Die Autobiographie von Jorge Mario Bergoglio erschien noch zu Lebzeiten von Papst Franziskus. Der Pontifex verstarb am 21.4.2025. Zu diesem Zeitpunkt war seine Autobiographie bereits mehrere Monate im Buchhandel zahlreicher Länder erhältlich. Nicht aber in der Russischen Föderation. Hier wurde es erst 2026 veröffentlicht. Und zwar - wie eine Menschenrechtsgruppe namens "Christian against War" bekanntmachte - in zensierter Fassung.
Papst Franziskus erzählt in "Hoffe: Die Autobiografie" aus seinem Leben und schildert die Gründe, warum er für eine Kirche plädiert, die offen ist für alle - "todos, todos, todos", wie der Papst nicht müde wurde zu betonen.
Sowohl in der russischen Printausgabe als auch in deren digitaler Version wurden queerfreundliche Aussagen von Franziskus unkenntlich gemacht. Dazu zählen etwa die Aussagen, dass Homosexualität kein Verbrechen sei und Schwule sowie Transgender-Menschen in der Kirche willkommen seien; aber auch die Aussage von Franziskus, dass Transgender-Personen getauft sowie Taufpaten werden können, wurde unleserlich gemacht. Auch der Hinweis, dass der Vatikan die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare erlaube, fiel der russischen Zensur zum Opfer.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 hat Russland die Gesetze gegen queere Menschen immer weiter verschärft. So gibt es mittlerweile ein Verbot der "Förderung nicht-traditioneller sexueller Beziehungen", demzufolge jede positive oder auch nur neutrale Darstellung queeren Lebens strafbar sein könnte.
Mittlerweile 600 Titel dürften deswegen aus dem Buchhandel verschwunden sein. Die Biographie von Papst Franziskus hat es doch in den Verkauf geschafft. Freilich nur zensuriert.