Trotz Führungsaufgaben für Frauen kein Ende der Weihedebatte

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Für Bischof Bätzing wird die Weihefrage durch die Erfahrung mit Frauen in kirchlicher Leitung eher schärfer gestellt.

Unter Papst Franziskus hat die katholische Kirche manche Leitungsebenen für Frauen geöffnet. Die prominentesten Beispiele sind Sr. Simona Brambilla, die seit Jänner 2025 als Präfektin an der Spitze der Vatikanbehörde für die Orden steht und Sr. Raffaella Petrini, die seit März 2025 als Präsidentin des Governatorats Regierungschefin der Vatikanstadt ist.

Seither überlegen viele in der Kirche, ob diese Entwicklung die Forderung nach der Weihe von Frauen eher schwächt oder eher stärkt. Für Ersteres spricht, dass man im Blick darauf, was Frauen in der Kirche doch alles werden können, nun kalmieren kann; für Zweiteres, dass Frauen dadurch auch auf der kirchlichen Leitungsebene präsenter werden und die Frage, warum sie nicht auch zum priesterlichen Dienst zugelassen werden sollten, dadurch automatisch an Fahrt gewinnt.

Der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, hat sich am Rand des Deutschen Katholikentages 2026 in Würzburg im Sinne der zweiten Annahme geäußert: "Ich bin nicht überzeugt, dass mehr Frauen in Führungspositionen die Frage nach dem sakramentalen Amt entschärft", sagte der frühere Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz. Er meine, dass eher das Gegenteil der Fall sei und die Weihefrage eher "schärfer gestellt" werde, wenn die Einsicht wachse "Warum dann nicht auch dieser Schritt?" Bätzing sprach sich dafür aus, Frauen "alles, was möglich ist" an Verantwortung und Leitungsaufgaben in der Kirche zu übertragen.

Foto: H. Opitz