Die deutschen Bischöfe haben bei ihrer Frühjahrsvollversammmlung 2026 in Würzburg den 64jährigen Bischof von Hildesheim, Heiner Wilmer, als Nachfolger für Georg Bätzing gewählt, der sich wie angekündigt nicht mehr der Wahl gestellt hatte. Wilmer, seines Zeichens Ordensmann und Mitglied der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer), studierte in Freiburg, Paris sowie Rom, hat viel internationale Erfahrung und ist in Rom sehr gut vernetzt, wo er ab 2016 als Generaloberer die weltweite Leitung seines Ordens innehatte und dabei enge Kontakte in den Vatikan knüpfte. Damit könnte er auch gegenüber seinem Vorgänger Georg Bätzing punkten, dem mitunter vorgeworfen wurde, die Kontakte in den Vatikan nicht intensiv genug zu pflegen.
Neben der Wahl des Vorsitzenden ging es für die DBK bei ihrer Versammlung in Würzburg aber auch um die Position der Generalsekretärin / des Generalsekretärs sowie des Pressesprechers / der Pressesprecherin. Hier wurden Beate Gilles sowie Matthias Kopp in ihren Ämtern bestätigt. Stellvertretender Vorsitzender der DBK bleibt - da erst vor drei Jahren ins Amt gekommen - der Bischof von Fulda, Michael Gerber.
Die Wahl Wilmers wird von vielen reformorientierten Katholik:innen begrüßt. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, brachte in ihrem Glückwunschschreiben ihre Reformhoffnungen an den neuen DBK-Vorsitzenden zum Ausdruck "Wir brauchen Ihr Herz für Reform und Zusammenhalt". Auch "Wir sind Kirche, Deutschland" meldete sich mit einer Pressemitteilung zu Wort: Dem scheidenden Vorsitzenden der DBK wurde "großer Dank und ehrliche Anerkennung für seine hohe Kompetenz und sein Engagement" rund um den Synodalen Weg in Deutschland ausgesprochen und dem neuen Vorsitzenden der DBK "Gottes Segen und mehr Unterstützung durch die Bischofsbrüder" gewünscht. Inhaltlich wurde auf die Bedeutung des Synodalen Weges für die deutsche Kirche verwiesen, auf die "Daueraufgabe" der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und auf den wichtigen Einsatz der Kirche für "Menschenwürde, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Menschenrechte von Minderheiten."
Foto: Bistum Hildesheim