Zusammenarbeit und Dialog mit den (Welt-)Religionen: (Islam u.a.)

Ein Fernsehsender der Vereinigten Arabischen Emirate (VAR) zeigt den Dokumentarfilm „Der Besuch des Friedens“ über den Papstbesuch im Februar 2019. Er behandelt die Vorbereitungen, Begegnungen und Auswirkungen, die der Papstbesuch auf die Bevölkerung in den Arabischen Emiraten hatte. Das Filmprojekt reiht sich ein in weitere Initiativen rund um das ausgerufene „Jahr der Toleranz“. Ein Teil der Doku fokussiert sich auf den Aufenthalt des Papstes in Abu Dhabi inklusive des Treffens mit Großimam Achmed al-Tayyeb und der Unterzeichnung des „Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“. Die Großmesse des Papstes vor rund 100.000 Menschen im Zayed Sports City Stadion ist auch Inhalt des Films. Zusätzlich zu den Worten des Papstes enthält die Dokumentation Beiträge und Interviews mit Bürgern und Regierungsbeamten, die ihre Ansichten über den Wert des Besuchs und seine Bedeutung für die Emirate im Rahmen des „Jahres der Toleranz“ zum Ausdruck bringen. (asianews u. vn v. 5. 9.)

 

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat ein neues Projekt zum Austausch über Religion in der Gesellschaft präsentiert. Koexistenz und Respekt seien heute „nicht mehr selbstverständlich“, sagte sie nach Angaben der KNA in Brüssel. Für die Initiative stellt die EU 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Religiöse und nicht religiöse Akteure verschiedener Gemeinschaften aus der EU und aus Nicht-EU-Staaten sollen Erfahrungen des Zusammenlebens in pluralistischen Gesellschaften austauschen. Die britische Organisation „Lokahi Foundation“ hat laut EU-Angaben bereits ein Pilotprojekt durchgeführt: Muslime, Christen, Juden, Baha'i, Sikhs und Hindus lernten in einem Training in Großbritannien und im Libanon mehr über Soziale Medien. An der Konferenz am 8. September, bei der Mogherini das Projekt präsentierte, nahmen 150 Akteure verschiedener Regierungen, der Zivilgesellschaft und religiöser Organisationen sowie auch Vertreter der katholischen EU-Bischofskommission ComECE teil. (kna u. vn v. 7. 9.)

 

Ein neues internationales katholisch-islamisches Komitee zur Förderung des interreligiösen Dialogs ist am 11. September im Vatikan ins Leben gerufen worden. Die Gruppe will laut Vatikan dazu beitragen, das „Dokument über menschliche Brüderlichkeit" zu verbreiten und umzusetzen, das Papst Franziskus und der Großimam der Kairoer Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmad Al-Tayyeb, am 4. Februar in Abu Dhabi unterzeichnet haben. Als erste Initiative will die Gruppe aus vatikanischen und ägyptischen sowie arabischen Fachleuten den Vereinten Nationen einen „Tag der menschlichen Brüderlichkeit" vorschlagen. Dieser sollte jährlich zwischen dem 3. und 5. Februar begangen werden. In diesem Zeitraum hatte Franziskus als erster Papst die Arabische Halbinsel, das Mutterland des Islam, besucht und dabei die Erklärung zur Brüderlichkeit unterzeichnet. Papst Franziskus begrüßte das „Hohe Komitee“ im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Dem bisher siebenköpfigen Komitee gehören katholischerseits der Präsident des Päpstlichen Rates für Interreligiösen Dialog, der designierte Kardinal Miguel Angel Ayuso, und Yoannis Lahzi Gaid, der persönliche Sekretär des Papstes, an. Die Al-Azhar-Universität in Kairo wird durch ihren Präsidenten Mohamed Husin Abdelaziz Hassan sowie Mohamed Mahmoud Abdel Salam, Richter und ehemaliger Berater des Großimams Al-Tayyeb, vertreten. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind vertreten durch Kulturminister Mohamed Khalifa Al Mubarak, den Schriftsteller und Journalisten Yasser Said Abdulla Hareb Almuhairi sowie Sultan Faisal Al Khalifa Alremeithi, Generalsekretär des muslimischen Ältestenrates. (kap u. vn v. 12. 9.)

