Zusammenarbeit und Dialog mit den (Welt-)Religionen: (Islam u.a.)

Im Iran gehen neuerdings die Frauen auf die Straßen und protestieren auf ihre Art: Auf öffentlichen Plätzen nehmen sie vorübergehend ihren Schleier bzw. ihr Kopftuch ab, hängen es auf einen Stab und hoffen auf eine baldige Reform im Gottesstaat. Andere lassen ihr eigenes Kopftuch auf und protestieren mit einem zweiten auf einem Stab, um einer Festnahme und einer Strafe zu entgehen. Diese „Kopftuch-Intifada“ (© Der Standard) hat auch kleinere Städte in der Provinz erfasst. Noch zeigt Präsident Hassan Rohani dafür Verständnis, allerdings werden viele Frauen dafür eingesperrt und erhalten hohe Geldstrafen zur Abschreckung. (Der Standard u. viele andere Medien v. 3. 2.)

 

Alle sechs christlichen Kirchen in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (Pakistan) dürfen wieder öffnen. Die Gotteshäuser in der Stadt Abbottabad, wo Al-Kaida-Chef Osama bin Laden 2011 von US-Elitesoldaten getötet wurde, waren vor zwei Wochen von den Behörden offiziell aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. (JA v. 4. 2.)

 

Scheich al-Issa, ein früherer saudischer Justizminister hat sich am 3. Februar mit dem vatikanischen Staatssekretär Pietro Parolin getroffen, wie der Internetdienst „Il Sismografo” meldet. Der muslimische Scheich war schon im September 2017 bei Papst Franziskus. Sein Gespräch mit Parolin habe sich um die religiöse Gleichgültigkeit vieler Jugendlicher und um die Wichtigkeit guter Schulbildung gedreht. Der Scheich ist Generalsekretär einer muslimischen NGO namens „Islamische Weltliga“, die 1962 in Mekka gegründet wurde. Sie steht der saudischen Führung nahe und hat u. a. die Absage an Gewalt und Terrorismus zum Ziel. (il sismografo u. vn v. 7. 2.)

 

Der Paderborner römisch-katholische Theologe Klaus von Stosch ist mit dem höchsten Buchpreis der Republik Iran ausgezeichnet worden. Der Professor erhielt den mit 10.000 Dollar dotierten Preis in der Kategorie Islamwissenschaft für sein Buch „Herausforderung Islam. Christliche Annäherungen“, wie die Universität Paderborn am 8. Februar mitteilte. Damit sei erstmals ein christlicher Theologe für ein Buch über den Islam geehrt worden. „Ich freue mich besonders, dass durch diese Auszeichnung deutlich wird, dass sich auch Muslime durch mein Einführungsbuch zum Islam richtig verstanden fühlen“, sagte von Stosch. Der Preis sei „Ermutigung für alle, die sich für ein emanzipatorisches, menschenfreundliches und modernes Islamverständnis einsetzen“, so der Leiter des Zentrums für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften der Uni Paderborn. (kna u. vn v. 8. 2.; JA v. 18. 2.)

 

Die römisch-katholischen Bischöfe in Deutschland verurteilen den jüngsten Anschlag auf muslimische Gläubige vor einer Moschee in Halle. Am 2. Februar war nach Angaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) ein Besucher des Islamischen Kulturzentrums in Halle durch einen Schuss an der Hand verletzt worden. „Es besorgt mich zutiefst, dass in jüngster Zeit wiederholt Angriffe auf Moscheen verübt wurden. Solche Taten sind schändlich und dürfen in keiner Weise verharmlost werden“, sagte der Vorsitzende der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing. „Nur wenn die religiösen Orte respektiert werden, kann das friedliche Zusammenleben von Gläubigen und Nicht-Gläubigen und von Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit in unserem Land gelingen.“ (kna u. vn v. 8. 2.)

