Papst Franziskus kritisiert Aussagen des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.

Auf einer Pressekonferenz während des Rückfluges aus Mexiko für die mitreisenden Journalisten nahm er sich kein Blatt vor den Mund: „Ein Mensch, der nur daran denkt, Mauern zu bauen und nicht Brücken, der ist nicht christlich. Das ist nicht das Evangelium […] Ich sage nur: Dieser Mensch ist kein Christ, wenn er das so sagt.“ Und über wiederverheiratete Geschiedene: „Das post-synodale Dokument, das vielleicht noch vor Ostern herauskommen wird, wird all das aufnehmen, was die Synode über die Konflikte und die verwundeten Familien gesagt hat“ Und er erzählte von einem wiederverheiratete Paar, das er in Tuxtla Gutierrez getroffen hatte. „Sie sind in der Seelsorge der Kirche integriert. Das ist das Schlüsselwort der Synode, und das werde ich auch wieder aufgreifen: in das Leben der Kirche die verwundeten Familien, die Familien der Wiederverheirateten, integrieren.“ Und zum geplanten Gesetz in Italien über gleichgeschlechtliche Partnerschaften: Als Papst mische er sich nicht in italienische Politik ein. Den Bischöfen Italiens habe er gesagt, sie sollten das unter sich ausmachen, wie damit umzugehen sei. Politiker - zumal katholische Politiker - sollten ihrem Gewissen entsprechend abstimmen; das Gewissen müsse natürlich gut gebildet sein. (www.de.radiovaticana.va vom 18. 2.; Der Standard vom 20. 2.; KircheIn 3/2016; JA v. 28. 2. u. 6. 3.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die bisherige anglikanische Bischöfin von Gippsland, Kay Goldsworthy, übernimmt ab Februar 2018 in Perth das Amt der ersten Erzbischöfin Australiens. Wie Kathpress berichtet, tritt die 61jährige die Nachfolge von Erzbischof Roger Herft an, der im Dezember 2016 auf sein Amt verzichtet hat. Goldsworthy ist verheiratet und zweifache Mutter. Den gleichgeschlechtlichen Ehen, die in Australien wegen einer anstehenden Volksabstimmung viel diskutiert werden, steht sie nach eigener Aussage offen gegenüber. Allerdings wolle sie mit konservativen Vertretern ihrer Diözese „nicht auf Konfrontationskurs“ gehen. (kap u. rv v. 31. 8.; JA v. 10. 9.)

     

  • Die römisch-katholische Kirche begrüßt ein Gesetz in Indien, das erzwungene oder durch materielle Versprechen begünstigte Konversionen verbieten will. Die Regierung des Bundesstaates Jharkhand hat ein entsprechendes Gesetz am 1. August verabschiedet; bei einer Zustimmung durch das Parlament in Ranchi wäre der ostindische Bundesstaat der siebte mit einer entsprechenden Regelung zum Glaubenswechsel. Der Erzbischof von Ranchi, Kardinal Telesphore Toppo, betonte, das Gesetz solle „nicht Konversionen allgemein verbieten, sondern erzwungene Konversionen“. Alle Menschen seien frei in ihrem Willen und in ihrem Gewissen. Niemand könne „jemand anderen zwingen, den Glauben zu wechseln“. Die Strafe von bis zu drei Jahren erhöht sich auf bis zu vier Jahre, wenn es sich bei den Konvertiten um Minderjährige oder um Frauen aus unterprivilegierten, z. B. indigenen Gruppen handelt. (asianews u. rv v. 3. 8.)

     

  • Bischof Manfred Scheuer der Diözese Linz ernennt eine Frau als neue Pastoralamtsdirektorin. Die 46-jährige Theologin Gabriele Eder-Cakl folgt dem langjährigen Direktor Wilhelm Viehböck nach. Sie will als Seelsorgerin „für die Menschen da sein, Segen spenden, Farbe ins Schwarz-Weiß-Denken bringen, den interreligiösen Dialog fördern sowie soziale Stimme in der Gesellschaft sein“, so die neue Direktorin. Nach Wien, Klagenfurt und Innsbruck ist Linz jetzt die vierte Diözese mit einer Frau an der Spitze der Pastoralämter. (KircheIn 08/2017)

     

  • Es wird bis 2021 einen „Durchbruch“ beim gemeinsamen Abendmahl von Protestanten und Katholiken geben. Davon zeigt sich der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber (75), überzeugt. Bis zum ökumenischen Kirchentag 2021 werde es soweit sein, sagte am 12. August der frühere evangelische Bischof von Berlin. Er könne sich den Kirchentag nicht ohne einen solchen Durchbruch vorstellen. Nach Hubers Einschätzung werden die nächsten Schritte in Sachen Eucharistie und Abendmahl „dezentral“ passieren. „Mein Gefühl ist, dass Papst Franziskus die Spielräume einzelner Bischofskonferenzen für ökumenisch relevante Entscheidungen erweitern möchte und diesen Weg für erfolgversprechender ansieht als einen zentralen Weg für die ganze Weltkirche“. (kna u. rv [=de.radiovaticana.va] v.12. 8.)

     

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