„Eine diakonische Kirche braucht den Diakon, und eine diakonische Kirche braucht die Frauen!

[…] Aus meiner Sicht braucht diese Kirche auch die Frauen als Diakoninnen.“ Das sagte Stefan Sander, der Geschäftsführer des Internationalen Diakonats-Zentrums an der Universität Tübingen, der seit etwa 15 Jahren im Bistum Osnabrück Ständige Diakone ausbildet, am 29. Mai im Gespräch mit Radio Vatikan. „Dass der Papst das Thema neu auf die Agenda gesetzt hat, war natürlich eine große Überraschung, gerade auch in der Kirche in Deutschland; es hat viel Freude ausgelöst, aber natürlich gleichzeitig auch Bedenken. Denn im Moment ist noch nicht ganz klar, wie er das Frauendiakonat versteht. Ob es eher eine Segnung werden soll oder ob es ein sakramentales Amt für Frauen in der Kirche geben kann.“ Er selbst sei mit dem Blick auf das Letztgenannte „nach wie vor skeptisch“, auch wenn er es sich wünsche. Die meisten Ständigen Diakone in Deutschland wünschen sich aus seiner Sicht die Einführung eines Frauendiakonats. (www.de.radiovaticana.va vom 29. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Erstmals wurde der Kurt-Schubert-Gedächtnispreis an einen Muslim vergeben: Der Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Zekirija Sejdini wird für interreligiöse Verständigung ausgezeichnet. Laudatorin Martina Kraml, Professorin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Innsbruck, beschrieb den diesjährigen Preisträger als „Pionier, Wegbereiter und Brückenbauer […und als] ein Modell für das Gelingen interreligiöser Verständigung und Zusammenarbeit“. Der Preisträger Sejdini sagte, dass die zunehmende Polarisierung, der Antisemitismus, die Islamfeindlichkeit und die Christenverfolgungen die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs zeigen. Es gelte, gemeinsame Werte zu kultivieren, sich zur Vielfalt zu bekennen und „den je eigenen Beitrag für eine plurale Gesellschaft zu leisten“. Konkret gelte es, Verschiedenheiten zu artikulieren und zu akzeptieren und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Er erhielt die Auszeichnung für seine „Verdienste um eine zeitgemäße Erforschung und Vermittlung islamischer Glaubenslehren“, so das „Forum für Weltreligionen", das den Preis 2010 ins Leben gerufen (kap u. Die Furche v. 1. 3.)

     

  • Die befreiende Botschaft Jesu kann viele Frauen nicht erreichen, weil sie in der römisch-katholischen Kirche eine Barriere frauenfeindlicher Ablehnung wahrnehmen. Das bedauert die junge deutsche Theologin Alina Oehler am 8. März in Rom. In der Kirche gebe es „vom Glauben her für die moderne Frau sehr wohl einen Platz“, sagte sie, die in Tübingen und Rom katholische Theologie, Politikwissenschaft und Philosophie studierte, im Gespräch mit „Vatican News“. „Es ist schmerzhaft, aber es ist Realität: in der Kirche herrscht an vielen Stellen […] eine Frauenfeindlichkeit, eine Abwertung von Weiblichkeit.“ Dabei widerspreche Frauenfeindlichkeit „der Tradition und dem Glauben, weil in der Kirche andererseits Frauen so hochgehalten werden“, wie z. B. Maria und die Kirchenlehrerinnen Katharina von Siena, Teresa von Avila und Hildegard von Bingen. Daher sei es ihr ein Anliegen, Männer in der Kirche aufzurütteln, dass sie Frauen ernst nehmen. (vn v. 8. 3.)

     

  • Papst Franziskus hat am 12. März die baptistische Pastorin Bernice King (54 Jahre) in Audienz empfangen. Sie ist Tochter des vor 50 Jahren ermordeten US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. (JA v. 25. 3.)

     

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