Zusammenarbeit und Dialog mit den (Welt-)Religionen: (Islam u.a.)

In der syrischen Stadt Aleppo haben am Neujahrstag die Vertreter aller christlichen Kirchen gemeinsam um Frieden gebetet: Ein Patriarch, zwei Bischöfe sowie ein Pfarrer kamen in der syrisch-orthodoxen St. Efrem-Kathedrale anlässlich des Weltfriedenstages zusammen, berichtete die vatikanische Nachrichtenagentur „Fides“ am 3. Jänner. Zentrales Thema war der Friede in Syrien sowie die Rückkehr zweier Metropoliten, die vor fast vier Jahren entführt worden waren. Der Patriarch der syrisch-orthodoxen Kirche besuchte auch die Moschee der zerstörten Stadt und betete am Rückweg in der römisch-katholischen Kathedrale von Homs um Frieden. Schätzungen zufolge leben in Aleppo derzeit noch 100.000 der vormals 250.000 Christen. (fides v. 3. 1. u. www.de.radiovaticana.va v. 4. 1.)

 

Mit juristischer Unterstützung von 149 Anwälten haben nun römisch-katholische Studenten in Indonesien den Spieß umgedreht und einen prominenten muslimischen Geistlichen wegen Gotteslästerung angezeigt. Habib Rizieq Syihab, Gründer der Islamischen Verteidigungsfront (FPI), hatte bei einer Ansprache am 25. Dezember in der Hauptstadt Jakarta die Frage gestellt, wer denn die Hebamme bei der Geburt Jesu gewesen sei, wenn doch Gott selbst geboren habe. Diese hypothetische Frage war von Gelächter begleitet Eine entsprechende Videosequenz wurde über soziale Netzwerke verbreitet. Angelo Wake Kako, Vorsitzender der römisch-katholischen Studentenvereinigung, erklärte, man fühle sich beleidigt und verletzt von dieser Frage. Der Vorwurf der Anzeige von Syihab lautet, er schüre die Intoleranz in Indonesien. In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Staat, kann Blasphemie mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. (ucanews u. www.de.radiovaticana.va v. 4. 1.)

 

Die pakistanische Polizei hat in Lahore 110 Imame verhaftet. Die muslimischen Vorbeter hatten in der Provinzhauptstadt Punjabs Straßenzüge blockiert, um eine Gedenkfeier für den ermordeten Gouverneur Punjabs zu verhindern. Der gemäßigte Muslim Salman Taseer war vor genau sechs Jahren von seinem Leibwächter erschossen worden, weil er sich öffentlich für die zum Tod verurteilte Christin Asia Bibi eingesetzt hatte. Er setzte sich auch für die Abschaffung des berüchtigten Blasphemiegesetzes ein. Samson Salamat, Präsident der christlichen "Rawadari Tehreek Movement" (Bewegung für Toleranz), sagte, die Aktion der Imame sei aus seiner Sicht „eine schwere Verletzung der Freiheit und der Grundrechte" gewesen. Pakistans Gerichtsbarkeit hatte den Mörder des Politikers zum Tod verurteilt und exekutiert. (asianews u. www.de.radiovaticana.va v. 6. 1.)

 

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen haben die koptischen Christen in Ägypten ihr Weihnachtsfest am 6. und 7.Jänner begangen. An einem Gottesdienst mit dem Kopten-Papst Tawadros II. in der Markus-Kathedrale in Kairo am 6. Jänner nahm laut der ägyptischen Zeitung „Ahram Online" auch Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi teil. Dabei entschuldigte er sich für Verzögerungen beim Wiederaufbau von Kirchen, die nach dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi im Jahr 2013 von dessen Anhängern attackiert und beschädigt worden waren. Zugleich kündigte er den Bau von Ägyptens größter Kirche in rund 45 Kilometer südöstlich von Kairo an. Al-Sisi warb für Vielfalt und Toleranz. Die Unterschiede zwischen den Menschen seien von Gott geschaffen und müssten respektiert werden. Tawadros empfing in den vergangenen Tagen an seinem Amtssitz unter anderem Verteidigungsminister Sedky Sobhi und den Minister für religiöse Stiftungen, Mohamed Mokhtar Gomaa. Auch der Großimam der Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmed al-Tayyib, überbrachte dem Patriarchen in Begleitung einer hochrangigen muslimischen Delegation Wünsche zum Weihnachtsfest. Beide erinnerten dabei laut der staatlichen ägyptischen Zeitung „Al-Ahram" an die lange Geschichte der „brüderlichen Beziehungen" zwischen der koptischen Kirche und Al-Azhar. Der Großimam verwies auf eine „dauerhafte Realität der Toleranz" unter den Ägyptern, die viel zu stark sei, um durch Verbrechen ruiniert zu werden. (www.de.radiovaticana.va v. 7. 1.)

