Vertreter der orientalisch-orthodoxen Kirche trafen sich mit Vertretern und Experten der römisch-katholischen Kirche.

Von 9. bis 11. November 2015 trafen sich in Wien Vertreter der orientalisch-orthodoxen Kirche auf Einladung von PRO ORIENTE  mit Vertretern und Experten der römisch-katholischen Kirche zur Gründungsitzung der neuen „PRO ORIENTE-Commission for Ecumenical Encounter between the Oriental Orthodox Churches and the Catholic Church“. Vor allem Univ.-Prof. Dr. Diemtar W. Winkler, Mitglied des Vorstandes von PRO ORIENTE ist es zu verdanken, dass diese neue Kommission in einer für die Orientalisch-Orthodoxen Kirchen sehr schwierigen Zeit neu errichtet werden konnte. Zur Arbeitsweise und Methode haben die Gründungsmitglieder festgehalten, dass sie in regelmäßigen Abständen die Einheit verhindernde Themen im Rahmen von Experten-Konsultationen beraten möchten. Zu diesen Konsultationen sollen verstärkt auch jüngere TheologInnen aus den Kirchen eingeladen werden. Die erste Konsultation wird im November 2016 in Wien stattfinden und widmet sich dem Thema „Sign of Communion and Communication after the division“. Im Rahmen des Treffens wurde auch gemeinsam für die Verfolgten, die Flüchtenden und die Ökumene gebetet. Bischof Anba Gabriel der koptisch-orthodoxen Kirche in Wien lud zum Gebet in seine Kathedrale in Wien-Donaustadt ein. (KAP vom 10. 11.; www.pro-oriente.at vom 18. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Das deutsche Bundesinnenministerium will stärker gegen eine ausländische Einflussnahme auf in der Bundesrepublik lebende Muslime vorgehen, kündigte Staatssekretär Markus Kerber an. In einem Interview des „Tagesspiegels“ am 3. September sagte er, „wir haben viel zu lange dabei zugesehen, wie Kräfte aus dem Ausland den deutschen Muslimen vorschreiben, wie sie ihre Religion zu leben haben. […] Wir wollen für die deutschen Muslime mehr Gesprächsformate schaffen. Auch der Minister wird die deutschen Muslime offensiv ermuntern, die Debatte um einen deutschen Islam zu führen. […] Wir wollen helfen, dass Muslime in Deutschland ihre eigene Religiosität finden. Das wird Ankara womöglich nicht gefallen und zu Konflikten führen. Aber das werden wir aushalten.“ Kerber sagte weiter, er sei „begeistert“, wie groß die Zahl der „sachkundigen muslimischen Gesprächspartner“ in der Zwischenzeit geworden sei. Sie nähmen für sich in Anspruch, „ihre deutsche Heimat“ mitzugestalten. Dabei wolle er sie unterstützen. (kna u. vn v. 3. 9.)

     

  • Für eine offene und vielfältige Kirche hat sich der der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München-Freising, Kardinal Marx, ausgesprochen. „Wir können keine Kirche sein, die uniform ist, sondern wir müssen eine Kirche sein, die die Vielfalt annimmt, liebt und im Glauben gestaltet“, schrieb Marx in einem Gastbeitrag für die Freiburger Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“. Kirche sei niemals Selbstzweck. Der christliche Glaube sei „in der Gemeinschaft ausgerichtet auf die ganze Welt“. Im Blick auf Säkularisierungstendenzen seien Christen heute besonders gefordert, ihren Glauben öffentlich zu leben und damit andere zum Christentum einzuladen, erklärte er. (kna u. vn v. 6. 9.)

     

  • Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II. hat die Schweiz gebeten, bei den Bemühungen um die Freilassung der beiden vor fünf Jahren entführten Aleppiner Metropoliten Mor Gregorius Youhana Ibrahim und Boulos Yazigi eine führende Rolle einzunehmen. Die beiden Metropoliten werden möglicherweise in der Provinz Idlib, dem letzten unter der Kontrolle der islamistischen Milizen stehenden Gebiet Syriens, festgehalten. An dem Treffen nahmen alle im Libanon residierenden christlichen Patriarchen teil: der maronitische Kardinal-Patriarch Mor Bechara Boutros Rai, der griechisch-orthodoxe Patriarch Youhanna X., der syrisch-katholische Patriarch Mor Ignatius Yousef III. Younan, der griechisch-katholische Patriarch Yousef Absí und der armenmisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I. Auch der Apostolische Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri, war anwesend. Bei der Begegnung wurden die guten Beziehungen zwischen dem Libanon und der Schweiz betont. (kap u. vn v. 1. 9.)

     

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