Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, hat sich bereit erklärt, mit Papst Franziskus dessen Vorschlag über einen gemeinsamen Ostertermin zu diskutieren.

„Ich erwarte mir, dass ein gemeinsamer Ostertermin in einem Zeitraum zwischen fünf und zehn Jahren vereinbart wird“, meinte Welby nach Angaben der Tageszeitung „La Repubblica“ vom 17. Jänner. Papst Franziskus hatte im vergangenen Jahr den orthodoxen Christen angeboten, sich auf einen gemeinsamen Termin für das Osterfest zu einigen. „Wenn ein Katholik und ein Orthodoxe sich treffen fragen sie sich: Wann ist Dein Christus auferstanden?“, scherzte der Papst kürzlich. Eine Einigung auf einen gemeinsamen Ostertermin könnte ein Signal für das Zusammenwachsen aller Kirchen werden, meinte der Papst. Auch der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. hatte sich für einen gemeinsamen Ostertermin ausgesprochen. Besonderen Veränderungsdruck gibt es vonseiten Israels und Palästinas. Auch der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK, Weltkirchenrat) ist seit Jahrzehnten um eine Vereinheitlichung bemüht. Die Ostertermine können wegen der unterschiedlichen Kalender bis zu fünf Wochen divergieren. Das letzte gemeinsame Osterfest wurde am 20. April 2014 gefeiert. (religion.orf.at vom 17. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Februar besuchte erstmals ein Papst die arabische Halbinsel. Jetzt plant das Emirat Abu Dhabi, 19 nicht-islamische Religionsstätten zu genehmigen. Derzeit läuft ein Bewilligungsverfahren für 12 Kirchen, einen Hindu- und einen Sikh-Tempel, meldet der vatikanische Pressedienst Fides unter Berufung auf den Leiter der Behörde für Stadtentwicklung, Sultan Al Dhaheri. Die Initiative entspreche der Linie des Staatsgründers Zayyid bin Sultan Al Nahyan (1918-2004) und dessen Wunsch nach interreligiösem Zusammenleben. Das Emirat Abu Dhabi ist das größte der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate und hat rund 2,33 Millionen Einwohner (mit einem Ausländeranteil von rund 80 %). (JA v. 7. 7.)

     

  • Frauen sollten nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx mehr Führungspositionen im Vatikan bekleiden. Die Dikasterien im Vatikan müssten nicht zwingend von einem Kardinal oder Bischof geleitet werden, sagte er. An der Spitze einer Kurienbehörde könnten auch Frauen stehen, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in einer NDR-Talkshow und fügte hinzu: „Wenn ich Papst wäre, würde ich es machen.“ Der deutsche Kardinal gehört dem derzeit sechsköpfigen Beratungsgremium des Papstes an, das im Auftrag von Franziskus eine Kurienreform vorbereitet und jüngst zur permanenten Einrichtung erklärt wurde. (kna u. vn v. 2. 7.)

     

  • Papst Franziskus hat der orthodoxen Kirche ein ganz besonderes Geschenk gemacht: Neun Reliquien des hl. Petrus. Eine orthodoxe Delegation war – wie gewohnt – zum römischen Patronatsfest Peter und Paul (29. Juni) im Vatikan. Nach der Festmesse nahm der Papst den griechisch-orthodoxen Bischof Job Getcha von Telmessos mit in den Apostolischen Palast. Dort griff er zu einem bronzenen Reliquiar, das sein Vorgänger Paul VI. 1971 hier aufgestellt hat. „Einige Knochen, die im Hypogäum der Vatikanbasilika gefunden wurden und für Knochen des hl. Apostels Petrus gehalten werden“, steht in lateinischer Sprache darauf. Der griechisch-orthodoxe Bischof war überrascht, als der Papst ihm dieses Reliquiar überreichte. Patriarch Bartholomäus I. reagierte mit großer Freude, als er davon erfuhr, und bedankte sich öffentlich während des Gottesdienstes zum Apostelfest in der orthodoxen Kirche seines Amtssitzes in Istanbul. „Das ist für uns ein außergewöhnliches und unerwartetes Ereignis […] Das ist ein Riesenschritt hin zur konkreten Einheit“, sagte Bischof Job. Nun befinden sich neun Stück der Knochenreste, die im 20. Jahrhundert bei Ausgrabungen unter der Peterskirche an der Stelle des mutmaßlichen Petrusgrabes gefunden wurden, nicht mehr im Vatikan, sondern in Istanbul. (vn v. 1. 7.)

     

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