Papst Franziskus prangert in Kenia Unrecht an und spricht auch von der "Seuche Korruption" im Vatikan.

Vor mehreren zehntausend jungen KenianerInnen im Kasarani-Stadion von Nairobi rief er zu „Widerstand“ gegen Praktiken auf, die die Arroganz von Männern fördern und – auch in Anlehnung an die noch immer praktizierte Genitalverstümmelung – Frauen verletzen oder missachten“ Bei einem Besuch am 27. November im Elendsviertel Kangemi von Nairobi verurteilte er, dass sich Macht und Reichtum in den Händen von einer Minderheit befinden, während der Großteil der Menschen von Nairobi in Armut lebt: „Ich weiß um die Schwierigkeiten, die ihr Tag für Tag durchmacht. Wie könnte ich die Ungerechtigkeiten, die ihr erleidet, nicht anprangern? […] Die Welt lädt schwere soziale Schuld gegenüber den Armen auf sich, die keinen Zugang zum Trinkwasser haben, denn das bedeutet, ihnen das Recht auf Leben zu verweigern.“ Der Papst fordert die Jugend auf, sich dem „süßen Geschmack der Korruption zu widersetzen […] Korruption ist kein Weg des Lebens, sie ist ein Weg des Todes“. Die „Seuche Korruption“ gebe es in allen Ländern „und auch im Vatikan“. Außerdem verurteilte er die oft überhöhten Mieten für schäbige Behausungen, den Aufkauf von Ländereien durch „gesichtslose private Entwickler“, die mangelhaften und oft fehlenden Toiletten, die nicht ausreichende Abwasserentsorgung, Müllabfuhr, Elektrizität und fordert mehr Bildungseinrichtungen. Schließlich rief er dazu auf, Spaltungen und Stammesdenken zu überwinden. (http://www.kathpress.at vom 27. 11.; JA vom 6. 12.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die italienische Post würdigt das historische Treffen zwischen dem heiligen Franz von Assisi und Sultan al-Malik zum 800. Jahrestag mit einer Sonderbriefmarke. Die Briefmarke bildet einen Ausschnitt aus dem Giotto zugeschriebenen Fresko in der Basilika von Assisi ab, auf dem der Heilige und der Sultan auf dem Thron zu sehen sind. Die begleitende Erläuterung zur Briefmarke nennt das Treffen „einen der entscheidenden Momente in der Menschheitsgeschichte, nicht nur des Heiligen von Assisi. Zur Zeit des Fünften Kreuzzuges, als Christentum und Islam keine Berührungs-, sondern nur Konfliktpunkte hatten, bot Franziskus der Welt ein Beispiel dafür, wie menschliche Beziehungen geführt und aufrechterhalten werden sollten.“ (vn v. 1. 3.)

     

  • Erzbischof Jean-Claude Hollerich, Leiter der EU-Bischofskommission COMECE, plädiert für eine stärkere Kontrolle von Bischöfen durch Laien. „Wir brauchen eine stärkere Pflicht zum Ablegen von Rechenschaft“, sagte er im Gespräch mit dem Internetportal „Vatican Insider“. „Dabei sollte auch eine Gruppe von Laien beteiligt werden. […] Ich habe kein Problem damit, dass mich eine Gruppe von Laien kontrolliert.“ Es sei wichtig, Klerikalismus zu überwinden: „Wir sind alle getauft und gehören alle zur selben Kirche.“ Der Luxemburger Erzbischof rührt damit an einen heiklen Punkt: Die US-Bischöfe hatten Ende 2018 die Einrichtung von Kontrollgremien zu Missbrauchsfällen beschließen wollen, bei denen Laien eine führende Rolle zugesprochen wurde. Die Abstimmung vertagten die vatikanischen Behörden auf den bevorstehenden Kinderschutz-Gipfel Anfang 2019, wo aber dazu kein Beschluss gefasst wurde. (vn v. 3. 3.)

     

  • Die orthodoxe Kirche in Afrika hat im November 2018 erstmals wieder Frauen zum Diakonat zugelassen. Diese Entwicklung soll nun auch der äthiopisch-orthodoxen Kirche zugutekommen. Dazu traf sich der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandria, Theodoros II., mit seinem äthiopisch-orthodoxen Amtsbruder Abuna Matias, um zu beraten, wie sich der Synodalbeschluss in Äthiopien umsetzen lässt. In den 1950er und 1960er Jahren, als die Zusammenarbeit der beiden autokephalen Kirchen besonders intensiv war, wurden in Athen an der damaligen Hochschule für Diakonissen Hagia Varvara besonders viele Äthiopierinnen zum Diakonat ausgebildet. Allerdings wurde die Ausbildungsstätte 2003 geschlossen. Inzwischen hat aber Patriarch Theodoros II. Ende Februar 2017 im kongolesischen Kolwezi drei Nonnen und drei Katechetinnen die Diakonatsweihe erteilt. (kna u. vn [=Vatican News] v. 5. 3.; JA v. 17. 3.)

     

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