 

Im oberägytischen Dorf Al Ur bei Salamut ist eine neue „Kathedrale der Märtyrer des Glaubens“ eingeweiht worden zu Ehren der 21 jungen koptischen Arbeitsmigranten, die 2015 von IS-Terroristen ermordet worden waren. Am Weihegottesdienst nahm auch der Gouverneur von Salamut teil. Der Bau wurde vom ägyptischen Präsidenten Abdel-el-Sisi ausdrücklich gewünscht und er hat nach den wiederholten Anschlägen auf Kopten Gelder für den Bau von Kirchen zugesagt. (vn v. 10. 2.; KircheIn 03/2018)

 

Die europäischen Bischofskonferenzen wollen ihren Dialog mit dem Islam breiter aufstellen. In dem Statement der 5. Tagung ihrer Islam-Beauftragten in der nordalbanischen Stadt Shkoder (Scutari) betont man die Verpflichtung der Kirche zum Dialog mit Muslimen. Der innere Weg, der in die Tiefe des menschlichen Seins als dem „einzigartigen Ort des Dialogs mit Gott“ führe, mache Christen und Muslimen klar, dass sie Angehörige derselben, von Gott geschaffenen Menschheit sind, wodurch „Beziehungen wahrer Freundschaft und wahrer Geschwisterlichkeit“ wachsen können. Der Präsident des Päpstlichen Dialogrates, Kardinal Jean-Louis Tauran, rief dazu auf, den Islam und die Muslime „jenseits der stereotypen Vorstellungen“ zu betrachten. Der Kardinal forderte erneut eine „klare Haltung“ der Muslime zur religiös verbrämten Gewalttätigkeit. Von beiden Seiten sei eine Anstrengung notwendig, um den „Diskurs des Hasses“ zu überwinden. Imam Lauren Luli, Vizepräsident der albanischen islamischen Glaubensgemeinschaft, legte auf der Tagung seine Sicht des Islam dar: Entscheidend sei, dass der Glaube an Gott, den Schöpfer in „guten Werken“ sichtbar werden müsse. Der Gläubige müsse sich von allen Sünden fernhalten, insbesondere auch vom Hass. (kap u. vn v. 11. 2.)

 

Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II. feierte am 11. Februar zum ersten Mal seit der Befreiung der Stadt Deir ez-Zor (Syrien) aus der Gewalt des „Islamischen Staats“ in der Marienkathedrale die Heilige Liturgie. An dem Gottesdienst nahmen laut „Pro Oriente“ auch viele christliche Rückkehrer teil. In seiner Predigt dankte der Patriarch für diesen Tag. Durch die Kämpfe sind viele christliche wie muslimische Gotteshäuser zum Opfer gefallen waren. Der Gottesdienst in der Kathedrale sei ein Zeichen, dass Syrien die „Jahre der Gewalt und des Terrors“ überwinde, sagte Ignatius Aphrem II., der bei seiner Ankunft in der Stadt von Gouverneur Mohammad Ibrahim Samra empfangen worden war. (JA v. 18. 11.)

 

Pakistanische Kirchen dürfen demnächst Waffen zum Schutz vor Terroristen besitzen: Die Provinzregierung von Belutschistan werde den christlichen Glaubensgemeinschaften zum Schutz vor Anschlägen entsprechende Waffenlizenzen erteilen, sagte Samuel Pyara, Vorsitzender des „Forums zur Durchsetzung von Minderheitenrechten“, dem katholischen Pressedienst „Ucanews“. Die Regierung von Belutschistan habe die 42 Kirchen in der Provinzhauptstadt Quetta über die Erteilung von Waffenscheinen informiert. Die Behörde für Zivilverteidigung werde Freiwillige der Kirchengemeinden zu Sicherheitskräften ausbilden. Mit den Waffenlizenzen für Kirchen zieht die Provinzregierung die Konsequenz aus dem blutigen Anschlag auf die Bethel-Memorial-Methodist-Church in Quetta am 17. Dezember 2017. Bei dem Terroranschlag waren neun Gottesdienstbesucher getötet und 50 Menschen verletzt worden. Die Terrormiliz IS hatte die Verantwortung für das Attentat übernommen. (JA v. 11. 2.)

 

Wegen des Mordes an einem koptischen Priester ist ein 19jähriger Ägypter zum Tod verurteilt worden. Zuvor hatte der Großmufti des Landes dem Urteil zugestimmt. Bei dem Messerangriff im vergangenen Oktober waren in einem Kairoer Vorort ein koptisch-orthodoxer Priester aus dem oberägyptischen Bani Suef getötet und ein weiterer verletzt worden. Die Richter sahen es laut Berichten als erwiesen an, dass der Täter vorsätzlich handelte. Das ägyptische Recht sieht vor, dass bei Verurteilungen zum Tod das Urteil dem Großmufti vorgelegt wird. Gegen sein Urteil kann aber Berufung eingelegt werden. (kap u. vn v. 13. 2.; JA v. 25. 2.)

