Auf einen Empfang für Mitglieder der Internationalen Theologischen Kommission – einem TheologInnen-Gremium als „Denkfrabrik“ zur Beratung des Papstes – zitierte der Papst die Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes Nr. 44“:

„Es ist jedoch Aufgabe des ganzen Gottesvolkes… unter dem Beistand des Heiligen Geistes auf die verschiedenen Sprachen unserer Zeit zu hören….“. Dann betonte er den „Sensus Fidelium“ [Glaubenssinn des Gottesvolkes]: „Der Theologe muss auch auf das hören, was der Geist den Kirchen sagt (Apg 2,7)  …  Darauf hat auch das jüngste Dokument der Kommission ‚Der Sensus Fidei im Leben der Kirche’ noch einmal hingewiesen. Gemeinsam mit dem gesamten Volk der Christen öffnet der Theologe die Augen und Ohren für die Zeichen der Zeit.“ Schließlich lobte der Papst den „heiligen Pluralismus“ in der Kommission aufgrund der sehr unterschiedlichen Länder und Kulturen, von wo die Kommissionsmitglieder stammen sowien den „besonderen Beitrag“ der fünf Theologinnen, zur Erforschung des „unergründlichen Geheimnisses Christi“. In der kommenden Beratungsperiode wird diese TheologInnenkommission das Prinzip der Synodalität in der katholischen Kirche beraten.(http://de.radiovaticana.de vom 5. 12.; KAP/Kathweb v. 5. 12. u. v. 6. 12.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Zeichen der Erinnerung an die vor fünf Jahren in Libyen ermordeten „koptischen Märtyrer“ sind in der oberägyptischen Stadt Samalut ein Denkmal sowie ein Museum eröffnet worden. (JA v. 1. 3.)

     

  • Anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8. März hat die islamische und römisch-katholische Theologin Shahrzad Houshmand einen Schulterschluss gläubiger Frauen verschiedener Religionen für Gerechtigkeit angeregt. Die Iranerin, die dem Frauenrat des päpstlichen Kulturrates angehört, nahm an einer interreligiösen Frauenveranstaltung in Rom teil – und würdigte dabei die „Erklärung zur Geschwisterlichkeit aller Menschen“ von Abu Dhabi als wegweisend. Shahrzad Houshmand, Vizepräsidentin der Internationalen Vereinigung „Religious for Peace“ in Italien, meinte: „Wenn dann die Frauen des Glaubens sich vereinen, um auf den Schrei der Menschheit zu antworten, ein Schrei um Geschwisterlichkeit und menschliche Werte, dann wird das sicher ein großes Echo haben zugunsten der Menschheit.“ Die doppelte Theologin Houshmand hält die Abu-Dhabi-Erklärung für „orthodox und revolutionär zugleich“: „Es gibt ein enormes gemeinsames Erbe an Werten, wenden wir uns also diesen gemeinsamen Werten zu, die eingeprägt sind im Herzen jedes menschlichen Wesens. Das ist in sich schon eine wichtige Botschaft.“ (vn v. 3. 3.)

     

  • Zum Zeichen der Einheit der Orthodoxie wurde in der serbisch-orthodoxen Mariä Geburt-Kirche in Wien-Neulerchenfeld die Panorthodoxe Vesper zum „Sonntag der Orthodoxie" gefeiert. Dem Gottesdienst standen Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) vor. Mit ihnen feierten viele orthodoxe Geistliche und Gläubige aus unterschiedlichen Jurisdiktionen, darunter auch der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar und stellvertretende Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Nicolae Dura. Metropolit Arsenios sagte in seinem Schlusswort: „Wir sind eine Kirche. Wenn eine Ortskirche leidet, leidet die ganze Orthodoxie mit." Er hob als Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz die gute Situation der Orthodoxie in Österreich hervor. Das sei auch der „brüderlichen Liebe" der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche zu danken. Dankbar erinnerte der Bischof daran, dass die Erzdiözese Wien im Jahr 2010 beschlossen hatte, die Neulerchenfelder Kirche der serbisch-orthodoxen Kirche zu übergeben. (kap v. 9. 3.)

     

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