Wieder Diakonenweihe ohne Frauen

Wiener Erzbischof weiht 11 Männer zu Diakonen. Berufene Frauen bleiben bei solchen Anlässen außen vor. In Deutschland wird dagegen protestiert.

Am 10. Oktober 2026 weiht Erzbischof Grünwidl im Wiener Stephansdom 11 Männer zu Ständigen Diakonen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gibt es dieses Weiheamt (wieder) in der Katholischen Kirche, seit 1970 auch in Wien. Während die Zahl der Priesterweihen in Europa Jahr für Jahr zurückgeht, gibt es invielen Diözesen großes Interesse am Ständigen Diakonat. Die Kandidaten dürfen verheiratet sein, jedoch keine Frauen.

Gegen diesen Ausschluss der Frauen von der Weihe protestieren in Deutschland regelmäßig Vertreter:innen von Kirchenreformbewegungen. So auch am 12. September 2026: Als Bischof Stephan Ackermann im Trierer Dom zwei Männer zu Ständigen Diakonen weihte (und einen weiteren zum Diakon auf dem Weg zum Priesteramt), fand vor dem Dom die Aktion „Lila Stola“ statt: Eine Abordnung von „Wir sind Kirche, Trier“, des Diözesanverbands Trier der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, der Frauenwürde Neuwied e.V. sowie des Netzwerkes „Diakonat der Frau“ protestierte öffentlich gegen den Ausschluss der Frauen vom diakonalen Amt. Trotz ihres Protestes aber gratulierten sie den Weihekandidaten zu ihrer Weihe.

Die Aktion „Lila Stola“ setzt sich in Deutschland seit 1997 für die volle Gleichberechtigung der Frauen in der römisch-katholischen Kirche ein. Das Thema hat v.a. auch durch die Weltsynode (2021-2024) neue Aufmerksamkeit erlangt, in Deutschland jedoch auch durch die abgelehnte Bewerbung von neun Theologiestudentinnen im Priesterseminar Freiburg. In Österreich werden diese neun Studentinnen sowie Sr. Philippa Rath, die seit Jahren für die Weihe von Frauen in der katholischen Kirche eintritt, nun mit einem Preis der österreichischen Kirchenreformbewegungen geehrt. Die Veranstaltung findet am 16. Oktober 2026 im oberösterreichischen Enns statt.