 

Über Religionsfreiheit und die Bedrohung durch Terrorismus und Fundamentalismus berieten ab 9. Jänner in Paris hochrangige Vertreter der römisch-katholischen Bischofskonferenzen und der orthodoxen Kirchen in Europa. Unter Leitung des Budapester Kardinals Peter Erdö und des Metropoliten Gennadios vom Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel nehmen rund 30 Delegierte aus mehr als 20 Ländern am fünften „Europäischen Katholisch-Orthodoxen Forum“ teil. Das Thema der Beratungen lautet „Europa in der Angst vor fundamentalistisch-terroristischer Bedrohung und der Wert der Person und die Religionsfreiheit“. Zudem soll den Angaben zufolge über Menschenwürde, Religionsfreiheit, Intoleranz, Diskriminierung und sozialen Zusammenhalt sowie die jeweilige Rolle der Kirchen gesprochen werden, wie der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen im Vorfeld bekannt gab. (www.de.radiovaticana.va v. 8. 1.)

 

Der Bau von christlichen Kirchen in Ägypten sei legitim, wenn dabei die Gesetze des Landes eingehalten würden. Das bestätigte das sogenannte „Haus der Fatwas“ in Kairo, das muslimische Urteilssprüche in Ägypten erlässt. Vor wenigen Tagen hatte der ägyptische Präsident anlässlich seiner Teilnahme am koptischen Weihnachtsgottesdienst den Bau der größten koptischen Kirche Ägyptens in einem der geplanten Stadtvierteln am Rande der Hauptstadt angekündigt. (fides u. www.de.radiovaticana.va v. 10. 1.)

 

In Palermo wird eine Kirche zur Synagoge. Der Erzbischof der sizilianischen Hauptstadt stellt der jüdischen Gemeinde auf deren Wunsch ein altehrwürdiges christliches Gebäude im früheren jüdischen Ghetto zu Verfügung. Damit erhalten jüdische Gläubige mehr als 500 Jahre nach ihrer Vertreibung aus Palermo eine Gebetsstätte zurück. „Der Name Gottes trennt nicht, mehr noch, er baut Brücken“, erklärte Erzbischof Corrado Lorefice, der seit einem Jahr im Amt ist. (repubblica u. www.de.radiovaticana.va v. 11. 1.)

 

Marokko geht gegen die Ganzkörperverschleierung vor. Nach Angaben des marokkanischen Nachrichtenportals „Le360“ hat das Innenministerium in der Hauptstadt den Verkauf, die Produktion und die Einfuhr von Burkas und Niqabs verboten. Grund dafür seien Sicherheitsbedenken, zitierte das Portal einen hochrangigen Beamten. Immer wieder hätten Terroristen die Verschleierung zur Tarnung benutzt. Den Angaben zufolge haben Händler 48 Stunden Zeit, um ihre Bestände aus dem Warenangebot zu entfernen. Ob fortan das Tragen von Ganzkörperschleiern generell verboten ist, blieb unklar. In Marokko kommen die Burka und der Niqab, der lediglich die Augen freilässt, nur in sehr konservativ geprägten Regionen vereinzelt vor. Die meisten Marokkanerinnen tragen nur den Hidschab, das Kopftuch. (kann u. www.de.radiovaticana.va v. 11. 1.)

