Der emeritierte Amazonasbischof Erwin Kräutler plädiert für eine Entkopplung von Eucharistiefeier und Zölibat.

Sich für ein eheloses Leben zu entscheiden, sei „ganz sicher eine besondere Gnade" und solle „nie abgeschafft" werden. Aber die Eucharistiefeier dürfe nicht davon abhängen, ob „zufällig ein zölibatär lebender Priester" vorhanden ist, betonte Kräutler im Interview mit der Salzburger Kirchenzeitung „Rupertusblatt". Papst Franziskus wolle diese Frage allerdings nicht alleine entscheiden, erinnerte Kräutler an seine Privataudienz 2014, in der der Papst die Bischöfe Amazoniens dazu aufgefordert habe, mutige Vorschläge zum Problem eucharistieloser Gemeinden vorzubringen. Auch zum Priestertum für Frauen befand Kräutler: „Unmöglich ist da gar nichts!". Schließlich hätten manche Entscheidungen des II. Vatikanischen Konzils noch zur Zeit des I. Vaticanums als herätisch gegolten. Trotzdem sei die Frage der Weihe von Frauen „etwas schwieriger" als etwa die Entkoppelung von Eucharistiefeier und Zölibat, „weil Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben 'Ordinatio Sacerdotalis' vom 22. Mai 1994 scheinbar ein für allemal Türen fest verschließen und seine Meinung für alle Zeiten zementieren wollte". Aber auch dieses Apostolische Schreiben sei kein Glaubenssatz und habe „nicht einmal den Rang einer Enzyklika". Grundsätzlich wünsche er sich mehr „Unerschrockenheit, Kühnheit, Furchtlosigkeit und gleichzeitig Vertrauen und Leidenschaft" von Laien, Priestern, Bischöfen und Ordensleuten. (https://www.kathpress und www.katholisch.at vom 21. 4.; KircheIn 5/2016)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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