In Enns – St. Laurenz entschied der Pfarrgemeinderat vor einigen Jahren, am Weltmissionssonntag nicht mehr um Spenden für missio Österreich zu bitten, weil missio Österreich damals u.a. eine österreichische Jugendzeitschrift sponserte, die ein Kirchenbild vertrat und ein Sexualitätsverständnis vermittelte, das in den Augen des Ennser Pfarrgemeinderates nicht unterstützungswürdig war. Ein Schreiben des Pfarrleiters an missio OÖ blieb damals unbeantwortet. Seither unterstützt die Pfarrgemeinde zum Weltmissionssonntag andere kirchliche Projekte in den Ländern des Globalen Südens. Heuer geht die Spendensammlung an das Sophia Institute in Innsbruck, deren Träger die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Innsbruck ist. Das Institut steht studierenden Frauen aus dem Globalen Süden zur Seite, die in Österreich ein Doktorat machen und dabei Hilfe in Form finanzieller Unterstützung, Mentoring und spiritueller Begleitung erfahren. Pfarrleiter Prinz: „Auf den ersten Blick mag es verwundern, dass wir für den Weltmissionssonntag genau dieses Projekt ausgesucht haben; dahinter steht die Erfahrung, dass Frauen im sozio-kulturellen Prozess von Gesellschaften besonders wichtige Rollen spielen. Gesellschaften, in denen qualifizierte Frauen auch in Führungspositionen zu finden sind, funktionieren oft besser und gerechter als rein patriarchale Strukturen. Hier kann Entwicklungshilfe ansetzen, indem sie ganz gezielt Frauen fördert. Und wir setzen damit auch einen gewissen Kontrapunkt dazu, dass kirchlicherseits aus Afrika, Asien und Lateinamerika ohnehin meistens Männer – nämlich Priester - zu höheren Studien etwa nach Rom geschickt werden. Da ist unser heuriger Weltmissionsakzent auch ein Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit.“
Weltmissionssonntag: Pfarre teilt mit Frauen aus dem Süden
Bericht |
Missionarischer Kontrapunkt in Enns