 

Die Katholisch-Theologische, die Evangelisch-Theologische und die noch zu gründende Islamisch-Theologische Fakultät der Universität Münster ziehen auf einen gemeinsamen Campus um. Nach Angaben der Beteiligten handelt es sich hierbei um ein weltweit einmaliges Vorhaben. Die Kooperation und der Austausch der Fächer untereinander sollen dadurch unterstützt und der interreligiöse Dialog gefördert werden. Wie das Online-Magazin „kirche-und-leben.de“ am 11. Jänner berichtete, betonte Judith Könemann, Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät, „dass bei aller Vielfalt der Religionen eine Zusammenarbeit möglich ist“. An eine Grenzverwischung sei dabei nicht zu denken: „Wir werden uns der Unterschiede bewusst werden, weil wir noch stärker damit konfrontiert sind.“ Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Hochschule sagte, der geplanten Campus zeige „dass die Muslime in diesem Land und in Europa nicht isoliert leben und auch nicht isoliert leben sollten […] Auch wir Muslime müssen lernen, den Anderen in seiner Andersheit zu würdigen und die weltanschauliche Pluralität unserer Gesellschaft zu schützen.“ Auf dem neuen Campus ist auch ein gemeinsamer Gebetsraum vorgesehen. (www.de.radiovaticana.va v. 12. 1.)

 

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist am 14. Jänner von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen worden. Die Begegnung verlief Beobachtern zufolge sehr herzlich. Beide umarmten sich bei der Verabschiedung. Es war die fünfte Begegnung von Abbas mit Franziskus. Papst und Abbas haben ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen, dass der Friedensprozess im Nahen Osten mit direkten Verhandlungen der Konfliktparteien neuen Wind bekommen könnte, um zu einem dauerhaften Ende der Gewalthandlungen zu kommen. Beide betonten die Wichtigkeit, den Heiligen Charakter von Kultstätten aller drei abrahamitischer Religionen zu bewahren. Anschließend nahm Abbas an der offiziellen Eröffnung der palästinensischen Botschaft beim Heiligen Stuhl teil, die sich in einem Gebäude gegenüber der Hauptzufahrt des Vatikanstaats befindet. Grundlage ist ein Abkommen, das der Vatikan und der Staat Palästina am 26. Juni 2015 unterzeichneten. Botschafter ist der aus Jerusalem stammende orthodoxe Christ Issa Kassissieh. Am Rande der Zeremonie lobte Abbas die Anerkennung der staatlichen Unabhängigkeit Palästinas durch den Vatikan. „Ich hoffe, dass sich andere Staaten ein Beispiel am Heiligen Stuhl nehmen“, sagte Abbas. (www.de.radiovaticana.va v. 14. 1.)

 

Der „Tag des Dialogs zwischen Katholiken und Juden“ am 17. Jänner bietet eine gute Gelegenheit, sich mit Dankbarkeit an die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens zu erinnern, schreibt der für den Dialog zuständige Kurienmitarbeiter Pater Norbert Hoffmann in der Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“. Er hoffe auch, dass die Katholiken „sich mit Sensibilität bewusst werden“, was heutzutage an Dialog zwischen Juden und Katholiken geschehe. Jeder der letzten drei Päpste hätte auf je eigene Art den Willen gezeigt, „den jüdisch-katholischen Dialog erfolgreich zu fördern und zu vertiefen“, schreibt der Salesianerpater und Sekretär der vatikanischen Kommission für die Beziehung zum Judentum. (or u. www.de.radiovaticana.va v. 17. 1.)

 

Ein „Jahr der Barmherzigkeit“ für Muslime fordert der islamische Theologe Mouhanad Khorchide. Der Koran mache die Barmherzigkeit „zur zentralen Kategorie der islamischen Verkündigung“, schreibt Khorchide in einem Beitrag „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“ vom 19. Jänner. Leider „vermisst man sehr oft nicht nur die Rede von der Barmherzigkeit im Alltag mancher Muslime, sondern und vor allem deren Umsetzung im Handeln dieser Gläubigen.” Das muslimische Jahr der Barmherzigkeit sei notwendig, um „die innerislamischen Verhältnisse kritisch zu reflektieren“ und „die nichtislamische Welt einzuladen, sich gemeinsam an einen Tisch der Barmherzigkeit zu setzen, um unsere gemeinsame Verantwortung für eine barmherzige Welt ernsthaft und aufrichtig anzugehen.“ Der Vorschlag greift das „Jahr der Barmherzigkeit“ auf, das die römisch-katholische Kirche auf Initiative von Papst Franziskus vom 8. Dezember 2015 bis 20. November 2016 gefeiert hat. Khorchide ist Professor für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster. (christ&welt u. www.de.radiovaticana.va v. 19. 1.; JA v. 29. 1.)

