Kanadischer Erzbischof fordert auf der Weltbischofsynode erneut mehr Würde für die Frau in Kirche und Welt sowie die (Wieder-)Einführung des Frauendiakonats.

Die Kirche müsse entschieden klarstellen, dass die Heilige Schrift keine Gewalt des Mannes über die Frau rechtfertige. Das sagte der kanadische Erzbischof Paul Andre Durocher bei der Familiensynode im Vatikan. Drei Vorschläge brachte Durocher in die Synode ein. Zum Einen sprach er sich dafür aus, mehr Frauen in entscheidende Positionen im Vatikan und in den Diözesen zu berufen. Zweitens regte er an, gut vorbereiteten Ehepaaren zu erlauben, in der Sonntagspredigt zu sprechen: „Sie könnten die Verbindung zwischen Schrift und ihrer gelebten Erfahrung als verheiratete Paare und Eltern einbringen“. Und drittens: „Jetzt könnte die Zeit gekommen sein, ernsthaft zu untersuchen, ob wir in der Kirche das Diakonat für Frauen öffnen können. Denn dieses Thema wurde nie abschließend geklärt, es ist immer noch ein offenes Feld.“ Er wünsche sich, dass diese Vorschläge „nicht weggewischt werden aus Angst vor anderen Themen“. Kritiker hatten beanstandet, ein Diakonat für Frauen sei das Einfallstor für die Forderung nach der Priesterweihe für Frauen. „Nehmen wir die Vorschläge als das, was sie sind, und nicht als Verschwörung, um andere Ziele zu erreichen“, so Durocher. (de.radiovaticana.va vom 20. 10.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die italienische Post würdigt das historische Treffen zwischen dem heiligen Franz von Assisi und Sultan al-Malik zum 800. Jahrestag mit einer Sonderbriefmarke. Die Briefmarke bildet einen Ausschnitt aus dem Giotto zugeschriebenen Fresko in der Basilika von Assisi ab, auf dem der Heilige und der Sultan auf dem Thron zu sehen sind. Die begleitende Erläuterung zur Briefmarke nennt das Treffen „einen der entscheidenden Momente in der Menschheitsgeschichte, nicht nur des Heiligen von Assisi. Zur Zeit des Fünften Kreuzzuges, als Christentum und Islam keine Berührungs-, sondern nur Konfliktpunkte hatten, bot Franziskus der Welt ein Beispiel dafür, wie menschliche Beziehungen geführt und aufrechterhalten werden sollten.“ (vn v. 1. 3.)

     

  • Erzbischof Jean-Claude Hollerich, Leiter der EU-Bischofskommission COMECE, plädiert für eine stärkere Kontrolle von Bischöfen durch Laien. „Wir brauchen eine stärkere Pflicht zum Ablegen von Rechenschaft“, sagte er im Gespräch mit dem Internetportal „Vatican Insider“. „Dabei sollte auch eine Gruppe von Laien beteiligt werden. […] Ich habe kein Problem damit, dass mich eine Gruppe von Laien kontrolliert.“ Es sei wichtig, Klerikalismus zu überwinden: „Wir sind alle getauft und gehören alle zur selben Kirche.“ Der Luxemburger Erzbischof rührt damit an einen heiklen Punkt: Die US-Bischöfe hatten Ende 2018 die Einrichtung von Kontrollgremien zu Missbrauchsfällen beschließen wollen, bei denen Laien eine führende Rolle zugesprochen wurde. Die Abstimmung vertagten die vatikanischen Behörden auf den bevorstehenden Kinderschutz-Gipfel Anfang 2019, wo aber dazu kein Beschluss gefasst wurde. (vn v. 3. 3.)

     

  • Die orthodoxe Kirche in Afrika hat im November 2018 erstmals wieder Frauen zum Diakonat zugelassen. Diese Entwicklung soll nun auch der äthiopisch-orthodoxen Kirche zugutekommen. Dazu traf sich der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandria, Theodoros II., mit seinem äthiopisch-orthodoxen Amtsbruder Abuna Matias, um zu beraten, wie sich der Synodalbeschluss in Äthiopien umsetzen lässt. In den 1950er und 1960er Jahren, als die Zusammenarbeit der beiden autokephalen Kirchen besonders intensiv war, wurden in Athen an der damaligen Hochschule für Diakonissen Hagia Varvara besonders viele Äthiopierinnen zum Diakonat ausgebildet. Allerdings wurde die Ausbildungsstätte 2003 geschlossen. Inzwischen hat aber Patriarch Theodoros II. Ende Februar 2017 im kongolesischen Kolwezi drei Nonnen und drei Katechetinnen die Diakonatsweihe erteilt. (kna u. vn [=Vatican News] v. 5. 3.; JA v. 17. 3.)

     

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