Schwester Philippa Rath, Historikerin, Politikwissenschaftlerin und Theologin, gehört bei einem der gegenwärtig meist debattierten kirchlichen Themen zu den profiliertesten Stimmen überhaupt: Mit ihren beiden Büchern "> ... weil Gott es so will<. Frauen erzählen von ihrer Berufung zur Diakonin und Priesterin" und "Frauen ins Amt! Männer der Kirche solidarisieren sich" (beide Herder 2022, letzteres gemeinsam mit Burkhard Hose) hat sie gezeigt, dass die Frauenweihe keineswegs ein Randthema in der Kirche ist, sondern viele Menschen persönlich betrifft und über diese hinaus viele weitere Menschen betroffen macht.
Am Deutschen Katholikentag, der von 13. bis 17. Mai in Würzburg stattfand, war Sr . Philippa Rath gern gesehene Gesprächspartnerin, etwa auf den Ständen der Kirchenreformbewegung "Wir sind Kirche" und des Bonifatiuswerkes, das Katholikinnen und Katholiken unterstützt, die in einer extremen Minderheitensituation leben. Beim Stand des Bonifatiuswerkes fand Sr. Philippa deutliche Worte zu den Kirchenaustritten - einem Thema, das ihr persönlich am Herzen liegt: Gemeinsam mit einer Mitschwester hat sie in ihrem Kloster den "Trotzdem"-Kreis gegründet: Ein Mal monatlich treffen sich dort ca. 50 Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind. Sr. Philippa sieht darin eine Art Basisgemeinde, in der man gut miteinander im Gespräch sei. Beim Katholikentag fand sie deutliche Worte: "Das Geringste, was die Kirche tun müsste, ist, den Ausgetretenen zuzuhören, die Argumente anzuhören, warum sie gehen." Finanzielle Gründe, die oft vorgeschoben werden, lässt Sr. Rath nicht so einfach gelten. Ihre Erfahrungen sind andere. In ihrem Gesprächskreis finden sich "Menschen, die frustriert sind von mangelnder Reformbereitschaft und geschockt über den Missbrauchsskandal. Aber keiner von ihnen hat den Glauben verloren, es sind alles gläubige Christen, die von der Institution Kirche und der Hierarchie enttäuscht sind", erklärte Sr. Philippa gegenüber der Berliner Tageszeitung "Tagesspiegel".
Das Engagement von Sr. Philippa für Reformen in der Katholischen Kirche wird über Deutschland hinaus anerkannt und gewürdigt: Am Freitag, 16. Oktober 2026 wird sie im oberösterreichischen Enns mit der "Trompete von Jericho" den Preis der österreichischen Kirchenreformbewegungen entgegennehmen und damit einmal mehr ihre Hoffnungen von einer veränder- und erneuerbaren Kirche darlegen können.
Foto: Elza Ferrario