Erzbischof Grünwidl: Ordinarius für katholische Ostkirchen

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Leo XIV. ernennt Josef Grünwidl zum Ordinarius für katholische Ostkirchen in Österreich. Mit dabei in seinem neuen Verantwortungsbereich: verheiratete Priester.

Die "katholischen Ostkirchen" sind eigenständige Kirchen, die aus orthodoxen oder orientalisch-orthodoxen Kirchen entstanden und im Laufe der Zeit mit Rom eine Union eingegangen sind. Sie anerkennen den Papst als Oberhaupt, besitzen dabei aber unterschiedlich ausgeprägte innerkirchliche autonome Rechte. Ihr Kirchenrecht ist im 1990 erschienenen Codex Canonum Ecclesiarum Orientalum (CCEO) festgeschrieben.

Zu ihren Besonderheiten zählt, dass sie Gottesdienste nach ihrem eigenen Ritus feiern, wobei dieser byzantinisch, westsyrisch, ostsyrisch, koptisch oder armenisch sein kann. Eine weitere Besonderheit aus römisch-katholischer Perspektive ist, dass es in fast allen katholischen Ostkirchen verheiratete Priester gibt. Auch das ist ein Erbe ihrer orthodoxen Geschichte.

Wie der Vatikan am 11.7.2025 bekanntgab, ernannte der Papst Erzbischof Grünwidl nun zum Ordinarisu für katholische Ostkirchen in Österreich. Grünwidl folgt damit auch in dieser Funktion Kardinal Christoph Schönborn nach, der sich über die Entscheidung des Paptes sichtlich freute.

Grünwidl betonte in einer ersten Stellungsnahme nach seiner Ernennung gegenüber kathpress, dass die katholischen Ostkirchen mit ihrer liturgischen Vielfalt und ihren vielen Besonderheiten ein wahrer Schatz seien, sowohl für Wien und Österreich als auch für die gesamte Weltkirche.

Das Ostkirchenordinariat, das alle katholischen Ostkirchen vereint, die in Österreich Strukturen haben, zählt bei steigender Tendenz über 20.000 Gläubige unterschiedlicher Kirchen mit ingesamt 85 Priestern. Die ukrainische Griechisch-katholische Kirche ist die mit Abstand größte byzantinische katholische Ostkirche in Österreich. Darüber hinaus gibt es Gemeinden der rumänischen, slowakischen und melkitischen Griechisch-katholischen Kirche sowie vereinzelt Gläubige der Griechisch-katholischen Kirche in Ungarn, der Griechisch-katholischen Kirche in Serbien (Eparchie Sankt Nikolaus Ruski Krstur) sowie der griechisch-katholischen Eparchie von Mukachevo (Ukraine). Außerdem gibt es in Österreich auch noch einige orientalische katholische Ostkirchen: die Maronitische, die Armenisch-Katholische, die Chaldäische, die Syro-Malankarische, die Syro-Malabarische und die äthiopisch-katholische Kirche.