 

In Pakistan hat ein Gericht einen der Täter für den Mord am muslimischen Studenten Mashal Khan zum Tod verurteilt. Dieser soll vom moslemischen Glauben abgefallen sein, was dort als Blasphemie gilt. 30 Mitangeklagte bekamen Gefängnisstrafen. (JA v. 18. 2.)

 

Der Außenminister von Saudi-Arabien, Adel bin Ahmed Al-Jubeir, hat bei einem Besuch in Wien ein Plädoyer für den Dialog der Religionen abgegeben. „Auf dem Weg zu einer globalen Gesellschaft muss auch der Schritt erfolgen, Andersgläubige zu akzeptieren. Es gibt keine bessere Basis für ein Miteinander, einen Dialog und die Akzeptanz Andersgläubiger, als sich auf die Werte zu konzentrieren, die in allen Glaubensrichtungen verankert sind.“ Das sagte der saudische Minister am 21. Februar laut einer Mitteilung des Wiener König-Abdullah-Zentrums (KAICIID). Im Dialogzentrum findet demnächst ein Gipfeltreffen von Religionsführern statt, für das Al-Jubeir seine Unterstützung bekundete. „Je mehr Kontakte, Aktivitäten und Programme KAICIID hat, welche die Gemeinsamkeiten der Menschheit hervorheben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir jene Turbulenzen überwinden, die wir momentan durchleben.“ Der KAICIID-Generalsekretär Faisal Bin Muaammar zeigte sich überzeugt davon, „dass eine intensivere Kooperation zwischen religiösen Würdenträgern und politischen Entscheidungsträgern zu einer besseren Zukunft beitragen wird“. Zum Gipfeltreffen am 26. und 27. Februar werden wichtige religiöse Würdenträger der arabischen Welt erwartet, darunter die Großmuftis von Ägypten, Libanon und Palästina, Sheikh Shawki Allam, Abdullatif Derian und Scheich Mohammed Hussein, sowie der Generalsekretär der Muslim World League, Mohammad Al-Issa. Von christlicher Seite nehmen u.a. Kurienkardinal Jean Tauran als Vertreter des Papstes, der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, Patriarch Aram Kehishian von der armenisch-apostolischen Kirche und Andrea Zaki Stephanous von der evangelischen Kirche von Ägypten. (kap u. vn v. 21. 2.; JA v. 4. 3.)

 

Die renommierte islamische al-Azhar-Universität in Kairo wäre unter Umständen bereit, christliche Studenten zuzulassen. Der Vizepräsident der Universität Abbas Shuman wird mit den Worten zitiert, die al-Azhar unterstütze einen „modernen und demokratischen“ ägyptischen Staat, daher würde sie auch koptische Christen nicht von ihrem Programm ausschließen. Allerdings müssten auch die christlichen Studenten die Aufnahmekriterien erfüllen; dazu gehört das Auswendiglernen des Korans. Schon im März 2017 hatte die potentielle Zulassung von koptischen Christen an der Universität für Diskussionen gesorgt. (fides u. vn v. 22. 2.)

 

Zwei junge libanesische Muslime, die sich wegen der Schändung einer Marienstatue vor Gericht verantworten mussten, wurden anstelle einer Haftstrafe dazu verurteilt, jene Stellen des Korans auswendig zu lernen, in denen es um die Verehrung der Mutter Jesu geht. Das am 8. Februar von der Richterin Jocelyne Matta erlassene Urteil wurde auch von muslimischen Religionsvertretern im Libanon begrüßt, die diese Maßnahme als wirksames Mittel zur „Bekämpfung des Sektierertums“ und aller Formen der Beleidigungen des religiösen Empfindens Andersglaubender bezeichneten, wie die Stiftung „Pro Oriente“ berichtet. Die beiden Berufsschüler aus Mounjez im Nordlibanon brüsteten sich nach der Schändung mit einem socialmedia-verbreiteten Video. Bereits bei der Verhandlung las die Richterin aus dem Koran die Sure „al-Imran“ vor, die die Verehrung Mariens behandelt. Das Urteil der Richterin wurde vom zuständigen Gericht in Tripoli genehmigt. Das Urteil der christlichen Richterin wurde von zahlreichen Religionsvertretern und Politikern im Libanon gelobt. Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri, ein sunnitischer Muslim, bezeichnete es als nützlichen Beschluss, um hervorzuheben, „was Christen und Muslime teilen“. (JA v. 25. 2.)

