Wenn die Kirche nicht offen ist für das Neue, bleibt sie stehen und verkümmert:

Das sagte Papst Franziskus bei seiner Frühmesse am 28. April im Vatikan. Er bezog sich in seiner Predigt auf die Apostelgeschichte, die von den Anfängen der christlichen Gemeinden nach der Steinigung des Stephanus berichtet (Apg 11,19-26). Viele jüdische Neu-Christen hätten damals nicht verstanden, warum das Heil „auch den Griechen“ verkündet werde. „Dass der Heilige Geist genau deswegen gekommen ist: um uns zu erneuern, um uns immer und immer wieder zu erneuern. Das macht natürlich ein bisschen Angst. In der Kirchengeschichte sehen wir von Anfang an bis heute, wieviel Ängste es vor den Überraschungen des Heiligen Geistes gibt. Es ist der Gott der Überraschungen!  […]   Die Kirche geht voran mit diesen Überraschungen, mit diesen Neuheiten des Heiligen Geistes. […Manche sagen:] Machen wir’s doch einfach wie immer, dann sind wir auf der sicheren Seite...’“ Doch nein, das gehe nicht, widersprach Franziskus: Alles so machen, wie es immer schon gemacht wurde, führe zum „Tod“. Vielmehr gelte es, „zu riskieren, mit dem Gebet, viel zu riskieren, mit der Demut“, und zu handeln, wenn uns der Geist bittet, etwas zu „ändern“: „Das ist der Weg!“ (http://de.radiovaticana.va vom 28. 4)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • In Deutschland ist am 26. Juli erstmals eine christlich-muslimische Kindertagesstätte (Kita) eröffnet worden. Sie hat in Gifhorn (Niedersachsen) unter dem Namen „Abrahams Kinder“ als Träger die römisch-katholische Gemeinde Sankt Altfrid, die evangelische Dachstiftung Diakonie und die deutsch-türkische Moscheegemeinde Ditib. Die Einrichtung soll zur Begegnung der beiden Kulturen beitragen. Die Mitinitiatorin, Schwester Mary Prema Pierick, ist die Generaloberin der Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta und hält fest: Die Einrichtung soll zur Begegnung der beiden Kulturen beitragen, aber „keine Bibel-Koran-Schule“ sein. Unter den jetzigen Anmeldungen ist das Verhältnis von Christen und Muslimen in etwa ausgeglichen, auch konfessionslose Kinder sind dabei. Von den vier Erzieherinnen sind zwei christlich und zwei muslimisch. Das Essen in der Einrichtung wird halal-zertifiziert. (JA v. 5.8.)

     

  • Konfessionsverschiedene Ehepartner sollten bei der Eucharistie nicht getrennt werden, fordert der italienische Kardinal Francesco Coccopalmerio in einem Interview mit der Zeitung La Stampa. Nach Ansicht des ehemaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte gibt es keine „berechtige Notwendigkeit“, nichtkatholische Ehepartner von der Kommunion auszuschließen. Der Kardinal reagiert damit auf eine Anfrage der deutschen Bischofskonferenz. Ein „delikates Problem“ sei, dass nach katholischer Lehre beim Sakramenten-Empfang eine Gnadenvermittlung erfolge. Dieser Aspekt müsse mit dem Prinzip der Kircheneinheit abgewogen werden, wobei nach Aussage Coccopalmieros gerade im Fall von Eheleuten der gemeinsame Empfang der Kommunion ein Hoffnungszeichen mit Blick auf eine Vereinigung der Kirchen sein könnte. Einzige Voraussetzung ist für den Kardinal, dass die Nicht-Katholiken glauben, „dass das Brot und der Wein im Eucharistiesakrament Leib und Blut Christi", also der ganze Jesus Christus sind. Die sogenannte „Transsubstantiation“ – die wesenhafte Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut – müsse hingegen nicht unbedingt geglaubt werden. (vn v. 2. 8.; JA v. 12. 8.)

     

  • In Österreich haben Spitzenvertreter der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Israelischen Kultusgemeinde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der es heißt: „Es gehört untrennbar zu unserem Selbstverständnis als religiöse Menschen, Vertriebenen und Heimatlosen Trost und Hilfe zu geben.“ (KircheIn 08/2018)

     

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