Erst am 30.9.2026 wurde Hannes Ziselsberger im niederösterreichischen Pöchlarn bei einer Feier zu seinem zehnjährigen Wirken an der Spitze der Caritas gratuliert, u. a. von der österreichischen Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Einen Tag später nun der Paukenschlag: Ziselsberger legte die Leitung der Caritas NÖ zurück.
In einer Aussendung sprach die Diözese von „unterschiedlichen Sichtweisen über die Zukunft der Caritas“.
Ziselsberger selbst hatte bei der Feier am 30.9. unter anderem die Bedeutung der persönlichen Begegnung und der Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen betont: „Caritas entsteht nicht im Büro des Direktors“, sagte Ziselsberger mit Blick auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Organisation und warf damit die Frage nach dem grundlegenden Verständnis von Caritas und caritativem Handeln auf.
Genau um das Verständnis der Caritias und ihrer Ziele scheint es jetzt zum Dissens gekommen zu sein: Offensichtlich will die Diözese St. Pölten die Caritas in eine andere Richtung entwickeln als Ziselsberger es getan hat. Diözesanbischof Alois Schwarz fand offiziell dennoch dankende Worte für dessen zehnjährigen Einsatz: Er habe die Caritas der Diözese „mit großem persönlichen Einsatz, hoher fachlicher Kompetenz und einem klaren Blick für die Menschen geprägt.“
Interimistisch übernimmt die Leitung der Caritas NÖ nun laut Statut der Caritas der bisherige Generalsekretär für Personal und Wirtschaft, Franz Sturmlechner.
