Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer betont in einer Rede im Wiener Dialogzentrum KAICIID dessen Verpflichtung, durch seine Tätigkeit ein besseres Verständnis zwischen den Religionen zu schaffen.

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer betont in einer Rede im Wiener Dialogzentrum KAICIID dessen Verpflichtung, durch seine Tätigkeit ein besseres Verständnis zwischen den Religionen zu schaffen und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Entfaltung und Weiterentwicklung der Menschenrechte zu leisten. Schließlich sei das KAICIID „die einzige internationale Organisation, in der führende Persönlichkeiten der fünf großen Weltreligionen gleichberechtigt zusammenarbeiten". Die römisch-katholische Kirche ist durch den Sekretär des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Miguel Angel Ayuso Guixot, vertreten. Das vom Heiligen Stuhl mitgegründete Zentrum für den Dialog zwischen Religionen wird von der saudi-arabischen Regierung finanziert. Im Blick auf Saudi-Arabien kritisierte Fischer die Todesurteile gegen 47 angebliche Terroristen. Diese hätten ihn „als überzeugten Gegner der Todesstrafe sehr geschmerzt". Fischer warnte davor, die Bedeutung der Menschenrechte durch religiöse oder ideologische Gründe zu relativieren. „Meine persönliche Überzeugung ist, dass nur eine Religion, die Frieden zwischen den Menschen predigt, ihrem Auftrag gerecht wird." Überdies regte Fischer an, die Stellung der Frau stärker zum Gegenstand des interreligiösen Dialogs zu machen. (www.de.radiovaticana.va und KAP vom 3. 2.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die römisch-katholischen Bischöfe Indiens sind solidarisch mit den indischen Protestanten: Die Bischofskonferenz Indiens hat Hass gegen alle gesellschaftlichen Gruppen sowie Gewalt gegen Gotteshäuser verurteilt. Jene, die solche Taten verübten, seien „Feinde der Nation", hieß es in einem am 7. Oktober auf Twitter verbreiteten Statement der Bischofskonferenz. Damit reagierten die Bischöfe auf einen Angriff auf die protestantische St. Thomas Kirche in der nordindischen Stadt Varanasi. Am 2. Oktober waren laut indischen Medienberichten 60 Männer in die Kirche eingedrungen, hatten dort randaliert und Gläubige bedroht. Peter Baldev, Bischof der Church of North India (CNI), forderte in einem Brief an Ministerpräsident Narendra Modi sofortige Maßnahmen gegen die Täter. In der CNI sind Anglikaner, Methodisten und Presbyterianer vertreten. (kna u. vn v. 7. 10.)

     

  • Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf fordert eine Abänderung des Kirchen-Strafrechts , weil Missbrauch ein Verbrechen darstelle und es deshalb falsch sei, dies nur als „sexuelles Vergehen“ abzutun. In zu vielen Missbrauchsfällen hätten die zu Tätern gewordenen Priester ihre Taten verbal religiös verbrämt, argumentiert der Bischof im Gespräch mit der Zeitung Mainzer Allgemeine/Wiesbadner Kurier. Die Sanktionen für Missbrauch durch Kleriker seien oft viel zu milde. „Die Weltkirche ist gefragt, wir müssen den Katalog der Kirchenstrafen überdenken, und wir brauchen zudem einheitliche Standards“, so Bischof Kohlgraf. Die bundesweite Studie über sexuellen Missbrauch römisch-katholischer Kleriker an Kindern und Jugendlichen dokumentiert 3.677 Opfer und 1.670 Täter. Die Dunkelziffer sei wesentlich höher, stellten die ausführenden Wissenschaftler fest. Bischof Peter Kohlgraf hatte bereits vor einigen Tage vorgeschlagen, die Abschaffung des Zölibats anzudenken. (vn v. 1. 10.)

     

  • Wird es irgendwann eine wirkliche ökumenische Synode geben, also mit nicht-katholischen Synodenvätern aus anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften, die mit Stimmrecht ausgestattet vom Papst zusammengerufen werden? Auf dem Papier ist eine solche Synode neuerdings möglich, seit Franziskus im September die Regeln geändert hat. Der im Vatikan für Ökumene zuständige Kurienkardinal Kurt Koch sagt darüber zu „Vatican News“: „Ich weiß nicht, wie der Heilige Vater eine solche ökumenische Synode genau sieht, aber es wäre natürlich gerade hinsichtlich der Fragen, die uns alle beschäftigen, die alle christlichen Kirchen beschäftigen, auch ein faszinierendes Experiment, einmal so zusammenzukommen und gemeinsam zu beraten: Wie können wir angesichts der zentralen Herausforderungen heute gemeinsame Wege suchen? […] Und gerade bei Fragen, die ja alle christlichen Kirchen beschäftigen und wo es dringend notwendig ist, dass wir eine gemeinsame Stimme finden, wäre das eine gute Chance. […] Eine gemeinsame christliche Anthropologie wiederzufinden und gemeinsam zu bezeugen, halte ich für eine zentrale Herausforderung.“ (vn [=Vatican News] v. 10. 10.)

     

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