Plädoyer für eine Frauensynode

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Die Linzer Pastoraltheologin, eine der prägenden theologischen Expertinnen der Weltsynode, träumt von einer eigenen Frauensynode: "über und mit Frauen"

Bei einem "hybriden Salon" des österreichischen Netzwerkes Frauen.Führen.Kirche am 10. 7. 2026 forderte die Linzer Pastoraltheologin, dass Frauen nicht länger nur Thema kirchlicher Beratungen seien, sondern auch Leitungsaufgaben in der Kirche übernehmen würden. Dabei betonte sie, dass sie die Kirche diesbezüglich bereits auf einem Weg sähe: "Vor eineinhalb Jahren haben wir noch gerätselt, welches Dikasterium wohl als erstes von einer Frau geleitet werden würde. Heute gibt es bereits drei Präfektinnen am Heiligen Stuhl."

Czisar warnte davor, die Diskussion um die Rolle der Frau in der Kirche allein auf die Weihefrage zu reduzieren: "Fortschritte dürfen nicht allein an der Weihe gemessen werden"; es gehe auch jetzt schon um die Sichtbarkeit von Frauen, ihre Mitverantwortung in Seelsorge, Leitung und Liturgie sowie ganz grundsätzlich um eine Kultur der Gleichberechtigung.

Entsprechend vermutet Czisar, "dass wir vielleicht früher Kardinälinnen haben könnten als Priesterinnen oder Diakoninnen." Die Ernennung zum Kardinal erfolgt bekanntlich durch den Papst; bis in das 20. Jahrhundert hinein war die Priesterweihe nicht Voraussetzung für das Kardinalat.

Das im März gegründete "Netzwerk Frauen.Führen.Kirche" versteht sich ganz grundsätzlich als Beitrag zu mehr Teilhabe und Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche. Dabei gegt es um viel mehr als um Personalpolitik, wie die Direktorin des Österreichischen Pastoralinstituts, Gabriele Eder-Cakl im hybriden Salon deutlich machte: "Die Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen der Kirche sind eine wesentliche Frage der Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche weltweit"; Frauen müssten daher die gleiche Mitverantwortung übernehmen können wie Männer - in der Seelsorge, in Leitungsfunktionen und auch bei den Sakramenten.

Die Initiatorinnen des Netzwerks sprechen sich daher öffentlich dafür aus, Frauen zum Diakonat, Priesteramt und Bischofsamt zuzulassen. "Ja, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der Zulassung zum sakramentalen Weiheamt ist einer der entscheidenden Schlüssel zu einer glaubwürdigen Kirche in der Zukunft", sagte Eder-Cakl. Und Maria Habersack, Vorstandsvorsitzende der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs, ergänzte: "Es geht um Gleichwertigkeit und nicht um Privilegien."

Dass sich in der kirchlichen Frauenfrage weltweit etwas bewegt, unterstrich Klara Czisar und erzählte dabei nicht nur von Rom, sondern auch von Rumänien, wo sie in Cluj lehrt: "2011 habe ich meine Studierenden in Rumänien noch selber gefragt, wie sie zum Diakonat der Frau stehen. Zehn Jahre später kommt die Frage bereits von ihnen selbst"; nicht nur im deutschsprachigen Raum werde also ein Diskurs über die Rolle der Frau in der Kirche geführt, sondern weltweit auch in Kontexten, wo dies vor Papst Franziskus noch nicht der Fall gewesen sei.

Foto: frauenfuehrenkirche.at