Patriarch Mor Bechara Boutros Rai, der griechisch-orthodoxe Patriarch Youhanna X., der syrisch-katholische Patriarch Mor Ignatius Yousef III. Younan, der griechisch-katholische Patriarch Yousef Absí und der armenmisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I. Auch der Apostolische Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri, war anwesend. Bei der Begegnung wurden die guten Beziehungen zwischen dem Libanon und der Schweiz betont. (kap u. vn v. 1. 9.)

     

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