Kanadischer Erzbischof fordert auf der Weltbischofsynode erneut mehr Würde für die Frau in Kirche und Welt sowie die (Wieder-)Einführung des Frauendiakonats.

Die Kirche müsse entschieden klarstellen, dass die Heilige Schrift keine Gewalt des Mannes über die Frau rechtfertige. Das sagte der kanadische Erzbischof Paul Andre Durocher bei der Familiensynode im Vatikan. Drei Vorschläge brachte Durocher in die Synode ein. Zum Einen sprach er sich dafür aus, mehr Frauen in entscheidende Positionen im Vatikan und in den Diözesen zu berufen. Zweitens regte er an, gut vorbereiteten Ehepaaren zu erlauben, in der Sonntagspredigt zu sprechen: „Sie könnten die Verbindung zwischen Schrift und ihrer gelebten Erfahrung als verheiratete Paare und Eltern einbringen“. Und drittens: „Jetzt könnte die Zeit gekommen sein, ernsthaft zu untersuchen, ob wir in der Kirche das Diakonat für Frauen öffnen können. Denn dieses Thema wurde nie abschließend geklärt, es ist immer noch ein offenes Feld.“ Er wünsche sich, dass diese Vorschläge „nicht weggewischt werden aus Angst vor anderen Themen“. Kritiker hatten beanstandet, ein Diakonat für Frauen sei das Einfallstor für die Forderung nach der Priesterweihe für Frauen. „Nehmen wir die Vorschläge als das, was sie sind, und nicht als Verschwörung, um andere Ziele zu erreichen“, so Durocher. (de.radiovaticana.va vom 20. 10.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Erstmals wurde der Kurt-Schubert-Gedächtnispreis an einen Muslim vergeben: Der Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Zekirija Sejdini wird für interreligiöse Verständigung ausgezeichnet. Laudatorin Martina Kraml, Professorin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Innsbruck, beschrieb den diesjährigen Preisträger als „Pionier, Wegbereiter und Brückenbauer […und als] ein Modell für das Gelingen interreligiöser Verständigung und Zusammenarbeit“. Der Preisträger Sejdini sagte, dass die zunehmende Polarisierung, der Antisemitismus, die Islamfeindlichkeit und die Christenverfolgungen die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs zeigen. Es gelte, gemeinsame Werte zu kultivieren, sich zur Vielfalt zu bekennen und „den je eigenen Beitrag für eine plurale Gesellschaft zu leisten“. Konkret gelte es, Verschiedenheiten zu artikulieren und zu akzeptieren und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Er erhielt die Auszeichnung für seine „Verdienste um eine zeitgemäße Erforschung und Vermittlung islamischer Glaubenslehren“, so das „Forum für Weltreligionen", das den Preis 2010 ins Leben gerufen (kap u. Die Furche v. 1. 3.)

     

  • Die befreiende Botschaft Jesu kann viele Frauen nicht erreichen, weil sie in der römisch-katholischen Kirche eine Barriere frauenfeindlicher Ablehnung wahrnehmen. Das bedauert die junge deutsche Theologin Alina Oehler am 8. März in Rom. In der Kirche gebe es „vom Glauben her für die moderne Frau sehr wohl einen Platz“, sagte sie, die in Tübingen und Rom katholische Theologie, Politikwissenschaft und Philosophie studierte, im Gespräch mit „Vatican News“. „Es ist schmerzhaft, aber es ist Realität: in der Kirche herrscht an vielen Stellen […] eine Frauenfeindlichkeit, eine Abwertung von Weiblichkeit.“ Dabei widerspreche Frauenfeindlichkeit „der Tradition und dem Glauben, weil in der Kirche andererseits Frauen so hochgehalten werden“, wie z. B. Maria und die Kirchenlehrerinnen Katharina von Siena, Teresa von Avila und Hildegard von Bingen. Daher sei es ihr ein Anliegen, Männer in der Kirche aufzurütteln, dass sie Frauen ernst nehmen. (vn v. 8. 3.)

     

  • Papst Franziskus hat am 12. März die baptistische Pastorin Bernice King (54 Jahre) in Audienz empfangen. Sie ist Tochter des vor 50 Jahren ermordeten US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. (JA v. 25. 3.)

     

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