 

Hochrangige Vertreter der Christen, Hindus, Sikhs und weiterer Religionen fordern in einem gemeinsamen Memorandum von Pakistans Premierminister Imran Khan mehr Rechte: „Wir Mitglieder religiöser Minderheiten tragen stark zur Entwicklung Pakistans bei und wollen, dass unsere Freiheit und unsere grundlegenden Menschenechte respektiert werden.“ Es wird auch ein Mindestalter von 18 Jahren für eine Ehe gefordert sowie einen angemessenen Schutz der Kultstätten. (CS-Zeitung 9/2019)

 

Wegen des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Religionen in Mauritius ist der interreligiöse Dialog sehr wichtig, sagte der Kardinal von Port-Louis, Maurice Piat, im Interview mit Radio Vatikan. Nach Mosambik und Madagaskar ist Mauritius die dritte Station der Papstreise nach Südostafrika. Der Besuch werde „mit viel Freude und Dankbarkeit begleitet. Ich glaube, dass der Papst als eine geistliche Autorität wahrgenommen wird, die über die Grenzen der katholischen Kirche hinaus ausstrahlt. Er wird als jemand verstanden, der Bindungen schaffen, zu jedem sprechen und dafür sorgen kann, dass wir als Geschwister leben können.“ Kardinal Piat glaubt, dass es zwei Herausforderungen gibt, denen sich alle stellen müssen: einerseits die Festigung einer Gemeinschaft, die den Glauben als Element ihrer Identität betrachtet, und andererseits die Herausforderungen des interreligiösen Dialogs. „Die große Herausforderung besteht also darin, wahre Jünger des Herrn zu werden.“ Und dann „müssen wir freundschaftliche und geschwisterliche Beziehungen des Dialogs mit unseren Brüdern und Schwestern anderer Religionen aufbauen“. (vn v. 9. 9.)

 

In Madrid fand ein großes Treffen von 300 führenden ReligionsvertreterInnen aus aller Welt statt. Das Motto lautete „Frieden ohne Grenzen“. Am 15. September wurde bei der Eröffnung eine Botschaft von Papst Franziskus verlesen. Zu den internationalen Gästen des Friedenstreffens gehörten u. a. der Präsident von Zentralafrika, Faustin-Archange Touadéra, der UNO-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi sowie der Oberrabbiner von Tel Aviv, Meir Lau. Der russisch-orthodoxe „Außenminister“, Metropolit Hilarion, sowie ein Vertreter der sunnitischen al-Azhar-Universität von Kairo hielten Reden. Papst Johannes Paul II. hatte 1986 erstmals hochrangige Vertreter christlicher Kirchen und anderer Religionen zu einem Gebet um Frieden nach Assisi eingeladen. Auf diesen „Geist von Assisi“ berufen sich diese periodisch von „Sant’Egidio“ organisierten interreligiösen Friedenstreffen. (vn v. 13. 9.)

 

Bischof Paul Hinder, Apostolischer Vikar von Arabien, sieht positive Früchte des Papstbesuchs im vergangenen Februar. „Ich spüre eine klimatische Verbesserung. Der Papst-Besuch ist nicht nur bei den indischen und philippinischen Gastarbeitern, sondern auch bei den muslimischen Einheimischen sehr gut angekommen“, sagte er im Interview mit der Schweizer Nachrichtenagentur kath.ch. Seit dem Besuch gebe es von der Regierung immer wieder wohlwollende Zeichen. „Im September erhielten wir einige Lizenzen für unsere Kirchen. Da geht es um juristische Schritte, die erleichtert wurden. Das Antragsverfahren hatte dank des Papst-Besuches einen Schub bekommen.“ Auch das nun von den Vereinigten Arabischen Emiraten gegründete „Hohe interreligiöse Komitee“, das die Förderung des christlich-muslimischen Dialogs zum Ziel hat, sei eine Folge des Papst-Besuchs. (JA v. 15. 9.)