 

Im Auftrag von Papst Franziskus hat eine vatikanische Delegation den befreiten Teil der Stadt Aleppo besucht. Gemeinsam mit dem Nuntius in Syrien, Kardinal Mario Zenari, reiste der Sekretär der neugegründeten „Kurienbehörde für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen“, Giampietro Dal Toso, vom 18. bis zum 23. Januar in die syrische Stadt. Neben christlichen Gemeinden besuchte die Delegation auch Flüchtlingslager, römisch-katholische Hilfseinrichtungen und Repräsentanten des Islams. Es war der erste offizielle Besuch seit dem Ende der Kämpfe in Aleppo. Die Delegation unterstrich die Verantwortung der Religionen in der Erziehung zu Frieden und Versöhnung. (www.de.radiovaticana.va v. 24. 1.)

 

In der „neuen Türkei“ des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan soll es auch wieder Platz für die orthodoxe theologische Hochschule Chalki geben. Das sagte der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. bei einer Begegnung mit dem Vorsitzenden des Unterrichtsausschusses im griechischen Parlament. Die Türkei hatte 1971 den Lehrbetrieb der Hochschule, die auf einer Insel bei Istanbul liegt, untersagt. Erdoğan hatte mehrfach den Bau einer Moschee in Athen zur Voraussetzung für die Wiedereröffnung der Hochschule in der Türkei gemacht. (kap v. 24. 1.)

 

Die Zahl der Scheidungen in der muslimischen Bevölkerung Ägyptens steigt rasch. Wie der Nachrichtendienst „fides“ am 25. Jänner berichtete, will Präsident Abdel Fattah al-Sisi aus diesem Grund die „verbale Scheidung“ abschaffen, die im Islam vorgesehen ist. Durch das Aussprechen einer Scheidungsformel können sich muslimische Männer relativ problemlos von ihren Frauen trennen. Der Präsident Ägyptens äußerte sich im Rahmen einer offiziellen Feier mit Polizeibeamten zu möglichen Maßnahmen zur Vorbeugung gegen den Anstieg der Scheidungsrate. Rund 40 Prozent der 900.000 jährlich geschlossenen Ehen werden innerhalb der ersten fünf Jahre geschieden. Al-Sisi schlägt vor, eine Scheidung künftig nur im Beisein eines muslimischen Standesbeamten – als der Vertreter des Staates – als gültig zu betrachten. (fides u. www.de.radiovaticana.va v. 27. 1.).

 

Das Parlament des Tschad schafft die Todesstrafe ab. Ausgenommen von dieser Entscheidung bleiben Terroristen. Hintergrund dieser Einschränkung sind die zunehmenden Terrorakte der Gruppe „Boko Haram“ in dem zentralafrikanischen Staat. Seit 1967 war die Todesstrafe Teil des Strafgesetzbuches. Mit einer klaren Mehrheit von 111 Stimmen gegenüber einer Gegenstimme sowie vier Enthaltungen wurde die Initiative der Regierung am 30. Jänner vom Parlament angenommen. Die Strafen von zum Tode verurteilten Personen werden nun in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. (cath.ch u. www.de.radiovaticana.va v. 1. 2.)

 

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben 17 christliche Kirchen und Kapellen sowie einen Hindu-Tempel offiziell als Kultstätten anerkannt. In einem Festakt im Herrscher-Palast am 21. September unter dem Titel „Ein Ruf zur Harmonie“ setzte das Department of Community Development (DCD) einen neuen rechtlichen Rahmen für Religionsgemeinschaften in Kraft. Dieser sichert gleiche Rechte im Rahmen der geltenden Gesetze zu. Vertreter der indischen Communiy in den VAE würdigten den Schritt als weiteres Zeichen für ein Klima der Toleranz und des Dialogs. Der Vorsitzende des DCD, Mugheer Al Khaili, erklärte, die Emirate seien ein „Platz für alle“. Abu Dhabi sei ein führendes Modell der Toleranz und Koexistenz. Angesichts der Tatsache, dass der Großteil der Bevölkerung aus Ausländern bestehe, seien die VAE um die Einheit des Landes und die Inklusion aller bemüht, die zu seiner Entwicklung beitragen, so Al Khaili. (kna u. vn v. 1. 10.)

