Weitere Präfektin im Vatikan

Berichte |
Leo XIV. ernannte am 2. 6. 2026 die gebürtige Mexikanerin Maria Montserrat Alvarado zur Präfektin des Dikasteriums für die Kommunikation. Sie ist im Vatikan die erste Präfektin, die keinem Orden angehört.

Maria Montserrat Alvarado wurde in Mexiko-Stadt geboren und besitzt seit 2008 die US-Staatsbürgerschaft; laut Vatican News hat sie akademische Abschlüsse der Florida International University und der George Washington University. Von 2009 bis 2023 war sie in führenden Positionen des „Becket Fund for Religious Liberty“ tätig und setzte sich dort mit verschiedenen Initiativen für die Verteidigung der Religionsfreiheit und die Förderung der Menschenwürde ein. Seit 2023 ist Alvarado Präsidentin und operative Direktorin von EWTN News, der journalistischen Sektion des Eternal Word Television Network, das auf eine Gründung der US-Ordensfrau Mother Angelica RIZZO RSPA im Jahr 1981 zurückgeht und heute das weltweit größte katholische Mediennetzwerk darstellt.

EWTN gilt als konservativ ausgerichtet und hat insbesondere auch Papst Franziskus häufig mit Kritik bedacht. 2021 berichtete das US-Jesuitenmagazin "America", dass Franziskus während eines Fluges Mitarbeiter von EWTN aufgefordert habe, ihn nicht mehr schlecht zu machen; außerdem soll er ebenfalls 2021 EWTN bei einem Treffen mit slowakischen Jesuiten als "Werk des Teufels" bezeichnet haben. EWTN lud in seine Sendungen regelmäßig prominente Papstkritiker wie die Kardinäle Raymond Leo Burke und Gerhard Ludwig Müller sowie den ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon ein, aber auch den früheren Nuntius Carlo Maria Viganò, der mittlerweile als schismatisch gilt und dessen Exkommunikation das Dikasterium für die Glaubenslehre 2024 festgestellt hat.

Entsprechend reagierten einschlägige konservative Medien nach Bekanntgabe der Besetzung nicht mit der an sich von ihnen erwarteten Kritik an der Ernennung einer Frau zur Präfektin eines vatkanischen Dikasteriums. Vielmehr ist in mehreren entsprechenden Medien von einer "historischen Personalentscheidung" die Rede. Von reformorientierten Kirchenkreisen wiederum wird begrüßt, dass mit Alvarado erstmals eine Laiin an die Spitze eines vatikanischen Dikasteriums berufen wurde und die Gleichberechtigung der Frauen damit ein Stück näher gerückt sei.

Alvarado wird ihr Amt im November 2026 antreten. Sie folgt dann auf den 69jährigen Paolo Ruffini, der das Amt des Präfekten seit 2018 innehatte und der erste Laie an der Spitze einer Vatikanbehörde war.