 

Das in Abu Dhabi ansässige Hohe Komitee der Geschwisterlichkeit unter den Menschen hat einen jüdischen Religionsführer aus den USA aufgenommen. Der Washingtoner Rabbiner M. Bruce Lustig stößt als achtes Mitglied zu dem Gremium, das die Umsetzung des Brüderlichkeitsdokuments von Abu Dhabi zum Ziel hat. Das Papier war in Abu Dhabi von Papst Franziskus und vom Großimam der Al-Azhar- Universität, Ahmad Mohammad Al-Tayyeb, unterzeichnet worden. Der Rabbiner Lustig dankte dem Komitee für seine Ernennung als Vertreter des jüdischen Glaubens und brachte seine Freude über das Zustandekommen der historischen Erklärung zum Ausdruck. Das Komitee werde in der nächsten Zeit versuchen, eine Reihe wichtiger und symbolhafter Persönlichkeiten einzubinden, um den interreligiösen Dialog voranzubringen. Rabbi M. Bruce Lustig ist Oberrabbiner der Jüdischen Gemeinde in Washington, wo er mehr als 25 Jahre lang tätig war. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 organisierte er einen Religionsgipfel mit Christen, Juden und Muslimen. Daraus entstand ein Abrahamitischer Runder Tisch mit dem anglikanischen Bischof John Bryson Chane, dem Muslimgelehrten Akbar Ahmed und Rabbiner Lustig selbst. Vom marokkanischen König Mohammed VI. erhielt er eine Ehrenmedaille für sein Engagement in der interreligiösen Zusammenarbeit. (vn v.18. 9.; JA v. 29. 9.)

 

Das Hohe Komitee der Geschwisterlichkeit kümmert sich um die Umsetzung des Dokuments über die Brüderlichkeit unter den Menschen, das der Papst im vergangenen Jahr in Abu Dhabi mit dem Großimam von Al-Azhar, Al-Tayyeb, unterzeichnet hat. Dieses Komitee hat in New York den Entwurf des „Abrahamic Family House“ vorgestellt. Das von Stararchitekt Sir David Adjaye entworfene Haus soll in Abu Dhabi bis 2021 errichtet sein und aus vier Räumen bestehen: Kirche, Synagoge und Moschee. Ein vierter Raum soll als gemeinsames Zentrum zum Dialog und für Bildungsprogramme genutzt werden. Die Mitglieder des Hohen Komitees der Geschwisterlichkeit sind: Von römisch-katholischer Seite: Bischof Miguel Ángel Ayuso Guixot, Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog; Yoannis Lahzi Gaid, Sondersekretär des Papstes. Von muslimischer Seite: Mohamed Husin Abdelaziz Hassan, Präsident der Al-Azhar-Universität; Mohamed Mahmoud Abdel Salam, Richter und ehemaliger Berater des Großimams Al-Tayyeb; Mohamed Khalifa Al Mubarak, Vorsitzender des Ministeriums für Kultur und Tourismus in Abu Dhabi; Yasser Saeed Abdulla Hareb Almuhairi, Schriftsteller und Journalist; Sultan Faisal Al Rumaithi, Generalsekretär des Muslimischen Ältestenrates. Von jüdischer Seite: M. Bruce Lustig, Oberrabbiner der Jüdischen Gemeinde in Washington. (vn v. 21. 9.; JA v. 6. 10.)

 