 

Freude bei der kleinen christlichen Minderheit in der Südost-Türkei. Per Dekret hat die türkische Regierung die Rückgabe von kirchlichen Vermögenswerten an die syrisch-orthodoxe Kirche angeordnet, die im Jahr 2017 unter die Kontrolle staatlicher Behörden gestellt worden waren. Wie der Rechtsanwalt der Stiftung des Klosters Mor Gabriel mitteilt, betrifft das Dekret die vollständige Rückgabe von 30 kirchlichen Gütern an die Stiftungen und Organismen der syrisch-orthodoxen Kirche und damit an die früheren Besitzer. Zu den zurückgegebenen Gütern gehören auch die bedeutsamen Klöster Mor Melki, Mor Yakup und Mor Dimet. (JA v. 25. 2.)

 

Hochrangige christliche und muslimische Religionsvertreter haben am 26. Februar in Wien auf einem Friedensgipfel der Religionen eine Dialogplattform für die Nahost-Region ins Leben gerufen. Die vom Wiener Internationalen Dialogzentrum KAICIID initiierte Plattform startet als Kooperation zwischen Christen und Muslimen, soll aber in weiterer Folge offen für alle Religionen sein. Das war bei einer Pressekonferenz in Wien zu hören, bei sich der Kardinal Bechara Boutros Rai, der ägyptischen Großmufti Schawki Ibrahim Allam und KAICIID-Generalsekretär Faisal Bin Muammar der Öffentlichkeit stellten. Der Aktionsplan der Plattform sieht den regelmäßigen Austausch mit politisch Verantwortlichen vor. Zu den weiteren Tätigkeitsfeldern gehören die Beratung in der Gesetzgebung und bei der Erstellung von Schullehrplänen, die Unterstützung lokaler NGOs für einen friedlichen Dialog sowie die Organisation von kulturellen Veranstaltungen und interreligiösen Treffen. Kardinal Rai ging in der Pressekonferenz auf den Kern der christlichen Versöhnungsbotschaft ein: die gewaltfreie Botschaft Jesu Christi. Dann zitierte das maronitische Kirchenoberhaupt aus der Schlusserklärung der internationalen Al-Azhar-Friedenskonferenz mit Papst Franziskus im April 2017. Darin sei Gewalt im Namen des Islam rundweg verurteilt worden. KAICIID-Generalsekretär Faisal Bin Muammar erklärte, dass das Dialogzentrum bereits seit zwei Jahren spezielle Programme für religiöse Autoritäten aus Syrien anbiete. Der armenisch-katholische Katholikos Aram I. Keshishian nannte in seiner Rede sechs wichtige Aufgaben des KAICIID: Werte teilen, Toleranz fördern, Wissen übereinander vermitteln, gemeinsame zivile Rechte und Pflichten bewusst machen und einfordern, Gewalt überwinden sowie prophetisch wirken. Die religiösen Führer sollten durch Mediation und Moderation einen Beitrag zum Aufbau des Friedens leisten „durch eine Kultur der Hoffnung und der gemeinsamen Verantwortung". Der Großmufti von Jerusalem und Palästina, Mohammed Ahmad Hussein verlangte, dass alle Heiligtümer in Jerusalem in Sicherheit besucht werden können. (kap u. vn v. 26. 2.; Die Furche v. 1. 3.; JA v. 11. 3.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Communio" einen Beitrag zum christlich-jüdischen Dialog veröffentlicht. Ziel des Benedikt-Textes sei zunächst nur eine private Reflexion auf die nachkonziliare Absage an die sogenannte „Substitutionstheorie" – die Vorstellung, die Kirche sei an die Stelle Israels getreten – und über den „nie gekündigten Bund" „Beide Thesen […] sind im Grunde richtig, sind aber doch in vielem ungenau und müssen kritisch weiter bedacht werden". Denn es habe eine „Substitutionstheorie" „als solche nicht gegeben" und es komme dem Judentum aus christlicher Sicht stets ein besonderer Status zu, insofern das Judentum „nicht eine Religion unter anderen" sei, sondern „in einer besonderen Situation steht und daher auch als solches von der Kirche anerkannt werden muss". Es gibt aber auch bleibende Differenzen wie z. B. die Messias-Frage: Für das Judentum bleibe ein gewisser messianischer Verheißungsüberschuss, denn Jesus habe ja kein messianisches Friedensreich gegründet, sondern seine Messianität verstanden als „eine Zeit der Freiheit". Auch die Frage des „nie gekündigten Bundes" zwischen Gott und den Juden verlange nach Differenzierungen, etwa in dem Sinne, dass es nicht nur den einen Bund zwischen Gott und seinem Volk gab, sondern viele unterschiedliche Bünde. „Die Formel vom ‚nie gekündigten Bund‘ mag in einer ersten Phase des neuen Dialogs zwischen Juden und Christen eine Hilfe gewesen sein, taugt aber nicht auf Dauer, um die Größe der Wirklichkeit einigermaßen angemessen auszudrücken", so Benedikt XVI. (kap u. vn v. 6. 7.)

