Auf seinem Rückflug von Beirut nach Rom am 2. 12. 2025 legte Papst Leo den Finger in die Wunde: Einerseits betonte er, dass Synodalität an verschiedenen Orten verschieden gelebt werden könne – man wird im Kontext seiner Ausführungen diesbezüglich an Deutschland und Rom denken dürfen. Andererseits aber meinte er, dass es in Deutschland womöglich viele Katholiken gäbe, die sich in bestimmten Aspekten des deutschen Synodalen Weges nicht wiederfänden.
Da stellt sich nun doch die Frage: Wie viele sind viele? Und wie können wir dem Papst helfen, hier zu einer klaren Antwort zu kommen?
Grundsätzlich ist Leo Recht zu geben, wenn er warnt dass die Stimme der Mächtigen die Stimme derer übertönen könnte, „die vielleicht sogar sehr zahlreich sind, aber keinen Ort haben, an dem sie sprechen und gehört werden können.“ Das bedeutet eigentlich: Es gilt Vorsicht walten zu lassen gegenüber denen, die es verstehen, sich laut Gehör zu verschaffen und ihre Meinungen prominent in der Öffentlichkeit – oder auch im Vatikan - zu platzieren.
Von daher erscheinen Mahnwachen nicht mehr als geeignetes Mittel, Unterstützung für den Synodalen Weg zu zeigen. Unterschriftenaktionen auch nicht. Das gab es außerdem alles schon einmal und brauchte 30 Jahre, um in Rom anzukommen. Ob eine Audienz beim Heiligen Vater besser wäre? Aber auch das könnte in die Kategorie „Kleine Gruppe - Laute Stimme“ fallen …
Wir kommen nicht darum herum: Wenn wir wirklich wissen möchten, was viele wollen, müssen wir alle fragen. - Warum auch nicht? Stellen wir Urnen auf in unseren Kirchen! Befragen wir das Volk Gottes! Lassen wir die Menschen zum Ausdruck bringen, was ihnen an ihrem Glauben und unserer Kirche wichtig ist! Das bringt uns zwar noch nicht unbedingt die ewige Wahrheit, aber es nähert uns ihr vielleicht an. Und zumindest wissen wir dann, wie viele „viele“ wirklich sind und könnten darauf aufbauend die nächsten Schritte tun.
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