Großes Interesse hat im Sultanat Oman die Weihe einer neuen römisch-katholischen Kirche in der Stadt Salalah ausgelöst. Tausende Menschen nahmen an den Gottesdiensten und liturgischen Feiern teil, mit denen die neue St.-Franz-Xaver-Kirche eröffnet wurde. Der Grundstein für das Gotteshaus war im Februar 2018 gelegt worden. Sultan Quabus stellte Baugrund zur Verfügung. Die Kirche hat 600 Plätze und verfügt über ein angeschlossenes Gemeindezentrum. Beim Gottesdienst nahmen u.a. der für Südarabien zuständige Ortsbischof Paul Hinder sowie Ahmed Khamis Masood Al Bahri, Sektionschef im staatlichen Ministerium für die „frommen Stiftungen“(„Wakf“) teil. Sektionschef Al Bahri begrüßte den Bau eines Gotteshauses, indem Priester, Ordensleute und engagierte Laien ihre pastorale Arbeit zum Wohl der neuen Generationen aufnehmen können. Erzbischof Montecillo Padilla sprach dem Sultan Qabus Bin Said Al Said den Dank der römisch-katholischen Kirche aus. Die Behörden des Landes, so der Nuntius, hätten mit Wohlwollen die spirituellen Bedürfnisse der Menschen – auch der christlichen Migranten – im Blick, weshalb „Oman gerade wegen dieser religiösen Toleranz Frieden genießt“. Bischof Hinder erinnerte daran, dass bei allen im Oman stattfindenden Messen immer auch für den Herrscher und die Behörden des Landes gebetet wird. Ungefähr 60.000 Katholiken leben im Sultanat, wo es derzeit fünf römisch-katholische Pfarrgemeinden gibt. (JA v. 22. 9.)

 

Für den diesjährigen Franziskustag am 4. Oktober rufen Ordensleute zum weltweiten „Versöhnungsläuten“ auf. Anlass ist der Beginn des christlich-islamischen Dialogs vor 800 Jahren, wie der Kapuziner Walter Ludin in Luzern mitteilte. 1219 ging Franz von Assisi in friedlicher Absicht ins Lager des ägyptischen Sultans Al-Kamil – mitten in einem blutigen Kreuzzug. Diese „starke Geste des Dialogs“ ist der Impuls für das weltweite Versöhnungsläuten um 14 Uhr. Es soll ein „hoffnungsvolles Zeichen für Gebet, Frieden und Versöhnung zwischen allen Menschen guten Willens auf der ganzen Welt“ sein, erklärte P. Ludin. (kap u. n v 23. 9.)

 

Die Begegnung zwischen den Religionen und Konfessionen ist für die römisch-katholische Kirche in Kärnten bewährte Praxis. Darauf wies Dompropst Engelbert Guggenberger beim „Tag der Begegnung" der Islamischen Religionsgemeinde Kärnten in Klagenfurt hin. „Wir möchten faire, aber auch wahrhafte Begleiter sein. Deshalb werden wir unsere kritischen Anfragen nicht vorenthalten, sondern in Dialog treten", so Guggenberger. Das Gemeinsame, nämlich der Dienst am Einzelnen und der Gesellschaft sowie das Bekenntnis zum einen Gott, soll dabei im Fokus stehen. Die europäische Kultur habe sich viele Gedanken gemacht „und ist zur Gewissheit gekommen, dass es eine Trennung von Kirche und Staat geben muss, sollen die Grundwerte Freiheit und demokratische Verfassung intakt bleiben". Jede Religion in Österreich müsse sich fragen, ob sie sich zu dieser Rollenverteilung, die auch eine Beschränkung sei, bekenne. (kap v. 25. 9.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben 17 christliche Kirchen und Kapellen sowie einen Hindu-Tempel offiziell als Kultstätten anerkannt. In einem Festakt im Herrscher-Palast am 21. September unter dem Titel „Ein Ruf zur Harmonie“ setzte das Department of Community Development (DCD) einen neuen rechtlichen Rahmen für Religionsgemeinschaften in Kraft. Dieser sichert gleiche Rechte im Rahmen der geltenden Gesetze zu. Vertreter der indischen Communiy in den VAE würdigten den Schritt als weiteres Zeichen für ein Klima der Toleranz und des Dialogs. Der Vorsitzende des DCD, Mugheer Al Khaili, erklärte, die Emirate seien ein „Platz für alle“. Abu Dhabi sei ein führendes Modell der Toleranz und Koexistenz. Angesichts der Tatsache, dass der Großteil der Bevölkerung aus Ausländern bestehe, seien die VAE um die Einheit des Landes und die Inklusion aller bemüht, die zu seiner Entwicklung beitragen, so Al Khaili. (kna u. vn v. 1. 10.)

