Der Bischof von Aachen fordert die Rücknahme der von Papst Benedikt XVI wieder zugelassenen alten Karfreitagsbitte für die außerordentlichen Eucharistiefeiern im alten lateinischen Ritus.

In der sogenannten "großen Ökumene", die auch das Judentum einbezieht, ist eine neue Debatte darüber entbrannt. Bei einer Diskussion am 21. Juni in Frankfurt forderte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die katholische Kirche auf, die Neuformulierung wieder zurückzunehmen. [Die Karfreitagsfürbitte für die Juden war jahrhundertelang Ausdruck eines römisch-katholischen Antijudaismus. Gebetet wurde unter anderem für die "verblendeten" und "treulosen" Juden.] Der Vorsitzende der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff, äußerte großes Verständnis für dieses Anliegen: Er sagte, er wünsche sich ebenfalls eine Zurücknahme der Neuformulierung. Er könne sie "nicht verstehen und nachvollziehen. Wir haben eine wunderbare Formulierung im ordentlichen Ritus, und ich würde es sehr begrüßen, wenn die neue [alte] Form der Fürbitte im außerordentlichen Ritus zurückgezogen würde." Sie sei eine "Belastung" für die christlich-jüdischen Beziehungen. Er habe "nie verstanden, warum Papst Benedikt diese Fürbitte in den alten Ritus wieder eingefügt hat", sagte Mussinghoff der KNA. "Das war mit Verlaub gesagt und bei allem Respekt keine gute Sache." (Kathweb/KAP v. 22. 6.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Das deutsche Bundesinnenministerium will stärker gegen eine ausländische Einflussnahme auf in der Bundesrepublik lebende Muslime vorgehen, kündigte Staatssekretär Markus Kerber an. In einem Interview des „Tagesspiegels“ am 3. September sagte er, „wir haben viel zu lange dabei zugesehen, wie Kräfte aus dem Ausland den deutschen Muslimen vorschreiben, wie sie ihre Religion zu leben haben. […] Wir wollen für die deutschen Muslime mehr Gesprächsformate schaffen. Auch der Minister wird die deutschen Muslime offensiv ermuntern, die Debatte um einen deutschen Islam zu führen. […] Wir wollen helfen, dass Muslime in Deutschland ihre eigene Religiosität finden. Das wird Ankara womöglich nicht gefallen und zu Konflikten führen. Aber das werden wir aushalten.“ Kerber sagte weiter, er sei „begeistert“, wie groß die Zahl der „sachkundigen muslimischen Gesprächspartner“ in der Zwischenzeit geworden sei. Sie nähmen für sich in Anspruch, „ihre deutsche Heimat“ mitzugestalten. Dabei wolle er sie unterstützen. (kna u. vn v. 3. 9.)

     

  • Für eine offene und vielfältige Kirche hat sich der der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München-Freising, Kardinal Marx, ausgesprochen. „Wir können keine Kirche sein, die uniform ist, sondern wir müssen eine Kirche sein, die die Vielfalt annimmt, liebt und im Glauben gestaltet“, schrieb Marx in einem Gastbeitrag für die Freiburger Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“. Kirche sei niemals Selbstzweck. Der christliche Glaube sei „in der Gemeinschaft ausgerichtet auf die ganze Welt“. Im Blick auf Säkularisierungstendenzen seien Christen heute besonders gefordert, ihren Glauben öffentlich zu leben und damit andere zum Christentum einzuladen, erklärte er. (kna u. vn v. 6. 9.)

     

  • Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II. hat die Schweiz gebeten, bei den Bemühungen um die Freilassung der beiden vor fünf Jahren entführten Aleppiner Metropoliten Mor Gregorius Youhana Ibrahim und Boulos Yazigi eine führende Rolle einzunehmen. Die beiden Metropoliten werden möglicherweise in der Provinz Idlib, dem letzten unter der Kontrolle der islamistischen Milizen stehenden Gebiet Syriens, festgehalten. An dem Treffen nahmen alle im Libanon residierenden christlichen Patriarchen teil: der maronitische Kardinal-Patriarch Mor Bechara Boutros Rai, der griechisch-orthodoxe Patriarch Youhanna X., der syrisch-katholische Patriarch Mor Ignatius Yousef III. Younan, der griechisch-katholische Patriarch Yousef Absí und der armenmisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I. Auch der Apostolische Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri, war anwesend. Bei der Begegnung wurden die guten Beziehungen zwischen dem Libanon und der Schweiz betont. (kap u. vn v. 1. 9.)

     

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