Der Mißbrauch von Macht steckt in der DNA der Kirche.

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Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, bekräftigt seinen vieldiskutierten Satz aus dem Jahr 2018.

Der Satz des damals noch neuen Bischofs von Hildesheim, der mittlerweile Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz ist und am 21. Juni 2026 als Bischof nach Münster wechselt, hatte enormes Echo ausgelöst und nicht nur in Deutschland die Wogen hochgehen lassen. Neben anderen hatte auch der Köner Erzbischof Rainer Maria Woelki heftig widersprochen und seinem jungen Kollegen im Bischofsamt vorgeworfen, er wäre zu weit gegangen. Die Aussage, der Missbrauch von Macht "stecke in der DNA der Kirche" stimme nicht, sagte der Kardinal damals. Drei Jahre später - im Herbst 2021 - sah sich Woelki persönlich mit einem öffentlich diskutierten Vorwurf des Machtmissbrauchs konfrontiert.

Bischof Wilmer seinerseits gab laut Vatican News am 1. Juni 2026 zu, dass er für den Satz, der Mißbrauch von Macht stecke in der DNA der Kirche, "viel Haue" bekommen habe, dass er aber weiterhin zu ihm stehe. Er verwies darauf, dass es den Missbrauch von Macht in allen Systemen gebe und dass überall, wo Menschen in Gruppen, Verbänden oder Organisationen zusammenwirken, die Gefahr bestehe, dass Macht missbraucht werde.

Als Beleg verwies er auf die Bibel: "Wenn Sie das Neue Testament aufschlagen, da streiten sich schon die Jünger darum, wer vorne sitzt." Machtmissbrauch und Seilschaften seien deshalb eine „uralte Geschichte".

Wilmer unterstrich, dass Institutionen gegenüber Machtmissbrauch immer wachsam sein müssten. In seinem ursprünglichen Statement 2018 hatte er betont, dass Kontrolle und Gewaltenteilung nötig wären, um Machtmissbrauch zu begrenzen. Vor allem als konservativ geltende Bischöfe stießen sich damals an der Äußerung ihres jungen Bischofskollegen.