Der orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic würdigt die Familiensynode:

Beeindruckt von der vatikanischen Familiensynode hat sich der Wiener serbisch-orthodoxe Bischof gezeigt. Der Vertreter der Orthodoxie auf der Synode würdigte im „Kathpress"-Gespräch, dass sich Papst und Bischöfe ganze drei Wochen "für dieses so wichtige Thema" Zeit genommen hätten. Viele der angesprochenen Themen würden auch die orthodoxe Kirche betreffen. „Die Säkularisierung macht auch vor der Orthodoxie nicht Halt", sagte der Bischof. Zudem zeigte er sich von der Gesprächskultur und der großen gegenseitigen Wertschätzung unter den Synodenteilnehmern beeindruckt – auch wenn die Teilnehmer bei manchen Themen unterschiedliche Standpunkte vertreten hätten. Er habe die Einladung zur Teilnahme nicht nur als einen Akt der Höflichkeit erlebt. Sowohl im Plenum als auch in der deutschsprachigen Arbeitsgruppe habe er das Wort ergreifen können und auch immer wieder zu bestimmten Themen die orthodoxe Sicht dargelegt. So seien etwa Jesus Worte von der Unauflöslichkeit der Ehe als Gebot und nicht als Gesetz zu verstehen, an dem nicht gerüttelt werden dürfe. Die Orthodoxie wolle jenen, die gescheitert sind, Barmherzigkeit erweisen. Deshalb gebe es die Möglichkeit einer weiteren Eheschließung. Freilich unterscheide die orthodoxe Kirche zwischen erster und zweiter Ehe. Durch die drei Wochen in Rom habe sich auch sein Papstbild verändert. Man merke, dass Franziskus nicht nur das Oberhaupt der römisch-katholischen Weltkirche sei, sondern vor allem auch „Hirte der Gemeinde von Rom". Er glaube, dass die Synode unter Beteiligung anderer Kirchen wieder ein Schritt hin zu mehr Kircheneinheit darstelle, sagte er im „Kathpress"-Interview. (Kathweb/KAP vom 1. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Erzbischof von Rabat, der Spanier Cristóbal López Romero, zieht eine positive Bilanz der Papst-Visite. „Bis jetzt wurde viel von Koexistenz und Toleranz gesprochen, aber der König sagte im Beisein des Papstes, dass Toleranz eigentlich wenig sei. Das bedeutet, dass wir nun zur Freundschaft, zum gegenseitigen Kennenlernen, zur gegenseitigen Bereicherung und zur Zusammenarbeit übergehen können [...] Wir müssen dazu einen qualitativen Sprung im islamisch-christlichen Dialog machen. […] Das ist schon jetzt im Moment ein gemeinsamer Weg. Wir arbeiten für Bildung, für die öffentliche Gesundheit, für die Förderung von Frauen zusammen, Muslime und Christen, und das muss so bleiben. Aber Barmherzigkeit ist kein Selbstzweck: Sie ist der Weg, um als Brüder und Schwestern zu leben.“ Hinderlich auf dem gemeinsamen Weg sei der Verdacht von Muslimen, dass Christen „Proselytismus“ betreiben würden. Der Papst hat das Thema bei einem Treffen mit Priestern und Ordensleuten angesprochen. Erzbischof López erklärt, es gebe leider „Christen, die es nicht verstehen, dass die Kirche keinen Proselytismus betreiben will. […] Schon Benedikt XVI. sagte: Die Kirche wächst nicht durch Proselytismus, sondern durch Anziehungskraft, durch Zeugnis. Deshalb geht es uns als Kirche hier in Marokko gut: genau weil Proselytismus verboten ist. […] Ich glaube, dass Marokko eines Tages feststellen wird, dass die Christen, zumindest wir Katholiken, dieses Ziel des Proselytismus nicht haben“, stellt López fest. (vn v. 1. 4.)

     

  • Der Marseiller Erzbischof und Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, hat zum Kampf gegen Hochmut und Machtstreben unter Priestern aufgerufen. „Papst Franziskus hat Klerikalismus in all seinen Formen als Ausdruck und Hauptursache von Störungen im Leben christlicher Gemeinschaften genannt", sagte er zu Beginn der Frühjahrsvollversammlung in Lourdes. Zu der Missbrauchsproblematik zitiert die Zeitung "La Croix" den Bischof von Grenoble, Guy de Kerimel: „Dem gesamten Episkopat ist bewusst, dass wir eine besonders schwere Krise durchmachen.“ Die Kirche werde nicht mehr wie vorher sein. Mehrere Bischöfe sprechen laut Angaben des Blattes von einem „Reinigungsprozess". (kathpress u. KNA u. vn v. 2. 4.)

     

  • Dass Jerusalem zum „Inbegriff des Friedens“ wird, wünschen sich die Patriarchen und Bischöfe der Heiligen Stadt in ihrer gemeinsamen Osterbotschaft. Der „multireligiöse und multikulturelle Status“ Jerusalems müsse erhalten werden, damit alle abrahamitischen Glaubensbekenntnisse die Stadt als Inbegriff des Friedens und der Ruhe erfahren können. Die Patriarchen und Bischöfe versprechen, „für einen gerechten und dauerhaften Frieden in Jerusalem und in der ganzen Welt“ zu beten, vor allem in Regionen, die von Gewalt und Angst gegen schuldlose Menschen und Gottesdienststätten geprägt sind. Dass die menschliche Würde respektiert und geehrt werden muss, zeige sich besonders an Ostern. Die Menschen seien nach Gottes Bild geschaffen und darum gleich an Würde. (vn v. 17. 4.)

     

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