„Synode birgt Hoffnung auf positive Wende in der Kirchengeschichte“
Pressemitteilung Rom, 5. Oktober 2014

Die Internationale Bewegung Wir sind Kirche begrüßt, dass Papst Franziskus mit der heute beginnenden Synode einen mutigen neuen Prozess des breiten und offenen Dialoges in der katholischen Kirche eingeleitet hat, der vom Heiligen Geist begleitet sein wird und nicht mehr gestoppt werden kann.

 

Wir sind Kirche erwartet jetzt von der Kardinälen und Bischöfen, die Zeit nicht mit fundamentalistischen Diskussionen zu vergeuden, sondern sich redlich und gemeinsam um pastorale Lösungen für die vielen drängenden Fragen zu bemühen. Theologische Lehren und pastorale Erfordernisse dürfen nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden.

 

Nach der jahrelangen Unterdrückung jedes innerkirchlichen Dialogs war es ein bemerkenswerter Schritt, dass Papst Franziskus auch das Kirchenvolk direkt bei der Beantwortung des Fragebogens zur Synode hat zu Wort kommen lassen. Das zusammenfassende „Instrumentum laboris“ hat weltweit Erkenntnisse gebracht, die nicht mehr ignoriert werden können: Die traditionelle Lehre der Kirche hat den Kontakt zum realen Leben und zu den verschiedenen Arten von Familienleben in unserer Zeit verloren. Was die Kirche „irreguläre oder nicht akzeptierte Situationen“ nennt, ist eine weit verbreitete Realität in allen Teilen der Welt. „Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee“ (Evangelii Gaudium 231).

 

  • Es ist höchste Zeit, dass die theologischen Grundlagen für die Sexuallehre der Kirche im Einklang mit den Erkenntnissen der modernen Humanwissenschaften neu entwickelt werden. Selbst das „Instrumentum laboris“ bezeichnet das traditionelle Verständnis von „Naturrecht“ als „höchst problematisch, wenn nicht völlig unverständlich“.
  • Es ist höchste Zeit, dass der „sensus fidelium“ (der „Glaubenssinn der Gläubigen“) sowie der Vorrang des individuellen Gewissens (Kardinal John Henry Newman) als Kernpunkte christlicher Lehre und christlichen Lebens neu entdeckt werden.
  • Es ist höchste Zeit, dass die Kirchenführer neue Möglichkeiten für homosexuelle Partner und für geschiedene und wiederverheiratete Paare eröffnen - nicht nur aus Barmherzigkeit, sondern aus Gründen der Gerechtigkeit. Warum wird bei wiederverheirateten Paaren nicht dem Beispiel der orthodoxen Kirchen gefolgt?
  • Es ist höchste Zeit, dass Kirche in einer authentischen und glaubwürdigen Art und Weise sich all jenen Familien zuwendet, die aufgrund des neoliberalen Weltwirtschaftssystems in äußerst schlechten Bedingungen leben müssen.

 

Die erste Versammlung der Synode besteht in der überwältigenden Mehrheit noch aus Kardinälen und Bischöfen, die durch die beiden Vorgänger Päpste ernannt wurden. In der Synode gibt es nur sehr wenige Frauen, ExpertInnen und Gäste. Menschen aus Reformgruppen sind bis jetzt nicht zur Synode eingeladen, obwohl Wir sind Kirche Kardinal Lorenzo Baldisseri eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet hat. Deshalb kann und darf der jetzt eingeleitete Prozess der Synode nicht nur auf die Synoden-Halle beschränkt bleiben. Die Internationale Bewegung Wir sind Kirche wird in der Zeit bis zur zweiten Synoden-Sitzung im Oktober 2015 offene Dialogprozesse in den einzelnen Ländern unterstützen.

 

Weitere Berichte auf: http://www.wir-sind-kirche.de/?id=666 u. http://www.wir-sind-kirche.de/?id=657#2014

Bericht von Christian Weisner vom 23.10.2014: http://www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=129&id_entry=5558

 

Die offiziellen Dokumente und Papstansprachen der Außerordentlichen Familien-Synode 2014 sind jetzt, soweit vorhanden auch in Übersetzungen, zusammengestellt auf der Homepage von "Wir sind Kirche - Deutschland": www.wir-sind-kirche.de/?id=657#2014

 

Bitte unterstützen Sie das Wir sind Kirche-"Synoden-Projekt" auch durch Ihre Spende! Stichwort "Synoden-Projekt". Herzlichen Dank!
www.wir-sind-kirche.de/?id=209

 

Presseecho:

Tiroler Tageszeitung: „Der Papst deckt nichts zu“

Tiroler Tageszeitung:  Bischof Scheuer sieht Hoffnungssignal

FAZ: Die bleierne Zeit ist zu Ende

Deutsche Bischofskonferenz: KARDINAL MARX: „DER SYNODALE WEG GEHT WEITER!“

Deutsche Bischofskonferenz: Schlussbotschaft der 3. Außerordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode

Deutsche Bischofskonferenz: Papst Franziskus zum Ende der Synode

Deutschlandradio Kultur: Hermann Häring: "Man ist nicht weit genug gegangen"

Bayrisches Fernsehen zur Familiensynode:

Münchner Kirchennachrichten: Familiensynode 2014

Standard: Kardinal Schönborn: "Massive Angriffswelle" gegen den Papst

Standard: Bischofssynode im Vatikan: "Zwei Schritte vor, einer zurück"

Bayrischer Rundfunk: Seligsprechung zum Abschluss

Die Welt: So trickreich läuft der Kampf der Kardinäle in Rom

Religion ORF: Kardinal Kasper: „Geist des Konzils durchweht Synode“, Vortrag an der Universität Wien

Radio Vatikan: Kardinal Schönborn: „Arbeitsweise der Synode hat sich sehr entwickelt"

Radio Vatikan: Synodenväter diskutieren weiter über Homosexuelle

Süddeutsche Zeitung v. 16.10.2014: Heiliger Bimbam v. MATTHIAS DROBINSKI (auch über die Rolle Kardinal Schönborns)

Die Zeit: Bischöfe diskutieren über Scheidung, Verhütung und Sex

Religion ORF: Papst: Bischofssynode muss „Schrei des Volkes“ hören

Publik Forum: Kampf der Kulturen auf Katholisch

Tagesschau.de: Interview mit Kardinal Kasper - "Keine in Stein gemeißelte Ideologie"

Tagesschau.de: Reizthemen im Vatikan

Kathweb: "Wir sind Kirche" fordert von Bischöfen Reform der Sexualmoral
Spiegel: Kritik an schwulenfreundlichem Signal des Vatikans: "Schändlich und vollkommen falsch"

Spiegel Online: Familiensynode im Vatikan: Der Papst lädt zum Streitgespräch

Standard: Helmut Schüller: "Der römische Zentralismus funktioniert nicht mehr"

Kurier:Papst eröffnet Familiensynode

ZDF Papstgeflüster: Familiensynode

Domradio: Notwendiger Streit

Domradio: Debatte über Ehe und Verhütung

kipa: Pfarrerinitiativen fordern Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete

Radio Vatikan: Die Sprache der Synode ändert sich

 

Kontakt in Rom:
Dr. Martha Heizer (Vorsitzende), Tel. in Rom: +43 650 4168500, martha.heizer@inode.at
Christian Weisner, Tel. in Rom: + 49-172-5 18 40 82, media@we-are-church.org

 

Kontakt in den Ländern: www.imwac.net/413/index.php/contact/contacts

 

 

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