     

  • Eine Gruppe von Frauen, darunter zahlreiche Ordensschwestern, fordert das Stimmrecht für Frauen bei Bischofssynoden. Drei Tage vor der Amazonassynode, findet dazu eine Veranstaltung in der Bibliotheca Valcelliana in Rom statt. Die Schweizer Ordensfrau Irene Gassmann, Priorin des Benediktinerinnenklosters Fahr, sprach bei einer Pressekonferenz in Rom von „Geschlechterdiskriminierung“: „Ich denke, dass gerade zu einer Synode, wo es um Themen geht, die das ganze Volk Gottes in einer Region oder auch weltweit betreffen, die Frauen da auch dazugehören und die Erfahrungen der Frauen. Wenn das einfach nicht einbezogen wird, dass die Frauen dann auch mitbestimmen können, denke ich, vergibt sich die Kirche auch eine riesige Chance, wenn sie auf dieses Potenzial verzichtet. Und zudem geht es auch um eine Gleichberechtigung. Wenn es möglich ist, dass ein Ordensmann, der nicht Priester ist, bei der Synode mitbestimmen kann und eine Ordensschwester nicht, dann ist das eine Geschlechterdiskriminierung. […] Ich glaube, es geht um das Zeichen, das damit gesetzt würde. Und auch ein Zeichen, auf das ganz viele Katholikinnen und Katholiken warten, dass die Kirche den Frauen zugesteht, dass sie auch ein Recht haben mitzustimmen bis zum Schluss.“ Schwester Simone Campbell, Leiterin von „Nuns on the Bus” (USA) meint dazu „Wenn Brüder abstimmen können, können auch Schwestern abstimmen. […] Es geht darum, die ganze Kirche sprechen zu lassen“. Das Stimmrecht für Ordensfrauen wäre ein Schritt hin zu sichtbarer Gleichberechtigung, sagte Deborah Rose-Milavec, Generalsekretärin der US-amerikanischen Organisation FutureChurch. Die in Liechtenstein ansässige römisch-katholische Stiftung Organisation „Voices of Faith“ koordiniert Aktivistinnen, die das Stimmrecht für Frauen bei der Synode verlangen. (vn v. 2. 10.)

     

  • Für die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche (UGKK) ist und bleibt das orthodoxe Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel die „Mutterkirche“. Das hat Großerzbischof Schewtschuk in einem Interview für die offizielle Website der UGKK betont. Er war vor kurzem in Rom mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. zusammengetroffen. Der Großerzbischof betonte nun, wie wichtig ihm gute Beziehungen zum und die Verbundenheit mit dem Ökumenischen Patriarchat seien. Er erinnerte an den Appell von Papst Johannes Paul II. in seinem Schreiben „Ut unum sint" (1995), in dem dieser die Kirchenführer und Theologen der nichtkatholischen Kirchen aufrief, mit ihm über mögliche alternative Formen des Einheitsamt des Bischofs von Rom nachzudenken und einen Dialog zu führen. Weiters zitierte Schewtschuk Papst Johannes XXIII. (1958-1963), der betonte, dass Katholiken und Orthodoxe weit mehr verbinde als trenne. „Wenn wir nach Wegen suchen, um uns näher zu kommen, dann müssen wir Gemeinsamkeiten finden. Und wir sind durch eine gemeinsame Mutter verbunden", so der Großerzbischof im Blick auf die gemeinsame Geschichte der unierten und orthodoxen Kirchen in der Ukraine. Wenn man dies ernst nehme, dann könne man auch gemeinsam beten. Er sprach den Wunsch aus, dass die Kiewer Sophienkathedrale die gemeinsame Kathedrale aller Christen in der Ukraine sein sollte. Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine ist eine Ostkirche eigenen Rechts, die ihre Gottesdienste im byzantinischen Ritus feiert und zugleich mit Rom uniert ist, d.h. sie steht in der eucharistischen Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche und anerkennt den Papst als Oberhaupt. Die sowjetische Führung ordnete 1946 ihre Zwangsvereinigung mit der russisch-orthodoxen Kirche an. (kap u. vn v. 4. 10.)

     

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