Papst Franziskus will die Reform der Kurie mit Entschlossenheit fortsetzen.

Inhaltlich bezog er sich in seiner diesjährigen Weihnachtsansprache an die römische Kurie an zunächst auf seine berühmt gewordene Weihnachtsansprache vor der Kurie im Vorjahr. Damals hatte er seinen Mitarbeitern einen „Katalog der kurialen Krankheiten“ in 15 Punkten vorgelegt, was bei einigen auch für Irritationen gesorgt hatte. „Heute müsste ich also von den kurialen Antibiotika sprechen“, griff der Papst den Faden wieder auf. Einige der kurialen Krankheiten nämlich seien in diesem Jahr aufgetreten und hätten dabei „nicht wenig Schmerz im ganzen Körper verursacht und viele Seelen verletzt. Auch mit Skandalen. […] Ich halte es für meine Pflicht zu bekräftigen […] Die Reform wird mit Entschlossenheit, klarem Verstand und Tatkraft fortgeführt werden, denn Ecclesia semper reformanda“, die Kirche sei immer zu reformieren. Die „Widerstände” und das Scheitern einiger Mitarbeiter böten Lektionen und Möglichkeiten zu Wachstum, aber nicht Grund zur Entmutigung. „Es sind Gelegenheiten, zum Wesentlichen zurückzukehren“ und sich selbst zu fragen, wie es mit dem eigenen „sensus ecclesiae“, dem Gefühl für die Kirche, und dem „sensus fidei“, dem Sinn für den Glauben, bestellt sei. Dann legte er einen nicht erschöpfenden Katalog der notwendigen Tugenden [vor…] „Ich lade die Leiter der Dikasterien und die Vorgesetzten ein, ihn anzureichern und zu vervollständigen: Vernünftigkeit und Liebenswürdigkeit, Ehrlichkeit und Reife, Großherzigkeit und Aufmerksamkeit sowie Vertrauenswürdigkeit und Nüchternheit“. (http://de.radiovaticana.va vom 21. 12.; JA vom 3. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Muslime dürfen Christen zu Weihnachten ebenso wie zu allen Festen gratulieren und Geschenke mit ihnen austauschen. Zu diesem Schluss kommt eine „Fatwa“ der Kairoer Al-Azhar-Moschee, wie die ägyptische Zeitung „Al-Ahram“ am 1. Jänner berichtete. Der Islam fordere seine Anhänger auf, die Bünde der Freundschaft und des Mitgefühls zwischen den Menschen zu stärken. Toleranz, friedliches Miteinander und Höflichkeit zwischen Muslimen und Christen angesichts der jeweiligen Feiertage sei nicht nur akzeptabel, sondern wünschenswert, erklärte das „Internationale elektronische Fatwa-Zentrum“ der Al-Azhar in einem Facebook-Beitrag. Unter anderem führt die Fatwa einige Aussagen des Propheten Mohammed an, der selbst Geschenke von Königen und Herrschern angenommen habe. Es handle sich um das erste offizielle Urteil der Institution, das Muslimen Respektsgesten mit Blick auf nichtmuslimische Feiertage gestatte. Zuvor hatten wiederholt einzelne Al-Azhar-Vertreter Feiertagsgrüße an Christen erlaubt. Hintergrund sind Aussagen konservativer islamischer Geistlicher in Ägypten, die vor solchen Gesten gewarnt hatten. Die Al-Azhar-Moschee ist die älteste Moschee Kairos und eines der bedeutendsten Gotteshäuser des Islam. (kna u. vn v. 2. 1. 2019; JA v. 13. 1.)

     

  • Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat eine Debatte zu Grundsatzfragen der Kirche gefordert. Themen wie Priesterbild und Weiheamt, Hierarchie, Zölibat, Frauenamt und Sexualmoral dürften nicht länger tabuisiert werden. Das sagte Overbeck in der Neujahrsmesse am 1. Jänner im Essener Dom. „Wir erleben eine Zeitenwende […] Es gibt diese Tabus nicht mehr, auch keine Fragen mehr, die nicht gestellt werden dürfen", sagte der Bischof. Es brauche jetzt dringend eine Erneuerung der Kirche. Overbeck appellierte an die Gläubigen und die Verantwortlichen in der Kirche, in schwierigen Zeiten achtsam miteinander umzugehen. Nicht wenige Menschen hätten die verständliche Sorge, dass „durch den Druck der gegenwärtigen Krise zu viel reformiert und unsere Kirche sich in die falsche Richtung entwickeln könnte". Zudem verwies der Essener Bischof auf Ermutigendes im Verlauf der „Zukunftsbildprozesse" im Bistum Essen. Ausdrücklich hob Overbeck die Begräbnisse durch Laien und die Segensfeiern für Neugeborene hervor. Besonders auch in Bezug auf das Priesterbild und -amt „sprieße" Neues. Es müsse auch weiter beraten werden, wie Frauen „gleichrangig an den Führungsaufgaben" der Kirche beteiligt werden könnten, „wenn das Weiheamt für sie nicht möglich bleiben soll". Overbeck rief dazu auf, auch Undenkbares zu denken. (kna u. vn v. 1. 1.)

     

  • Der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog und der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) haben ihr zweitägiges Jahrestreffen im Vatikan beendet. Als bedeutendes Thema nannte der Vatikan die Arbeit an einem gemeinsamen Papier über die Erziehung zu Frieden in einer multireligiösen Welt. Das Büro für Interreligiösen Dialog und Zusammenarbeit des Weltkirchenrates in Genf und der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog arbeiten seit 1977 zusammen. Sie bekräftigten dieser Tage ihren Willen, ihr gemeinsames Engagement in der Ökumene und im interreligiösen Dialog fortsetzen zu wollen. (kna u. vn v. 12. 1.)

     

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