Nach dem Treffen mit dem Papst sprach am 24. Mai der Großimam Ahmad al-Tayyeb von der Al-Azhar-Universität in Kairo mit Radio Vatikan.

Er sei dem Papst sehr dankbar für dieses Treffen. „Der Papst ist ein Mann des Friedens, ein Mann, der der Lehre des Christentums folgt und die eine Religion der Liebe und des Friedens ist“, so al-Tayyeb. Er würdigte den Papst auch als „Mann des Dialogs“, der sich um die Benachteiligten der Welt kümmere. „Wer eine Religionsgemeinschaft leitet, trägt eine große Verantwortung. Wir wissen auch, dass alle Philosophien und sozialen Ideologien der Moderne, die die Menschheit versucht haben zu leiten und von der Religion entfernt waren, kläglich gescheitert sind und sogar zu Blutvergießen geführt haben“, so der Großimam weiter. Der Mensch ohne Religion sei eine Gefahr für seine Mitmenschen. Das gelte auch für den Islam. Deshalb setze die Al-Azhar-Universität viel auf Bildung. Die Weltgemeinschaft müsse „sich zusammentun und die Reihen schließen, um gegen den Terrorismus vorzugehen und ihm ein Ende zu setzen“. In jeder Glaubensrichtung gebe es leider auch eine irregeleitete Gruppe, „die das Banner der Religion erhebt, um in ihrem Namen zu töten“. Die Zeit für die Vertreter der großen Glaubensrichtungen sei gekommen, „entschieden und konkret“ für Humanität und Frieden zusammenzuarbeiten. Die Menschen des 21. Jahrhunderts suchten wieder nach „weisen Führern, die sie in die richtige Richtung leiten können. […] Ich befinde mich im Herzen Europas und will die Gelegenheit nutzen […] alle dazu aufzurufen, gemeinsam gegen den Terrorismus jeglicher Art einzustehen.“ Weiter sagte der Großimam, dass die sunnitische Al-Azhar-Universität und der Vatikan wieder einen regulären Dialog aufnehmen wollten. Man habe „einen richtigen Schritt in die richtige Richtung“ vereinbart, so al-Tayyeb im Interview mit Radio Vatikan. (www.de.radiovaticana.va und kap vom 24. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die bisherige anglikanische Bischöfin von Gippsland, Kay Goldsworthy, übernimmt ab Februar 2018 in Perth das Amt der ersten Erzbischöfin Australiens. Wie Kathpress berichtet, tritt die 61jährige die Nachfolge von Erzbischof Roger Herft an, der im Dezember 2016 auf sein Amt verzichtet hat. Goldsworthy ist verheiratet und zweifache Mutter. Den gleichgeschlechtlichen Ehen, die in Australien wegen einer anstehenden Volksabstimmung viel diskutiert werden, steht sie nach eigener Aussage offen gegenüber. Allerdings wolle sie mit konservativen Vertretern ihrer Diözese „nicht auf Konfrontationskurs“ gehen. (kap u. rv v. 31. 8.; JA v. 10. 9.)

     

  • Die römisch-katholische Kirche begrüßt ein Gesetz in Indien, das erzwungene oder durch materielle Versprechen begünstigte Konversionen verbieten will. Die Regierung des Bundesstaates Jharkhand hat ein entsprechendes Gesetz am 1. August verabschiedet; bei einer Zustimmung durch das Parlament in Ranchi wäre der ostindische Bundesstaat der siebte mit einer entsprechenden Regelung zum Glaubenswechsel. Der Erzbischof von Ranchi, Kardinal Telesphore Toppo, betonte, das Gesetz solle „nicht Konversionen allgemein verbieten, sondern erzwungene Konversionen“. Alle Menschen seien frei in ihrem Willen und in ihrem Gewissen. Niemand könne „jemand anderen zwingen, den Glauben zu wechseln“. Die Strafe von bis zu drei Jahren erhöht sich auf bis zu vier Jahre, wenn es sich bei den Konvertiten um Minderjährige oder um Frauen aus unterprivilegierten, z. B. indigenen Gruppen handelt. (asianews u. rv v. 3. 8.)

     

  • Bischof Manfred Scheuer der Diözese Linz ernennt eine Frau als neue Pastoralamtsdirektorin. Die 46-jährige Theologin Gabriele Eder-Cakl folgt dem langjährigen Direktor Wilhelm Viehböck nach. Sie will als Seelsorgerin „für die Menschen da sein, Segen spenden, Farbe ins Schwarz-Weiß-Denken bringen, den interreligiösen Dialog fördern sowie soziale Stimme in der Gesellschaft sein“, so die neue Direktorin. Nach Wien, Klagenfurt und Innsbruck ist Linz jetzt die vierte Diözese mit einer Frau an der Spitze der Pastoralämter. (KircheIn 08/2017)

     

  • Es wird bis 2021 einen „Durchbruch“ beim gemeinsamen Abendmahl von Protestanten und Katholiken geben. Davon zeigt sich der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber (75), überzeugt. Bis zum ökumenischen Kirchentag 2021 werde es soweit sein, sagte am 12. August der frühere evangelische Bischof von Berlin. Er könne sich den Kirchentag nicht ohne einen solchen Durchbruch vorstellen. Nach Hubers Einschätzung werden die nächsten Schritte in Sachen Eucharistie und Abendmahl „dezentral“ passieren. „Mein Gefühl ist, dass Papst Franziskus die Spielräume einzelner Bischofskonferenzen für ökumenisch relevante Entscheidungen erweitern möchte und diesen Weg für erfolgversprechender ansieht als einen zentralen Weg für die ganze Weltkirche“. (kna u. rv [=de.radiovaticana.va] v.12. 8.)

     

Artikelempfehlungen

Dieser hatte den Papst schon öfter kritisiert. So erklärte er einen Tag zuvor, Franziskus habe in Bezug auf die...
In seiner Ansprache vor der jüdischen Gemeinde am 17. Jänner gedachte er der Opfer der nationalsozialistischen...
Die zuständigen Behörden begutachteten derzeit einen Entwurf der päpstlichen Kinderschutzkommission, wonach das...