Der Erzbischof von Salzburg, Franz Lackner, hofft auf baldige Änderung der kirchlichen Praxis für wiederverheiratete Geschiedene.

Es stünden die Chancen derzeit sehr gut, besonders nach der Aufsehen erregenden Rede von Kardinal Walter Kasper am 20. Februar vor der Kardinal-Vollversammlung in Rom mit dem Papst und 150 Kardinälen, so Erzbischof Franz Lackner in einem Interview in der Wochenzeitung „Die Furche“. Es habe ihn „schon immer gestört, dass man gemeint hat, nichts tun zu können“. Es gelte nun, „auf allen Ebenen die Hausaufgaben“ zu machen. Dies betreffe sowohl die Bischöfe als auch Rom selbst: „Änderungen muss es auf allen Ebenen geben“, eine Verschiebung der Verantwortlichkeit „auf die jeweils nächsthöhere Ebene“ dürfe es nicht mehr geben. Ihn störe, „dass wir immer nach Rom schielen. Wir müssen uns fragen: Was tun wir selber?“ Am „Idealtypus Familie“ dürfe nicht gerüttelt werden, aber man kann ihn auch nicht eins zu eins in die Realität übersetzen. (Die Furche vom 17. 4.; KAP v . 17. 4.; JA v. 27. 4.)

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Erstmals wurde der Kurt-Schubert-Gedächtnispreis an einen Muslim vergeben: Der Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Zekirija Sejdini wird für interreligiöse Verständigung ausgezeichnet. Laudatorin Martina Kraml, Professorin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Innsbruck, beschrieb den diesjährigen Preisträger als „Pionier, Wegbereiter und Brückenbauer […und als] ein Modell für das Gelingen interreligiöser Verständigung und Zusammenarbeit“. Der Preisträger Sejdini sagte, dass die zunehmende Polarisierung, der Antisemitismus, die Islamfeindlichkeit und die Christenverfolgungen die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs zeigen. Es gelte, gemeinsame Werte zu kultivieren, sich zur Vielfalt zu bekennen und „den je eigenen Beitrag für eine plurale Gesellschaft zu leisten“. Konkret gelte es, Verschiedenheiten zu artikulieren und zu akzeptieren und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Er erhielt die Auszeichnung für seine „Verdienste um eine zeitgemäße Erforschung und Vermittlung islamischer Glaubenslehren“, so das „Forum für Weltreligionen", das den Preis 2010 ins Leben gerufen (kap u. Die Furche v. 1. 3.)

     

  • Die befreiende Botschaft Jesu kann viele Frauen nicht erreichen, weil sie in der römisch-katholischen Kirche eine Barriere frauenfeindlicher Ablehnung wahrnehmen. Das bedauert die junge deutsche Theologin Alina Oehler am 8. März in Rom. In der Kirche gebe es „vom Glauben her für die moderne Frau sehr wohl einen Platz“, sagte sie, die in Tübingen und Rom katholische Theologie, Politikwissenschaft und Philosophie studierte, im Gespräch mit „Vatican News“. „Es ist schmerzhaft, aber es ist Realität: in der Kirche herrscht an vielen Stellen […] eine Frauenfeindlichkeit, eine Abwertung von Weiblichkeit.“ Dabei widerspreche Frauenfeindlichkeit „der Tradition und dem Glauben, weil in der Kirche andererseits Frauen so hochgehalten werden“, wie z. B. Maria und die Kirchenlehrerinnen Katharina von Siena, Teresa von Avila und Hildegard von Bingen. Daher sei es ihr ein Anliegen, Männer in der Kirche aufzurütteln, dass sie Frauen ernst nehmen. (vn v. 8. 3.)

     

  • Papst Franziskus hat am 12. März die baptistische Pastorin Bernice King (54 Jahre) in Audienz empfangen. Sie ist Tochter des vor 50 Jahren ermordeten US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. (JA v. 25. 3.)

     

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