     

  • Weitere deutsche Bischöfe haben angekündigt, die Kommunion für evangelische Ehepartner im Einzelfall zuzulassen: der „Ökumene-Bischof“ Gerhard Feige, der Hamburger Erzbischof Stefan Heße und der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz Franz-Josef Bode. Der Magdeburger Bischof Feige erklärte, er bereite derzeit ein Schreiben vor, in dem er den Priestern seines Bistums die Beachtung der Orientierungshilfe der deutschen Bischofskonferenz nahelegt. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode will die Kommunion ebenfalls in Einzelfällen öffnen. Auch der Hamburger Bischof empfiehlt den Seelsorgern in seiner Diözese in einem Schreiben die Orientierungshilfe. Er persönlich sehe in dem dort angedeuteten Weg eine Möglichkeit, wie es zu einem verantworteten Sakramentenempfang im Einzelfall kommen könne, schreibt Heße. Auch aus Paderborn war bekannt geworden, dass Erzbischof Hans-Josef Becker in Einzelfällen die Teilnahme protestantischer Ehepartner an der Kommunion ermöglichen wolle. Die deutschen Bischöfe hatten in einer im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit verabschiedeten „Orientierungshilfe“ betont, evangelische Ehepartner könnten im Einzelfall und unter bestimmten Voraussetzungen die Kommunion empfangen. Jeder Bischof soll selbst über den konkreten Umgang mit dem Thema in seiner Diözese entscheiden. (kap u. vn v. 3. 7.)

     

  • Die Internationale Anglikanisch-Katholische Kommission (ARCIC) hat eine Erklärung über die Kirche als lokale und universale Gemeinschaft veröffentlicht. In dem 68-seitigen Dokument geht es um die gemeinsamen theologischen Prinzipien beider Kirchen, um die unterschiedlichen Strukturen der Entscheidungsfindung sowie um die Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Der Text „Walking Together on the Way: Learning to be Church - Local, Regional, Universal" wurde bereits bei einer Tagung im Mai 2017 in Erfurt verabschiedet, aber erst am 2. Juli veröffentlicht. Die Erklärung soll als Grundlage für weitere Diskussionen gelten. Der australische Theologe Ormond Rush legte das Papier im Namen des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen vor und betonte, es gebe viele Parallelen zwischen den Möglichkeiten des Lernens für die römisch-katholische Kirche, die in dem Dokument vorgeschlagen sind, und der Vision, die Papst Franziskus für die Erneuerung der Kirche gemäß des Zweiten Vatikanischen Konzils habe. Das Dokument legt auch die Notwendigkeit für die römisch-katholische Kirche nahe, die Autorität der Bischofskonferenzen klarer zu umreißen. Die Erklärung sei – methodisch und substanziell – ein bedeutender Schritt nach vorn für die katholisch-anglikanische Ökumene, hieß es von römisch-katholischen Beteiligten. Die anglikanischen Mitglieder lobten das „Bekenntnis zur Einheit". Sie schlugen zudem vor, die römisch-katholische Praxis eines gemeinsamen Heiligenkalenders zu übernehmen sowie einen weltweiten Katechismus und ein einheitliches Kirchenrecht zu entwickeln. ARCIC begann ihre Arbeit nach dem historischen Treffen 1966 zwischen Papst Paul VI. und dem anglikanischen Erzbischof von Canterbury, Michael Ramsey. (vn u. kap v. 5. 7.)

     

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