Annette Jantzens Werk "Die ignorierten Frauen der Bibel" zog seit seinem Erscheinen Anfang 2026 viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zahlreiche Zeitschriften brachten ausführliche Rezensionen, in vielen Pfarrgemeinden entwickelte man einen neuen Blick auf das Thema, das der Untertitel noch zusätzlich schärft: "Was im Gottesdienst nicht gelesen wird."
Nun ordnet sich auch VATICAN-NEWS mit einer Rezension von Nele Maesmanns in die Reihe der Wertschätzungen ein. Zur Sprache kommt dabei nicht nur Jantzens Vorwurf, dass die kirchliche Leseordnung manche biblische Frauen einfach nicht berücksichtige oder die Geschichten von biblischen Frauen teils eindimensional oder reduziert verarbeitet seien: "Frauen erschienen häufig allein als Mütter, ihre eigenen Geschichten träten in den Hintergrund, Ehefrauen und Kinder würden oftmals gar nicht genannt. ... Dadurch entstehe ein verfälschtes Bild, das einer Sicht Vorschub leiste, in der Frauen in der Kirche <eine untergeordnete, zweitrangige Rolle< spielten, so die Autorin [Jantzen]."
Es geht darüber hinaus auch um Jantzens Einschätzung, dass die Frauengeschichten der Bibel Möglichkeiten der Identifikation und des Trostes böten, die auch für Leser:innen in der heutigen Welt wertvoll sein könnten.
Jantzen kritisiert insbesondere auch das Fehlen weiblicher Prophetie in der kirchlichen Leseordnung, obwohl die Bibel ausdrücklich von Prophetinnen berichtet wie etwa von „Debora, Frau, Prophetin“ im Buch der Richter. Dass Frauentexte „stiefmütterlich“ behandelt und ihre Stimmen dadurch zum Schweigen gebracht würden, habe spürbare Auswirkungen auf die "Wahrnehmung biblischer Texte und den Stand von Frauen in der katholischen Kirche“, so Jantzen.
"Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird" ist im Herder-Verlag erschienen (2026) und hat 304 Seiten. Das Vorwort stammt von Sr. Philippa Rath, die mit ihren Büchern "> ... weil Gott es so will>: Frauen erzählen von ihrer Berufung zur Diakonin und Priesterin" und (gemeinsam mit Burkhard Hose) "Frauen ins Amt! Männer der Kirche solidarisieren sich" in der kirchlichen Frauenfrage viel bewegt hat und im Oktober 2026 von den österreichischen Kirchenreformbewegungen dafür mit der "Trompete von Jericho" geehrt wird. Annette Jantzen betreibt den Blog www.gotteswort-weiblich.de.