Große Trauer um Bischof Maximilian Aichern

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Die österreichische Kirche trauert um einen aufgeschlossenen und menschenfreundlichen Hirten.

Im Alter von 93 Jahren ist der emeritierte Bischof von Linz, Maximilian Aichern, am 31.1.2026 in Linz verstorben. Von 1982 bis 2005 hatte Aichern, der zuvor Abt der Benediktinerabtei St. Lambrecht in der Steiermark war, die Geschicke der Diözese Linz gelenkt. Als sein aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch 2005 von Papst Johannes Paul II. angenommen wurde, blieb er als Bischof emeritus weiterhin in der Diözese aktiv und überaus beliebt.

Die österreichischen Kirchenreformbewegungen verlieren mit ihm einen Bischof, der ihr Wirken mit Verständnis und Wohlwollen begleitet hat. Seine Dialogbereitschaft war rundum geschätzt und dass er auch zu den sogenannten „heißen Eisen“ klare Worte gefunden hat, ist unvergessen. So äußerte er 2012 Verständnis für die Anliegen der Pfarrer-Initiative, war überzeugt, dass auch Verheiratete Priester werden können und sagte 2022, die Priesterweihe für Frauen sei „nicht aufzuhalten“.

Zu „Wir sind Kirche“ hielt Bischof Aichern von sich aus Kontakt, die Exkommunikation ihrer Vorsitzenden Martha Heizer im Jahr 2014 schmerzte ihn sehr. In seiner eigenen Diözese schuf Aichern eine Atmosphäre der Freude und des Vertrauens und trat stets für das Prinzip der Subsidiarität ein, demzufolge vor Ort entschieden werden müsse, was vor Ort entschieden werden könne. Aufsehen erregte seine theologisch gut begründbare Entscheidung, dass das Sakrament der Taufe auch durch beauftragte Laien gespendet werden dürfe. Nicht nur in diesem Punkt galt die Diözese Linz zu Aicherns Zeit vielen als Wegbereiterin einer „Kirche um der Menschen willen“ und einer „Kirche der Zukunft“.

Foto: Christoph Huemer