Etwa 700 Frauen - ein Fünftel aller Beschäftigten - arbeiten im Vatikan, zunehmend in Leitungspositionen.

Immer mehr Frauen hätten eine theologische Bildung und brächten "ergänzende Sichtweisen" ein, sagte Gudrun Sailer, Redakteurin bei "Radio Vatikan" und Buchautorin ("Frauen im Vatikan"), im Interview der der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" vom 30. 8. "Auf Frauen zu verzichten, kann sich der Papst immer weniger leisten." Rosemary Goldie wurde 1967 von Papst Paul VI. zur Untersekretärin im Päpstlichen Rat für die Laien berufen und damit die erste Frau in einer Leitungsposition im Vatikan. Papst Johannes Paul II. startete 2003 eine kleine "Revolution", indem er Letizia Ermini Pani zur Präsidentin der Päpstlichen Akademie für Archäologie berief. Kurz darauf wurde die Soziologin Schwester Enrica Rosanna Untersekretärin der Ordenskongregation, eine Position, die mit dem Amt eines Staatssekretärs in einer weltlichen Regierung vergleichbar sei. Die Ordensfrau wurde damit zur ersten Chefin von Priestern im Vatikan. Das Vatikanische Filmarchiv oder das Archiv der Dombauhütte von St. Peter wird von Frauen geleitet, man findet Frauen in verschiedensten Kongregationen oder in der Internationalen Theologischen Kommission. Auch die deutschsprachige Ausgabe der Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" ist in weiblicher Hand: Seit 2008 ist die Österreicherin Astrid Haas Chefredakteurin. Der Vatikan ist einer der wenigen Orte, wo unabhängig vom Geschlecht gelte: "Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit". Und: Der Putztrupp im Petersdom besteht heute überwiegend aus Männern. (Kathweb/KAP v. 31. 8.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Das deutsche Bundesinnenministerium will stärker gegen eine ausländische Einflussnahme auf in der Bundesrepublik lebende Muslime vorgehen, kündigte Staatssekretär Markus Kerber an. In einem Interview des „Tagesspiegels“ am 3. September sagte er, „wir haben viel zu lange dabei zugesehen, wie Kräfte aus dem Ausland den deutschen Muslimen vorschreiben, wie sie ihre Religion zu leben haben. […] Wir wollen für die deutschen Muslime mehr Gesprächsformate schaffen. Auch der Minister wird die deutschen Muslime offensiv ermuntern, die Debatte um einen deutschen Islam zu führen. […] Wir wollen helfen, dass Muslime in Deutschland ihre eigene Religiosität finden. Das wird Ankara womöglich nicht gefallen und zu Konflikten führen. Aber das werden wir aushalten.“ Kerber sagte weiter, er sei „begeistert“, wie groß die Zahl der „sachkundigen muslimischen Gesprächspartner“ in der Zwischenzeit geworden sei. Sie nähmen für sich in Anspruch, „ihre deutsche Heimat“ mitzugestalten. Dabei wolle er sie unterstützen. (kna u. vn v. 3. 9.)

     

  • Für eine offene und vielfältige Kirche hat sich der der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München-Freising, Kardinal Marx, ausgesprochen. „Wir können keine Kirche sein, die uniform ist, sondern wir müssen eine Kirche sein, die die Vielfalt annimmt, liebt und im Glauben gestaltet“, schrieb Marx in einem Gastbeitrag für die Freiburger Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“. Kirche sei niemals Selbstzweck. Der christliche Glaube sei „in der Gemeinschaft ausgerichtet auf die ganze Welt“. Im Blick auf Säkularisierungstendenzen seien Christen heute besonders gefordert, ihren Glauben öffentlich zu leben und damit andere zum Christentum einzuladen, erklärte er. (kna u. vn v. 6. 9.)

     

  • Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II. hat die Schweiz gebeten, bei den Bemühungen um die Freilassung der beiden vor fünf Jahren entführten Aleppiner Metropoliten Mor Gregorius Youhana Ibrahim und Boulos Yazigi eine führende Rolle einzunehmen. Die beiden Metropoliten werden möglicherweise in der Provinz Idlib, dem letzten unter der Kontrolle der islamistischen Milizen stehenden Gebiet Syriens, festgehalten. An dem Treffen nahmen alle im Libanon residierenden christlichen Patriarchen teil: der maronitische Kardinal-Patriarch Mor Bechara Boutros Rai, der griechisch-orthodoxe Patriarch Youhanna X., der syrisch-katholische Patriarch Mor Ignatius Yousef III. Younan, der griechisch-katholische Patriarch Yousef Absí und der armenmisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I. Auch der Apostolische Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri, war anwesend. Bei der Begegnung wurden die guten Beziehungen zwischen dem Libanon und der Schweiz betont. (kap u. vn v. 1. 9.)

     

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