Unkonventionelle Personalpolitik des Papstes: Er hat zwei „Priester der Strasse“ zu Erzbischöfen ernannt.

Ohne Rücksicht auf alte Gepflogenheiten in der römisch-katholischen Kirche zu nehmen, ernannte er Corrado Lorefice, einen einfachen Pfarrer und Theologen aus Sizilien, zum Erzbischof von Palermo. Der bisherige römische Weihbischof Matteo Zuppi wird Erzbischof von Bologna. Beide gelten als „Priester der Strasse“ und sind bei ihren Gläubigen sehr populär. Der 53-jährige Lorefice ist für seinen Kampf gegen die Mafia bekannt. Der 60-jährige Zuppi engagiert sich als Mitglied der Gemeinschaft Sant' Egidio für alte Menschen, MigrantInnen, Drogenabhängige und andere Randständige ebenso wie für den Frieden in Afrika. Zum Bischof ernannt wurde bisher nur, wer sich über längere Zeit in einem wichtigen Bistum verdient gemacht hatte. Doch Franziskus hält wenig von traditionellen Regeln. Er will neuen Wind in die Kirche bringen und Leute in hohe Positionen hieven, die seine Vorstellung einer barmherzigen Kirche verkörpern. (www.kathpress.at vom 27. 10.; http://www.nzz.ch vom 31. 10.; JA v. 8. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Erstmals wurde der Kurt-Schubert-Gedächtnispreis an einen Muslim vergeben: Der Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Zekirija Sejdini wird für interreligiöse Verständigung ausgezeichnet. Laudatorin Martina Kraml, Professorin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Innsbruck, beschrieb den diesjährigen Preisträger als „Pionier, Wegbereiter und Brückenbauer […und als] ein Modell für das Gelingen interreligiöser Verständigung und Zusammenarbeit“. Der Preisträger Sejdini sagte, dass die zunehmende Polarisierung, der Antisemitismus, die Islamfeindlichkeit und die Christenverfolgungen die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs zeigen. Es gelte, gemeinsame Werte zu kultivieren, sich zur Vielfalt zu bekennen und „den je eigenen Beitrag für eine plurale Gesellschaft zu leisten“. Konkret gelte es, Verschiedenheiten zu artikulieren und zu akzeptieren und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Er erhielt die Auszeichnung für seine „Verdienste um eine zeitgemäße Erforschung und Vermittlung islamischer Glaubenslehren“, so das „Forum für Weltreligionen", das den Preis 2010 ins Leben gerufen (kap u. Die Furche v. 1. 3.)

     

  • Die befreiende Botschaft Jesu kann viele Frauen nicht erreichen, weil sie in der römisch-katholischen Kirche eine Barriere frauenfeindlicher Ablehnung wahrnehmen. Das bedauert die junge deutsche Theologin Alina Oehler am 8. März in Rom. In der Kirche gebe es „vom Glauben her für die moderne Frau sehr wohl einen Platz“, sagte sie, die in Tübingen und Rom katholische Theologie, Politikwissenschaft und Philosophie studierte, im Gespräch mit „Vatican News“. „Es ist schmerzhaft, aber es ist Realität: in der Kirche herrscht an vielen Stellen […] eine Frauenfeindlichkeit, eine Abwertung von Weiblichkeit.“ Dabei widerspreche Frauenfeindlichkeit „der Tradition und dem Glauben, weil in der Kirche andererseits Frauen so hochgehalten werden“, wie z. B. Maria und die Kirchenlehrerinnen Katharina von Siena, Teresa von Avila und Hildegard von Bingen. Daher sei es ihr ein Anliegen, Männer in der Kirche aufzurütteln, dass sie Frauen ernst nehmen. (vn v. 8. 3.)

     

  • Papst Franziskus hat am 12. März die baptistische Pastorin Bernice King (54 Jahre) in Audienz empfangen. Sie ist Tochter des vor 50 Jahren ermordeten US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. (JA v. 25. 3.)

     

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