     

  • Eine Gruppe von Frauen, darunter zahlreiche Ordensschwestern, fordert das Stimmrecht für Frauen bei Bischofssynoden. Drei Tage vor der Amazonassynode, findet dazu eine Veranstaltung in der Bibliotheca Valcelliana in Rom statt. Die Schweizer Ordensfrau Irene Gassmann, Priorin des Benediktinerinnenklosters Fahr, sprach bei einer Pressekonferenz in Rom von „Geschlechterdiskriminierung“: „Ich denke, dass gerade zu einer Synode, wo es um Themen geht, die das ganze Volk Gottes in einer Region oder auch weltweit betreffen, die Frauen da auch dazugehören und die Erfahrungen der Frauen. Wenn das einfach nicht einbezogen wird, dass die Frauen dann auch mitbestimmen können, denke ich, vergibt sich die Kirche auch eine riesige Chance, wenn sie auf dieses Potenzial verzichtet. Und zudem geht es auch um eine Gleichberechtigung. Wenn es möglich ist, dass ein Ordensmann, der nicht Priester ist, bei der Synode mitbestimmen kann und eine Ordensschwester nicht, dann ist das eine Geschlechterdiskriminierung. […] Ich glaube, es geht um das Zeichen, das damit gesetzt würde. Und auch ein Zeichen, auf das ganz viele Katholikinnen und Katholiken warten, dass die Kirche den Frauen zugesteht, dass sie auch ein Recht haben mitzustimmen bis zum Schluss.“ Schwester Simone Campbell, Leiterin von „Nuns on the Bus” (USA) meint dazu „Wenn Brüder abstimmen können, können auch Schwestern abstimmen. […] Es geht darum, die ganze Kirche sprechen zu lassen“. Das Stimmrecht für Ordensfrauen wäre ein Schritt hin zu sichtbarer Gleichberechtigung, sagte Deborah Rose-Milavec, Generalsekretärin der US-amerikanischen Organisation FutureChurch. Die in Liechtenstein ansässige römisch-katholische Stiftung Organisation „Voices of Faith“ koordiniert Aktivistinnen, die das Stimmrecht für Frauen bei der Synode verlangen. (vn v. 2. 10.)

     

  • Für die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche (UGKK) ist und bleibt das orthodoxe Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel die „Mutterkirche“. Das hat Großerzbischof Schewtschuk in einem Interview für die offizielle Website der UGKK betont. Er war vor kurzem in Rom mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. zusammengetroffen. Der Großerzbischof betonte nun, wie wichtig ihm gute Beziehungen zum und die Verbundenheit mit dem Ökumenischen Patriarchat seien. Er erinnerte an den Appell von Papst Johannes Paul II. in seinem Schreiben „Ut unum sint" (1995), in dem dieser die Kirchenführer und Theologen der nichtkatholischen Kirchen aufrief, mit ihm über mögliche alternative Formen des Einheitsamt des Bischofs von Rom nachzudenken und einen Dialog zu führen. Weiters zitierte Schewtschuk Papst Johannes XXIII. (1958-1963), der betonte, dass Katholiken und Orthodoxe weit mehr verbinde als trenne. „Wenn wir nach Wegen suchen, um uns näher zu kommen, dann müssen wir Gemeinsamkeiten finden. Und wir sind durch eine gemeinsame Mutter verbunden", so der Großerzbischof im Blick auf die gemeinsame Geschichte der unierten und orthodoxen Kirchen in der Ukraine. Wenn man dies ernst nehme, dann könne man auch gemeinsam beten. Er sprach den Wunsch aus, dass die Kiewer Sophienkathedrale die gemeinsame Kathedrale aller Christen in der Ukraine sein sollte. Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine ist eine Ostkirche eigenen Rechts, die ihre Gottesdienste im byzantinischen Ritus feiert und zugleich mit Rom uniert ist, d.h. sie steht in der eucharistischen Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche und anerkennt den Papst als Oberhaupt. Die sowjetische Führung ordnete 1946 ihre Zwangsvereinigung mit der russisch-orthodoxen Kirche an. (kap u. vn v. 4. 10.)

     

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