Die christlichen Kirchen dürfen sich nicht mit der entstandenen Trennung abfinden, die den Charakter von Skandal und Schuld hat.

Das betonte der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic beim Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) am 22. Jänner im Rahmen der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen. In der evangelischen Lutherkirche in Wien-Währing bekräftigte er die Bereitschaft der Orthodoxie zur Ökumene. Im Blick auf die Orthodoxie sei die Teilnahme an der ökumenischen Bewegung "keine Revolution, sondern eine natürliche Konsequenz des ständigen Betens für die Einheit aller, so wie wir das heute tun [   ] Die Ökumene soll den Herausforderungen unserer Zeit begegnen können", sagte Cilerdzic. Die evangelische Pfarrerin der Lutherkirche, Elke Kunert, verwies auf die Bedeutung des ÖRKÖ: Er sei "die Stimme, mit der die Kirchen sprechen, wenn zum Ausdruck kommen soll, dass alle christlichen Kirchen durch eine tragfähige Basis verbunden sind". (redaktion.kathpress.at vom 23. 1.; Evangelischer Pressedienst vom 27. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die römisch-katholischen Bischöfe Indiens sind solidarisch mit den indischen Protestanten: Die Bischofskonferenz Indiens hat Hass gegen alle gesellschaftlichen Gruppen sowie Gewalt gegen Gotteshäuser verurteilt. Jene, die solche Taten verübten, seien „Feinde der Nation", hieß es in einem am 7. Oktober auf Twitter verbreiteten Statement der Bischofskonferenz. Damit reagierten die Bischöfe auf einen Angriff auf die protestantische St. Thomas Kirche in der nordindischen Stadt Varanasi. Am 2. Oktober waren laut indischen Medienberichten 60 Männer in die Kirche eingedrungen, hatten dort randaliert und Gläubige bedroht. Peter Baldev, Bischof der Church of North India (CNI), forderte in einem Brief an Ministerpräsident Narendra Modi sofortige Maßnahmen gegen die Täter. In der CNI sind Anglikaner, Methodisten und Presbyterianer vertreten. (kna u. vn v. 7. 10.)

     

  • Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf fordert eine Abänderung des Kirchen-Strafrechts , weil Missbrauch ein Verbrechen darstelle und es deshalb falsch sei, dies nur als „sexuelles Vergehen“ abzutun. In zu vielen Missbrauchsfällen hätten die zu Tätern gewordenen Priester ihre Taten verbal religiös verbrämt, argumentiert der Bischof im Gespräch mit der Zeitung Mainzer Allgemeine/Wiesbadner Kurier. Die Sanktionen für Missbrauch durch Kleriker seien oft viel zu milde. „Die Weltkirche ist gefragt, wir müssen den Katalog der Kirchenstrafen überdenken, und wir brauchen zudem einheitliche Standards“, so Bischof Kohlgraf. Die bundesweite Studie über sexuellen Missbrauch römisch-katholischer Kleriker an Kindern und Jugendlichen dokumentiert 3.677 Opfer und 1.670 Täter. Die Dunkelziffer sei wesentlich höher, stellten die ausführenden Wissenschaftler fest. Bischof Peter Kohlgraf hatte bereits vor einigen Tage vorgeschlagen, die Abschaffung des Zölibats anzudenken. (vn v. 1. 10.)

     

  • Wird es irgendwann eine wirkliche ökumenische Synode geben, also mit nicht-katholischen Synodenvätern aus anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften, die mit Stimmrecht ausgestattet vom Papst zusammengerufen werden? Auf dem Papier ist eine solche Synode neuerdings möglich, seit Franziskus im September die Regeln geändert hat. Der im Vatikan für Ökumene zuständige Kurienkardinal Kurt Koch sagt darüber zu „Vatican News“: „Ich weiß nicht, wie der Heilige Vater eine solche ökumenische Synode genau sieht, aber es wäre natürlich gerade hinsichtlich der Fragen, die uns alle beschäftigen, die alle christlichen Kirchen beschäftigen, auch ein faszinierendes Experiment, einmal so zusammenzukommen und gemeinsam zu beraten: Wie können wir angesichts der zentralen Herausforderungen heute gemeinsame Wege suchen? […] Und gerade bei Fragen, die ja alle christlichen Kirchen beschäftigen und wo es dringend notwendig ist, dass wir eine gemeinsame Stimme finden, wäre das eine gute Chance. […] Eine gemeinsame christliche Anthropologie wiederzufinden und gemeinsam zu bezeugen, halte ich für eine zentrale Herausforderung.“ (vn [=Vatican News] v. 10. 10.)

     

Artikelempfehlungen

Beeindruckt von der vatikanischen Familiensynode hat sich der Wiener serbisch-orthodoxe Bischof gezeigt. Der Vertreter...
Dies berichtet der vatikanische Pressedienst „Fides“. Unter anderem sollen erstmals auch Vertreter der koptisch-...
Man fühle „Schmerz und Scham“ über die „abscheulichen Akte“, hieß es in einem am 14. April auf der Webseite der...