In Marrakesch (Marokko) haben 250 muslimische Wissenschaftler am 27. Jänner eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet.

Darin sprechen sie sich für eine islamische Gesetzgebung nach den Prinzipien der Bürgerschaft und der Inklusion aller Gruppen aus. Die Wissenschaftler waren auf Einladung des marokkanischen Ministeriums für Islamische Angelegenheiten und des Forums für den Frieden in der muslimischen Gesellschaft in Marrakesch zusammengekommen. Die so genannte „Erklärung von Marrakesch“ sieht sich in der Tradition der „Charta von Medina“. Mit diesem Text sicherte damals der Prophet Mohammed auch der andersgläubigen Bevölkerung von Medina grundlegende Rechte zu. Die Erklärung wendet sich auch an die Bildungseinrichtungen Marokkos mit der Bitte um eine „mutige Revision der Lehrpläne und um eine Streichung aller Themen, die zu Aggression oder Extremismus aufrufen”. Die verschiedenen religiösen Gruppen, so der Appell, sollten sich daran erinnern, dass sie schon seit Jahrhunderten im selben Land lebten, und deshalb jede Form der Verleumdung des Anderen ablehnen. Die Erklärung von Marrakesch betont abschließend, dass „Religion nicht dazu benutzt werden darf, die Rechte der religiösen Minderheiten in muslimischen Ländern zu missachten”. An dem Treffen in Marrakesch nahmen auch rund fünfzig Vertreter anderer Religionen teil. (www.de.radiovaticana.va vom 28. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • In Deutschland ist am 26. Juli erstmals eine christlich-muslimische Kindertagesstätte (Kita) eröffnet worden. Sie hat in Gifhorn (Niedersachsen) unter dem Namen „Abrahams Kinder“ als Träger die römisch-katholische Gemeinde Sankt Altfrid, die evangelische Dachstiftung Diakonie und die deutsch-türkische Moscheegemeinde Ditib. Die Einrichtung soll zur Begegnung der beiden Kulturen beitragen. Die Mitinitiatorin, Schwester Mary Prema Pierick, ist die Generaloberin der Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta und hält fest: Die Einrichtung soll zur Begegnung der beiden Kulturen beitragen, aber „keine Bibel-Koran-Schule“ sein. Unter den jetzigen Anmeldungen ist das Verhältnis von Christen und Muslimen in etwa ausgeglichen, auch konfessionslose Kinder sind dabei. Von den vier Erzieherinnen sind zwei christlich und zwei muslimisch. Das Essen in der Einrichtung wird halal-zertifiziert. (JA v. 5.8.)

     

  • Konfessionsverschiedene Ehepartner sollten bei der Eucharistie nicht getrennt werden, fordert der italienische Kardinal Francesco Coccopalmerio in einem Interview mit der Zeitung La Stampa. Nach Ansicht des ehemaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte gibt es keine „berechtige Notwendigkeit“, nichtkatholische Ehepartner von der Kommunion auszuschließen. Der Kardinal reagiert damit auf eine Anfrage der deutschen Bischofskonferenz. Ein „delikates Problem“ sei, dass nach katholischer Lehre beim Sakramenten-Empfang eine Gnadenvermittlung erfolge. Dieser Aspekt müsse mit dem Prinzip der Kircheneinheit abgewogen werden, wobei nach Aussage Coccopalmieros gerade im Fall von Eheleuten der gemeinsame Empfang der Kommunion ein Hoffnungszeichen mit Blick auf eine Vereinigung der Kirchen sein könnte. Einzige Voraussetzung ist für den Kardinal, dass die Nicht-Katholiken glauben, „dass das Brot und der Wein im Eucharistiesakrament Leib und Blut Christi", also der ganze Jesus Christus sind. Die sogenannte „Transsubstantiation“ – die wesenhafte Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut – müsse hingegen nicht unbedingt geglaubt werden. (vn v. 2. 8.; JA v. 12. 8.)

     

  • In Österreich haben Spitzenvertreter der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Israelischen Kultusgemeinde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der es heißt: „Es gehört untrennbar zu unserem Selbstverständnis als religiöse Menschen, Vertriebenen und Heimatlosen Trost und Hilfe zu geben.“ (KircheIn 08/2018)

     

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